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Schließung MHS Trossingen und Mannheim

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Basskind Profilseite von Basskind, 18.08.2013, 09:27:43
Schließung MHS Trossingen und Mannheim

Hallo!

Außerhalb Baden-Württembergs vielleicht nicht so bekannt, aber unsere Grün(?)-Rote(?) Landesregierung möchte zwei unserer fünf Musikhochschulen schließen, b.z.w. auf Raten sterben lassen. Betroffen sind davon Trossingen und Mannheim; Karlsruhe, Stuttgart und Freiburg sollen bestehen bleiben.

Und dies, obwohl der Landesrechnungshof den MHS ein vorbildliches Finanzmanagement bescheinigt hat.

Ich halte dies für einen Kultur- und Bildungsskandal erster Ordnung - man lese dazu mal die Wahllügen der betreffenden Parteien zur Bundestagswahl...

Hierzu noch einige Links:

http://www.muho-mannheim.de/

http://www.petitionen24.com/rettet_die_musikhochschulen

http://www.mh-trossingen.de/

http://www.rettet-die-musikhochschule.de/

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-musikhochschulen-in-ihren-regionen

Grüße

Thomas

Geige Profilseite von Geige, 20.08.2013, 09:21:55

Resultiert das nicht aus den Schließungen diverser Orchester?  Das Ausbildungsangebot darf ja nicht das Stellenangebot übersteigen und wieviele Stellen werden heutzutage in Orchestern nicht mehr besetzt? Da beginnt meiner Meinung nach das kulturelle Dilemma. 

Basskind Profilseite von Basskind, 20.08.2013, 10:27:44

Hallo Christian!

Natürlich stimmt es, daß auf breitester Front im Bereich der Kunst/Kultur radikal gespart wird - es sei denn, jemand möchte sich gerade wieder mal als Bauherr in Großprojekten wie der Elbphilharmonie ein Denkmal setzen.

Hinter eine "bedarfsgerechte Ausbildungsquantität" möchte ich jedoch ein Fragezeichen setzen. Art. 12 GG garantiert die freie Wahl der Ausbildungsstätte und des Berufs. Daß eine Berufsausbildung ein Garant für eine erfolgreiche berufliche Zukunft ist, das kann niemand garantieren, es gibt auch Apotheker und Ärzte die in die Insolvenz gehen müssen und es gibt z.B. bei den Geisteswissenschaften an den Unis so einige Fächer die man unter finanziellen Aspekten gewaltig ausdünnen oder abschaffen müßte. Oder Geologie: Da beträgt der Anteil von Absolventen die in der Freien Wirtschaft unterkommen mal gerade 0,5%. Arbeitslose Geigenbauer gibt es wohl auch.

Natürlich kann man sich darüber streiten, ob man in der BRD 24 MHS benötigt, davon alleine fünf in Baden-Württemberg. In Zeiten zunehmend reduzierter Kultuförderungen und - auch das sei erwähnt - einem immer kleiner werdenden Anteil deutscher Studenten - weil die anderen einfach besser sind. Eine Konzentration der Standorte wäre im einen oder anderen Fall sicherlich angebracht.

Nun ist das was Ministerin Therisa Bauer von den Grünen, zuständig für Wissenschaft, Forschung und Kunst, plant nichts weiter als ein hirnloser Kahlschlag. War anfangs noch von einer Reduktion der Studienplätze um 300 nebst Dozenten- und Verwaltungsstellen die Rede, so kam dieser Tage eine andere Zahl über ihre Lippen: 540...

Und, ganz wichtig: Wäre wirklich eine marktregulierende Reduzierung der Ausbildungsstellen für Orchestermusiker angestrebt, so sind ausgerechnet Mannheim und Trossingen wohl die ungeeingnetsten Kandidaten in ganz Deutschland hierfür: Der Schwerpunkt in Mannheim liegt in den Bereichen Pop/Rock/Jazz, in Trossingen im Bereich Alte Musik. Nicht gerade die klassichen Kandidaten für Orchesterstellen. Ob Frau Theresia Bauer das weiß?

Grüße

Thomas

 

Bea Profilseite von Bea, 20.08.2013, 16:05:25

Naja der Vergleich mit der Ausbildungsfreiheit hinkt, denn die Ausbildung eines Instrumentalmusikers ist wesentlich teurer als die des 267. Ingenieurstudenten, der allenfalls in mündlichen Prüfungen und bei Abgabetestaten seinen Professor allein zu sehen bekommt.

Und wenn heimische Musikhochschulen eben meinen wegen ihres Renommees, lieber die besten für den Weltmarkt auf Kosten deutscher Steuerzahler ausbilden zu müssen, anstelle lieber ein paar Plätze für begabte Nicht-Europäer (EU Mitglieder haben natürlich die vertragliche Wahlfreiheit innerhalb der EU) zu reservieren, ansonsten aber an EU-Leute die Studienplätze zu vergeben--- Ein anderer Fall wäre ein Privatinstitut wie das berühmte in New York, die können sich gegen Cash natürlich ihre Studenten weltweit aussuchen, weil niemandem verpflichtet.

 

Neuester Beitrag Anita Profilseite von Anita, 22.08.2013, 12:46:52

Also was gerade hier in Mannheim abgeht, ist schlichtweg ohne Worte.

Wo, bitte schön, werden nur so viele Studenten genommen, wie man hinterher auch braucht? Es werden immer mehr ausgebildet, damit man auch nach dem Studium die Wahl hat und nicht nur davor. Gerade Mannheim hat mit dem gesamten Rhein-Neckar-Raum doch sehr viel Kulur zu bieten. Als 3-Länder-Ecke (eben der 3 Bundesländer die sich hier treffen) gibt es ein sehr großes musiklisches Einzugsgebiet. Da hängen auch so Institutionen, wie "Amade" dran, das Bindeglied zwischen Musikschule und Hochschule, das begabten Nachwuchsmusikern hierzulande den Weg zum Studium erleichtern soll.

Ich halte die einseitge Kürzung für unverantwortlich und wir haben alle uns an der Petition beteiligt und diese auch weiterverteilt. Das darf nicht passieren! Dieser Kahlschlag ließe sich nicht mehr rückgängig machen.

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