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Fiedelanna Profilseite von Fiedelanna, 19.02.2018, 22:02:11

 

Ich bin Anna, fast 28, und aus Hessen. Ich habe insgesamt 6 Jahre lang Geiegnunterricht gehabt, allerdings verteilt: von 6-8 und 12-16. Leider war für meine Mutter oft der Unterricht ein finanzielles problem, (Künstlerfamilie), daher hatte ich jetzt seit 12 jahren keinen Unterricht mehr und habe seit fast 10 jahren nicht gespielt. Jetzt habe ich aber vor ca 3 monaten Das Geigespielen wieder als Ausgleich für mich entdeckt und es hilft mir sehr, die Spannung des Tages abbzubauen. Da ich seit 1 Jahr selbsständig bin und es doch noch sehr auf und ab geht kann ich das sehr gut gebrauchen. Im Moment habe ich noch das Gefühl wieder von vorne anzufangen: meine Intonation ist im A..., meine Bogenhand war aich schon mal sicherer und ich kämpfe noch um ein komfortables Stütze/kinnhalter setup, weil man sich anatomisch in 10 jahren wohl doch ein bisschen verändert 5 . Im Moment spiele ich noch auf einer Leihgeige vom Geigenbauer, (böhmisch, 1923 und ca.900 euro) werde aber hoffentlich bald auf eine bessere Leihgeige umsteigen und vielleicht, je nachdem wie meine Fortschritte so sind, ende des Jahres einen Teil meines Erbes in eine eigene Geige investieren. Ich freue mich sehr auf den Austausch mit gleichgesinnten und den ein oder anderen Ratschlag. Cheers! 

 

 

 

Tacande Profilseite von Tacande, 20.02.2018, 20:56:03

Hallo,

ich heiße Doris und bin bereits 67 Jahre alt. In Deutschland war ich Grundschullehrerin, bin aber mit 42 Jahren zusammen mit meinem Mann auf eine kanarische Insel gezogen, auf der wir bis zur Rente selbständig waren.

Ich wollte schon sehr früh Geige lernen, aber meine Eltern waren dagegen. Mit 12 Jahren wurde endlich mein Wunsch erfüllt und ich hatte dann bis zum Abitur Unterricht. Danach hörte ich aber auf und spielte nur ein bisschen Gitarre, um meine Schüler beim Singen zu begleiten.

In Spanien gab es ein Akkordeonorchester. Ich kaufte mir ein Akkordeon und spielte dort viele Jahre mit. Dann lernte ich eine Frau kennen, die Klarinette spielte. Das gefiel mir und ich lernte ca. 10 Jahre Klarinette. Mit 60 bekam ich plötzlich den Wunsch, doch wieder zur Geige zurückzukehren. Ich fing hier in der Musikschule mit Unterricht an und spiele jetzt in einem kleinen Streicherensemble.

Fazit ist, dass mir zwar Akkordeon und Klarinette gefallen  -- ich habe viele Dinge dadurch gelernt  -- aber die Geige MEIN Instrument ist. Ich hoffe nun, dass ich noch viele Jahre spielen kann.

Claudinefideline Profilseite von Claudinefideline, 03.09.2018, 21:49:03
Hallo,
Ich heiße Claudia, bin Anfang 40 und spiele seit etwa sieben Jahren Geige. Nachdem ich als fünfjährige mit Blockflöte begonnen habe, habe ich immer irgendwie Musik gemacht. Blockflöte, Klassische Gitarre, Klavier. Nun also die Geige, und sie liegt mit noch viel mehr als die anderen Instrumente. Fünf Jahre Unterricht, dann leider wegen Umzug aufgehört, ich habe mir aber nie einen neuen Lehrer gesucht, weil es gerade zeitlich nicht gehen würde. Aber ich spiele immernoch. Der Höhepunkt war sicherlich, dass ich vor kurzem bei einer Hochzeit zusammen mit einem Klavier den Pachelbel Kanon spielen durfte, zum Einzug der Braut... Ich war echt nervös! Aber es hat gut geklappt und Klang in dem Saal wunderbar (wenn man sonst fast nur im Wohnzimmer spielt...)
Mein Wunsch ist, irgendwann in einem Orchester zu spielen.

Ich war vor ein paar Jahren schonmal hier angemeldet, aber ich weiß weder Nutzernamen noch Mailadresse...Deshalb musste ich mich neu anmelden.
Waing1972 Profilseite von Waing1972, 19.09.2018, 16:52:45

wünschte, ich hätte eine.

Jinora Profilseite von Jinora, 30.10.2018, 21:00:52

Hallo, 

Ich bin Jinora, 16 und Studentin.
Ich spiele seit meinem 6. Lebensjahr Geige, wenn auch in den letzten 4-5 Jahren wenig bis gar nicht, da ich unter ständigen Sehnenscheidenentzündungen und Tennisellenbogen in meiner Bogenhand leide. Seit diesem Sommer aber versuche ich wieder komplett einzusteigen und vor allem auch meinen Arm zu stärken, um wieder vollständig spielen zu können. Momentan feile ich generell an meiner Technik und mein nächstes Ziel wäre, die ABRSM Grade 8-Prüfung ablegen zu können - natürlich neben der Freude am Spiel. Nebenbei spiele ich in einem regionalen Jugendorchester, was extrem schön ist. Mein zweites Instrument ist die Harfe, wobei ich nicht benennen könnte, was ich lieber spiele. Die Musik ist ein grosser Teil meines Lebens, den ich nie missen möchte. 
Ich freue mich auf einen Austausch mit Gleichgesinnten! 

Mokey Profilseite von Mokey, 05.03.2019, 18:32:37

Hallo, ihr da draußen!
 
Ich heiße Sandra, bin 43 Jahre alt und habe mich gestern in der Musikschule für Geigen-Einzelunterricht angemeldet, muss allerdings noch etwas warten, bis ein Platz frei ist.
 
Musikalische Vorerfahrung hab ich mit verschiedenen Instrumenten. So habe ich über 10 Jahre Blockflöte  gespielt, schließlich einige Zeit Tenorsaxophon und autodidaktisch Keyboard. Just for fun klimper ich manchmal auf der Ukulele rum und manchmal auch auf dem Cajon.
 
Warum ich mich jetzt auf die Violine stürze, verdanke ich einer Schülerin, die als Malvorlage ihre Geige mitgebracht hat und mich hat probieren lassen. Ein Ton genügte, der ging irgendwie durchs Ohr direkt ins Herz und es war um mich geschehen.
 
Weil ich unbedingt sofort irgendwie loslegen wollte, habe ich mir dann unvernünftigerweise eine (sehr) günstige Violine im mitteljugendlichen Überschwang gekauft, beim Stimmen aber dann gemerkt, dass der Steg falsch montiert war und auch andere Mänge fielen auf. Also hab ich dann die Vernunft siegen lassen, die Geige zurück gegeben, und werde mir nun - sofern möglich - eine Violine in der Musikschule leihen. Falls das dort nicht möglich ist, lasse ich mich in einem Musikgeschäft hier im Ort beraten, welches auch Instrumente verleiht.
 
Nun sitze ich hier also ohne Violine und warte ungeduldig auf meinen ersten Unterricht und eine Geige. Die Wartezeit verkürze ich mir, indem ich mir Violinenkonzerte angucke oder halt hier im Forum stöbere.
 
Was meinen späten Einstieg ins Violinenspiel betrifft, so mach ich mir hier keine Sorgen. Entweder es funktioniert und ich kann irgendwann für meine Ansprüche zufriedenstellend spielen oder eben nicht. Mich hetzt ja keiner und ich mach das ja nur für mich, warum sich also Sorgen machen, da kann man die Zeit auch sinnvoller nutzen. 
 
Liebe Grüße,
Sandra
 

Rosi Profilseite von Rosi, 21.04.2019, 11:17:49
Hallihallo, ich habe den Vorstellungsthread jetzt sehr verspätet entdeckt, trotzdem stelle ich mich auch mal vor! Ich heiße Rosa, bin 19 Jahre und komme aus dem südlichsten Süden DEs. Ich wohne praktisch auf dem Dreiländerecke CH/DE/F drauf. Ich habe noch nie ein Instrument gespielt und auch überhaupt wenig mit Musik (abseits vom Hören) am Hut gehabt. Das hat sich geändert, als ich meinen Freund kennen lernte. Seine Mutter spielt Geige, er selbst Gitarre, Ebass, Klavier, Schlagzeug, Posaune und was weiß ich noch alles. Ich habe durch ihn einen anderen Zugang gefunden. Eigentlich widme ich mich eher optischer Kunst (Instagram-Account: @meta_mind für diejenigen, die es interessiert, oder dieser Link https://www.instagram.com/meta_mind/ ) und kam daher auf die kluge Idee mein Trauminstrument selbst zu bauen: Eine mongolische Pferdekopfgeige. Anfangs hatte ich sogar die Idee, dass das Instrument Teil meiner Bewerbungsarbeit für das Industriedesign-Studium wird, den Plan habe ich dann wieder verworfen. (Den Studienplatz habe ich jetzt aber!) Ich bin also derzeit damit beschäftigt dieses Instrument zu bauen und würde mich über einen Kontakt zu jemand fachkundigen freuen, der mir u.U. Tipps geben kann, wie ich das Ding am Ende gut hinbekomme (dazu existiert bereits ein Thread). Ich habe mich zwar informiert, wie eine Geige funktioniert, da die Form und Tonlage, aber doch ziemlich anders ist, kann ich dieses Wissen nur bedingt auf meinen Fall anwenden. Sei es drum. Jetzt wisst ihr, wer ich bin. Grüßle und frohe Ostern.
Bratschenschrubber Profilseite von Bratschenschrubber, 08.05.2019, 08:14:27

Hallo,

Ich bin Ü50 und spiele seit 5 Jahren Bratsche. Hatte als Kind mal Geigenunterricht hatte aber nie Freude an der fiepsigen e-Saite spiele jetzt aber gene noch neben bei Fiedel mit meinen Kindern. Ich hatte das Vergnügen bei meinen Kindern ein Jahrzehnt den Unterricht zu verfolgen bevor ich es selber nochmal versucht habe.

Ich bin dafür es den Kindern nicht leicht zu machen das Instrumentalspiel einfach aufzugeben, denn ich kenne nur Leute die das bereut haben im Alter.

Eule Profilseite von Eule, 03.10.2019, 21:45:22

Hallo,

 

ich bin erst vor kurzem auf die Geige gekommen, weil eins meiner Kinder angefangen hat Geige zu lernen.

Früher habe ich mich nicht für Streichinstrumente interessiert. Aber je länger ich darüber nachdenke desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass eine Violine nicht nur schön klingt, sondern auch ein vielseitiges und musikalisch reizvolles Instrument ist, das ich eigentlich auch gern spielen möchte. In meiner Jugend habe ich die Grundlagen klassischer Konzertgitarre gelernt. Meine linke Hand hat also schon etwas Erfahrung mit 'Saiten greifen'. Jetzt muss nur noch die rechte Hand lernen wie man einen Bogen führt. Und dann spiele ich meine Favoriten klassischer Musik nach.

Haha, kleiner Scherz. 1 Ich bin ja schon mittleres Alter, werde also bestimmt kein Profi mehr, aber ich denke ein paar Jahrzehnte habe ich noch zum Üben.

Das Forum hier erscheint mir sehr informativ. Ich werde also mal ein bißchen quer lesen.

 

Gruß Eule

 

Sarah085 Profilseite von Sarah085, 05.10.2019, 08:59:36

Hallo Eule,

 

herzlich Willkommen :) ich finde das Forum auch sehr informativ und es sind hier viele Leute (speziell die Admins) die sehr viel Ahnung haben und auch sehr flink Antwort geben :) und das finde ich echt super...

 

Ich bin übrigens 33 Jahre alt und habe letzten Okt/Nov angefangen Geige zu spielen und mir macht es immer noch sehr viel Freude und ich übe sogar noch viel mehr als am Anfang, was heißt, jetzt täglich, am Anfang vl 2-3 mal die Woche ^^ weils zu anstrengend war.

 

Viel Freude und Spaß beim üben Eule:)

 

Sarah

Tini90 Profilseite von Tini90, 21.03.2020, 21:50:31

 

Hallo ich bin 29 Jahre und Mama 3er toller Kinder. Musik spielt eigentlich eine relativ große Rolle bei uns, da ich selber aber nie ein Instrument lernen durfte versuche ich mir selber Klavier bei zu bringen. Mein großer spielt Trompete mit Unterricht Meine mittlere spielt seit 6 Monaten Geige, sie hat es sich selbst ausgesucht und hat sehr viel Spaß daran. Am Anfang war es sehr mühsam zu üben, aber mittlerweile da sie auch schon richtige kurze Lieder spielen kann sehr gerne. Ich freue mich hier auf Tips und anregende Gespräche. Lg
kalifrago Profilseite von kalifrago, 06.06.2020, 11:08:23

Na dann werde ich mich auch mal vorstellen.

Mein Name ist Andrea. Ich bin 54 Jahre alt und habe vor ein paar Wochen mit dem Geigenspielen angefangen. Erst wollte ich rein autodidaktisch vorgehen, aber um die Basics zu beherrschen und meine Haltung beurteilen zu lassen, habe ich mir doch nun einen Geigenlehrer "gegönnt" 1

 

Im Moment habe ich eine Mietgeige, die ich aber nächsten Monat kaufen werde.

 

Ich hatte als Kind einige Jahre Orgelunterricht und spiele bis heute hauptsächlich, auf einem Midikeyboard mit 88 Tasten, gerne Klavierstücke. Ausserdem produziere ich meine eigene Musik am Computer. Eigentlich bin ich mehr so der Synthesizer-Typ 8

 

Seit Jahren steckt mir das Geigenspiel im Kopf. Jetzt habe ich mich endlich entschlossen es zu lernen.

Max444 Profilseite von Max444, 05.08.2020, 16:08:34

Hallo! Ich heiße Max und komme aus Brasilien! ich bin Violinist und Geigenlehrer von Beruf. Ich habe mich gefreut, dass ich diese Forum gefunden habe 4

 

Ich hab einen Youtube-Kanal erstellt, und dort habe ich schon einige Videos hochgeladen, auf den einfache Geigenstücke und Etüden ich vorspiele. Aber momentan brauche ich kreative Ideen für neue Videos. Wer Lust darauf hat, kann auf Youtube nach "Max Scheffler" suchen.

 

Viele Grüße

Medjool Profilseite von Medjool, 31.08.2020, 19:04:22

Hallo allerseits, 

ich heiße Nadine, bin 18 und fange demnächst an zu studieren. Mit 16 habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllt und eine Geige gekauft. Außerdem nehme ich seitdem Unterricht.

Ich freue mich auf einen regen Austausch!

Liebe Grüße

Jessica112 Profilseite von , 17.12.2020, 15:36:01

Hallo ihr alle :)

 

Ich bin Jessica, 24 und auf den Zielgeraden meines Studiums im Bereich Linguistik und Übersetzen.

 

Ich habe als stiller Leser mir hier schon einige Themen durchgelesen, da ich sehr großes Interesse daran habe, selbst Geige zu spielen - nicht professionell, dass ich irgendwann als Solist auf der Bühne stehe. Ich liebe Geigenmusik einfach sehr und möchte selbst ein paar Töne fabrizieren können und gerade in der aktuellen Situation, war mir der Sinn nach etwas neuem und einer ganz neuen Beschäftigung, daher habe ich mir erst mal für kleines Geld eine Geige geholt, einfach, um mich auszuprobieren und ein paar (vermutlich ziemlich schiefe) Töne raus zu bringen.

 

Ich habe schon einiges gelesen zum Thema "autodidaktisches Lernen" der Geige, aber ich bin ein Mensch, der sich Herausforderungen sehr gerne stellt und ich ziehe es vor, alleine an Problemen zu arbeiten und Lösungen zu finden. Außerdem ist das mit Musikunterricht gerade auch nicht sehr einfach, daher möchte ich es einfach wagen und alleine, zumindest versuchen ein wenig was zu lernen.

 

Als Kind habe ich schon Flöte und später Keyboard bzw. Klavier gespielt, komme als mit Noten und Notenlesen ganz gut klar. Wie es laufen wird, sobald ich die Geige dann auch endlich nutzen kann, werde ich vermutlich in den kommenden Tagen sehen teeth_smile

 

Ich freue mich darauf, mich hier über meine ersten Erfahrungen austauschen zu können und vielleicht auch ein paar hilfreiche Tipps zu kriegen und viel zu lernen :)

Anna7473 Profilseite von Anna7473, 23.05.2021, 18:33:19

 

Fidi Profilseite von Fidi, 21.08.2021, 19:39:35

Ich hatte in der Grundschule Blockflötenunterricht für 2 Jahre, habe dann aber wieder alles an Notenlesen vergesssen. In meinen Teenagerjahren hatte ich ein paar CDs von Vanessa-Mae und so kam ich dann mit Anfang 20 auf die Idee, Geigenunterricht zu nehmen, nachdem ich das Buch zum Film "Music of the heart" gelesen hatte, in dem immer wieder betont wurde, dass jeder Geige lernen kann.

 

Nachdem mein Wunsch in der Verwandtschaft die Runde gemacht hatte, erklärte meine Großtante, dass sie noch eine Geige aus ihrer Kindheit hätte. Die habe ich dann instand setzen lassen - das war noch knapp zu DM-Zeiten - und war erst mal entsetzt, als mir, ohne vorherigen Kostenvoranschlag, eine Rechnung von 435 DM präsentiert wurde.

 

Auf ging's zur ersten Stunde. Da wurde mir dann erklärt, dass man zwischen Steg und Griffbrett streicht und den Bogen kolophonieren müsse, wir mussten also wirklich ganz von vorne anfangen. Glücklicherweise bin ich Linkshänderin und so fiel mir das Saitengreifen nicht ganz so schwer. Durch ein Missverständnis glaubte ich aber, dass sie mich rauswerfen würden, wenn ich nach 3 Monaten nicht "gut genug" wäre. Unnötig zu sagen, dass ich in den ersten drei Monaten fast nichts lernte! Anfangs konnte ich gerade mal 5 min spielen, dann hatte ich einen Krampf in der Bogenhand.

 

Notenlesen war extrem schwierig, sehr oft übte ich unter der Woche ein Stück, das mir meine Lehrerin in der nächsten Stunde dann noch mal vorspielen musste, weil ich die Noten komplett falsch gelesen hatte (Rhythmus, nicht Höhe).

 

Meine Musikschule hatte recht häufig Auftritte, sei es in Kirchen oder am Tag der offenen Tür oder zu irgendwelchen Veranstaltugen. Da "mussten" wir dann immer vorspielen und übten dafür gemeinsam mehrere Wochen bis Monate. Das waren ja eigentlich kostenlose Zusatzstunden, aber ich fand das extrem anstrengend. Meist konnte ich das Stück noch gar nicht gut genug zum Auftritt und die Kinder in der Gruppe (10 bis 12 am Anfang) waren deutlich besser und langweilten sich oft ob der vielen Wiederholungen. Die Altersspanne ging von ca. 10 bis ca. 65 Jahren bei diesen Proben. Dadurch lernte ich zwar etwas besser Notenlesen, aber ich lernte auch, dass Auftreten auf keinen Fall etwas für mich ist und dass es extrem anstrengend ist, auf einem Stuhl sitzend Geige zu spielen.

 

Zwischendurch las ich mal ein paar Bücher aus der Bücherei und kaufte mir dann "Cello üben" von Gerhardt Mantel. Meine Lehrerin gab mir immer nur Stücke und sagte, wie man die spielte, es gab von ihr aus keinen Input zum Gestalten des Übens, erst als ich das dann ansprach. Ansonsten war sie aber eine gute Lehrerin, ging auch auf Wünsche ein, gab mir mal ihre Etüdenbücher zum Kopieren usw.

 

Ich nahm ca. 8 Jahre Unterricht, in der Zeit auch jeweils ein halbes Jahr Querflöten- und Klarinettenunterricht. Glücklicherweise auf Leihinstrumenten, Klarinette konnte ich nämlich gar nicht spielen, nach 5 min Spielen sah ich aus wie andere nach stundenlangem Üben. Querflöte ging besser. Mein Lehrer hatte den gleichen Ansatz - Stücke/ Lieder spielen - und ich lernte durch ein paar Youtubevideos einer Querflötenlehrerin deutlich mehr über Tonproduktion als von meinem Lehrer. Daher denke ich, dass man schon halbwegs autodidaktisch mit diesen vielen Tutorials, die Profis anbieten, einiges lernen kann und viel mehr Möglichkeiten hat als früher. 

 

Irgendwann bekamen die ganzen Kinder ihre erste ganze Geige und die meisten kaufte diese meiner Geigenlehrerin ab, die offenbar aus ihrem Heimatland immer wieder alte Instrumente mitbrachte, aufarbeiten ließ und dann an Schüler verkaufte. Einmal während der Stunde sah ich da zwei Geigen liegen und habe die dann probegespielt. Meine Geige hörte sich mMn nicht sehr gut an, obwohl sie immer von meiner Lehrerin als "gute Geige" bezeichnet wurde (meine Einschätzung wurde später bestätigt 3). Mein Lieblingsinstrument wurde dann von einer anderen Schülerin weggeschnappt, ich kaufte dann aber mein Zweitlieblingsinstrument, eine sehr warme, "tiefe" (bratischige) Schustergeige. Allein schon ein 100 Jahre altes Instrument zu besitzen war mMn etwas Besonderes (die Geige von meiner Großtante war 70 Jahre alt, sah aber nicht so nach Antiquität aus).

 

Irgendwann zog ich in eine Altbau-WG und hatte ab da einen Knacks beim Üben weg. Ich konnte den Nachbarn durch die Wand reden hören und traute mich gar nicht mehr zu üben. 

Später hatte ich dann eine Phase, in der ich nicht mehr so viel Zeit hatte und mich extrem unter Druck setze, das aufgegebene Stück in der nächsten Stunde irgendwie zu können, so dass ich gar nichts mehr zustande brachte. Das war dann der Punkt, an dem ich mit dem Unterricht erst mal aufhörte. Ein Jahr spielte ich dann gar nicht mehr und fing dann alleine wieder an zu üben, diesmal in einer gut isolierten Wohnung. Das ging ein paar Jahre so weiter, bis ich eine Phase erreichte, in der ich sehr intensiv übte und mit einem Geigenbauer besprach, dass ich mir mal im Oktober ein Cello für einen Monat zum Probieren ausleihen könnte (einfach mal aus Neugier). Das war dann der Monat, in dem mein Bruder ins Krankenhaus kam und unerwartet nach 3 Wochen starb (als Erwachsener). Danach bestellte ich das Cello erst mal wieder ab und konnte über ein Jahr mein Instrument gar nicht mehr anfassen.   Als wir einigermaßen aus der Trauerphase raus waren, wurde bei meiner Mutter eine schwere Form von Krebs festgestellt und wie beleitetn sie bei der OP und Chemo bis zu ihrem Tod Anfang  2019. Unnötig zu sagen, dass es in dieser Zeit auch nichts mit Musizieren wurde. Fast direkt danach kam mein Vater ins Krankenhaus,  und wir verbrachten Mitte 2019 bis Ende 2019 in mehreren Krankenhäusern und Pflegeheimen bis zur ersten Beinamputation. Die zweite Beinamputation fand in letzer Minute ausgerechnet im April 2020, also während des Lockdowns, statt, so dass man keine Möglichkeit der Begleitung hatte. Danach gab es dann mehrere Aufs und Abs und tägliche Besuche von 2 Stunden im Pflegeheim. Also auch wieder keine Kapazitäten zum Musizieren.

 

Als der Novemberlockdown 2020 angekündigt wurde, hatten wir alles mehr oder weniger in trockenen Tüchern, eine Besuchsroutine entwickelt, mein Vater hatte sich im Pflegeheim gut eingelebt und ich dachte, joa, dann könnte ich den Lockdown ja mal zum Geigeüben nutzen. Also Schustergeige zum Geigenbauer gekarrt, wo mir gesagt wurde (ich wollte nur wissen, ob ich neue Saiten bräuchte), dass der Geigenhals sich gesenkt hätte und das ein Totalschaden wäre. Nach ein paar Tagen war ich dann beim nächsten Geigenbauer, der meinte, es würde zwar mehrere hundert Euro kosten, wäre aber machbar und ich könnte die Geige Anfang Dezember abholen.

Da war sie dann leider noch nicht ganz fertig, so dass ich erst im Februar die Möglichkeit zur Abholung bekam.

Ende Januar hatte sich aber rausgestellt, dass mein Vater fast nichts mehr aß und wir mussten täglich kommen und ihm in unseren zugewiesenen 2 Stunden pro Person möglichst 200 ml Energiegetränk einflößen (er trank das selbst, musste aber überredet werden). Im März ist er dann gestorben, kam ins Krankenhaus, nachdem er uns noch mal anrufen konnte und wurde dort ins künstliche Koma versetzt. Eine Nacht durften wir bei ihm bleiben, Hand halten und ein paar Lieder abspielen, die ihm etwas bedeutet hatten, und dann wurden wir angerufen, so dass wir noch eine Stunde vor seinem Tod ins Krankenhaus kommen konnten.

 

Unnötig zu sagen, dass danach das Musizieren auch erst mal wieder weit weg war, nicht nur der Tod meines Vaters (der vermutlich verzögert hätte werden können, wenn der Hausarzt, wie wir ihn baten, meinen Vater mal zum Facharzt geschickt hätte, da eine Lungenentzündung und verschleimter Lungenflügel nicht diagnostiziert worden war), sondern wir waren auch komplett aus unserer täglichen Trink-Motivations-Routine gerissen worden. Dazu kam natürlich noch die ganze Coronadiskussion.

 

So fing ich dann erst wieder im Juli diesen Jahres an zu üben und habe einfach mal spontan entschlossen, mir jetzt eine "gute" Geige zu gönnen. Ich finde es ausgesprochen motivierend, wenn ich beim Üben feststecke, einfach mal ein anderes Instrument zu spielen, das anders klingt, anders behandelt werden muss und meist dann einen anderen Blick auf die schwierige Stelle erlaubt (Nerd-Eigenheit, ich weiß). 

 

Beim Probespielen wurde mir dann klar, dass meine Schustergeige wohl eine der "bratschigsten" Geigen ist, die es gibt, eine "tiefere, wärmere" war nämlich gar nicht zu finden. 

Nächste Woche steht dann die Wahl an zwischen der "sanften, ruhigen" Geige und der "tiefen, rauen". 

 

Ich denke schon, dass ich das Hobby weiterführen werde, ich kam ja immer wieder darauf zurück, habe aber gelernt, dass ich wohl in Stressphasen eher nicht musizieren kann.

 

An Stücken hatte ich mich in die Bachpartiten 2 und 3 verbissen, nicht die ganzen Partiten, sondern Allemande und Gigue aus der 2. und die Menuette, Gavotte, Bourre und Gigue aus der dritten. Ich denke, das Präludium aus der 3. werde ich nicht mehr lernen, damit hatte ich mich in der Musikschule schon mal längere Zeit rumgeschlagen und irgendwie ist meine Hand dafür zu kurz oder mein Arm zu wenig flexibel. Ansonsten habe ich mir in einem Anfall von Wahn mal die Noten Barber und Meyer Violinkonzert gekauft - das ist dann auch mehr als Langzeitprojekt zu betrachten (und den dritten Satz vom Barberkonzert braucht mMn keiner...). Zusätzlich zu den Noten aus dem Geigenunterricht habe ich mir Noten für ein paar Miniaturen wie Kreisler Liebesleid/ Liebesfreud, Thaiis Meditation, Elgar Salut d'amour gekauft und mit denen bin ich weitgehend auch gut zurecht gekommen (außer Liebesfreud, da hapert es noch an den Akkorden). Bei Liebesleid konnte ich sehr, sehr gut heraushören, warum meine erste Geige, besonders auf der D-Saite, eine Gurke war... shades_smile

 

LG von

Fidi

Neuester Beitrag Schnufki284 Profilseite von Schnufki284, 14.10.2021, 16:33:57

Ach, du bist es Fidi, die mir letztens so viele Tipps gab. Wie ich sehe, wir haben ähnliche Vorlieben. Ich habe bereits einiges probiert: die Gigue von Bach, Kreislers Liebesfreud, Elgars Salut ...

An Meditation von Thaiis habe ich mich noch nicht gewagt, aber es gefällt mir. 

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg, und hoffentlich sind die vielen Dramen endgültig vorbei, damit du einen freien Kopf zum Spielen bekommst.

Grüsse

H.a.u.k.e. Profilseite von H.a.u.k.e., 12.10.2021, 18:58:54

 

Hallo zusammen. Mein Name ist Hauke, 54 J. alt, seit über dreißig Jahren spiele ich Geige. Sehr spät also angefangen und nie Unterricht genossen. Lange Jahre bin ich so mit meiner Folkband aufgetreten. Aber auch klassisches Terrain habe ich betreten, z. B. mit einem eigenen Stück für Streicher, Klavier und Querflöte. Hier habe ich dann allerdings die Bratsche übernommen. Daneben gehe ich aber auch gern Wellenreiten (in der Ostsee leider nur begrenzt möglich). Sport im Allgemeinen mag ich, aber keine Großveranstaltungen im TV oder live sehen. Fangehabe ist mir fremd. Garten ist ein schönes Mittel für Entspannung und gesunde Ernährung. Glückliche Hühner geben ihre leckeren Eier. Gerade habe ich den Bluegrass entdeckt und versuche, da etwas tiefer einzusteigen. Danke, dass ich hier sein darf. Hauke
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    Weihnachtskonzert aus einer Musikschule in Burkina Faso


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    Mit großem Einsatz hat die aus Lübeck stammende und in Detmold studierte Musikerin Maria Behrends eine Musikschule in Burkina Faso/ Afrika aufgebaut.

     

    Die Geigenbauwerkstatt Adam hat bereits  über 30 Geigen und Celli gespendet (siehe Bild oben). 

     

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