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Wieviel muss sollten die Kinder üben um spaeter an Musikhochschulen studieren zu können?

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Zugeordnete Kategorien: Geige üben - Literatur

beryll24 Profilseite von beryll24, 18.08.2016, 05:27:21
Wieviel muss sollten die Kinder üben um spaeter an Musikhochschulen studieren zu können?

 

 

zum Beispeil ,,,,wenn ein Kind beginnt Geige zu spielen mit 6.....(vorausgenommen das Kind is motivert)

 

ist es zu viel? oder ideal?  Ich moechte die Meinungen haben von besonderes denjenigen die an Musikhochschulen schon studiert haben oder gerade studieren.  Danke im Voraus!

 

6 Jahre alt : 1 Stunde pro Tag

 

7 Jahre alt : 1 Stunde pro Tag

 

8 Jahre alt : 1.5 Stunden pro Tag

 

9 Jahre alt : 2 Stunden pro Tag

 

10 Jahre alt : 2 Stunden pro Tag

 

11 Jahre alt : 2 Stundne pro Tag

 

12 Jahre alt : 2.5 Stunden pro Tag

 

13 Jahre alt : 2.5 Stunden pro Tag

14 Jahre alt : 3 Stunden pro Tag

15 Jahre alt : 3 Stunden pro Tag

16Jahre alt : 3 Stunden pro Tag

17 Jahre alt : 3 Stunden pro Tag

 

18 Jahre alt : 3 Stunden pro Tag

19 Jahre alt : 3 Stunden pro Tag

 

 



 

Neuester Beitrag Flitzebogen Profilseite von Flitzebogen, 23.08.2016, 17:27:23

Hallo,

das ist leider nicht pauschal zu beantworten. Ich habe eine begabte 12-jährige Schülerin, die nur wenig geübt hat, bevor sie letztes Jahr zu mir kam, aber dennoch Ambitionen hat, später zu studieren. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, obwohl sie für 12 nicht extrem weit ist. Aber wenn sie so ernsthaft weitermacht wie zuletzt, dann ist das nicht ausgeschlossen.

 

Ich selber habe ab 14 ca. 2 Stunden geübt, vorher eher 45 min. Trotzdem war ich auch vorher recht weit gekommen, da ich mit Unterstützung meiner Musikereltern immerhin sehr effektiv geübt habe.

Reine Zeitangaben sagen nichts über die Übequalität aus. Zwar sammelt man eine nicht zu unterschätzende Routine in dem , was man da so ausdauernd treibt, aber es ist durchaus möglich, stundenlang sinnlos zu üben oder sogar Fehler durch das ständige Wiederholen fest zu verankern.

 

Viele z.B. osteuropäische Musikerkollegen erzählen von der professionalisierten Ausbildung in ihren Heimatländern mit Spezialmusikschulen, viel Unterricht, ständigen Prüfungen etc.. Da werden Kinder von vornherein zu späteren Profis ausgebildet, die hier zum Teil einfach nicht durchgehalten hätten, weil hier alles viel freiwilliger konzipiert ist. Am Ende kann man dazu sagen: Diese Kollegen sind am Ende nicht bessere Geiger als die deutschen Kollegen, die es auf anderem Weg soweit gebracht haben. Große Stars sind sowieso weltweit immer eine Riesenausnahme. Ich spreche von den normalen Profis, die z.B. Orchestermusiker werden.

 

Wenn du jedenfalls ein 6-jähriges Kind vor dir hast und mit ihm soviel täglich übst wie du beschrieben hast, dann sollte es wahrscheinlich möglich sein, dass es bei mittlerer Begabung weit genug kommt. Denn letztendlich ist alles ja auch irgendwo erlernbares Handwerk - falls es gut beigebracht wird!!

 

Aber mit dieser Grundeinstellung ist ein Kind hierzulande eher in einer zweifelhaften Sonderstellung. Wie gesagt, hier kommt man auch mit weniger frühem Aufwand so weit, wenn später genug und intelligent aus eigenem Antrieb geübt wird. Man kann es freiheitlich nennen, man kann aber auch sagen, dass eher mittelmäßig Begabte und anfangs nur mittelmäßig Interessierte durch diese Freiheit hier wenig Chancen haben, sehr weit zu kommen. Während die in Osteuropa trotzdem zu Profis herangzüchtet werden, wählen sie hier eher einen anderen Beruf.

 

Das Ergebnis ist, dass das deutsche System eher wenig förderlich ist, viele Profis  hervorzubringen, dass diejenigen, die es dann schaffen, es jedoch aus eigener Motivation heraus getan haben.

 

Ein Problem ist leider häufig schlechter Unterricht, der manchmal geradezu verhindert, dass begabte Schüler gut werden. Bei einem 6-Jährigen würde ich allerallergrößten Wert auf einen guten Lehrer legen und das Kind zum Unterricht begleiten und mit ihm zu Hause üben. Kinder in dem Alter haben nicht den Überblick, dass sie schon alleine mit dem Üben zurecht kommen. Sie können Fehler noch nicht einordnen und sind frustriert, wenn etwas nicht klappt, weil sie einfach nicht wissen, wie sie es besser üben sollen. Das führt dann dazu, dass sie schnell über alles hinweg spielen oder gar keine Lust mehr haben. Das wirkt dann übefaul und ist eigentlich nur hilflos.

 

Ab ca. 12-14 Jahren jedoch sind deine Zeitangaben sicher in etwa zutreffend. Denn die Stücke sind länger, und wenn man alleine schon die Tonleitern und sonstige Technik richtig anspruchsvoll übt, dann vergeht damit schon mind. eine halbe bis eine Stunde. Da braucht es dann eben auch eine gewisse körperliche Spielroutine, die man nicht durch Intelligenz ersetzen kann.

 

LG, Flitzebogen

 

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