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Anfängerfrage: Hand "schieben" in der 1. Lage

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Elli239 Profilseite von Elli239, 31.10.2023, 18:36:01
Anfängerfrage: Hand "schieben" in der 1. Lage

Hallo,

 

ich kann meinen Lehrer gerade nicht fragen, weil ich erst in 2 Wochen wieder Unterricht habe, deswegen frage ich hier. Ich bin Anfängerin, und mir ist jetzt beim Üben aufgefallen, dass ich auch in der ersten Lage schon die Hand verschieben muss, um "sauber" greifen zu können. Ich hatte es aber so verstanden, dass die Hand eigentlich, wenn man nur erste Lage spielt, an der Stelle bleibt, wo sie ist, und sich nur die Finger bewegen.

 

Frage: Ist das normal, dass man auch in der ersten Lage die Hand verschiebt? Oder ist vielleicht die Geige zu groß (4/4-Geige bei 59cm Armlänge; Leihinstrument)? Oder ist die Größe okay, und ich muss daran arbeiten, die Finger weiter auseinander platzieren zu können, ohne die Hand zu verschieben?

 

Anfängerin klingt natürlich erstmal nach schlechter linker Hand, aber ich bin Linkshänderin, habe also eine starke linke Hand und spiele zudem schon sehr lange Klavier, wodurch ich eigentlich auch eine gute "Spannweite" der Finger habe.

 

Liebe Grüße :)

Bavarica Profilseite von Bavarica, 01.11.2023, 10:35:27

Hallo Elli,

 

es stimmt, die Hand sollte innerhalb einer Lage stabil sein. Vielleicht fehlt dir tatsächlich die Flexibilität der Finger (das ist in der Geigenhaltung schon anders als beim Klavier, besonders, wenn man die unteren Finger liegen lässt). Vielleicht ist die ganze Hand einfach noch zu fest, der Daumen klammert vielleicht o.ä.

Was mir grundsätzlich dazu einfällt, ist, dass die linke Hand auch gut ausbalanciert sein sollte, und zwar mit Schwerpunkt über dem 2./3. Finger. Hat man den Schwerpunkt der Hand auf dem 1. Finger, muss dann den 4. Finger unnötig weit strecken und kommt dann zu tief raus. Gerade bei noch fehlender Flexibilität und eher kleinen Händen kann das zu zusätzlicher "Festigkeit" und dann schlechter Intonation führen. Bei einer entspannt über dem 2./3. Finger ausbalancierten Hand tun sich die einzelnen Finger leichter und der Rahmen der Hand sowie die Intonation ist stabiler (was ich meine, hat TwoSet gut erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=jUe091ljKZM, ab 15:19).

Vielleicht hilft Dir das ja, bis Du wieder Unterricht hast. Dein Lehrer wird sicher schnell sehen, wo das Problem liegt und wie Du daran arbeiten kannst.

 

Gruß,

Bavarica

Elli239 Profilseite von Elli239, 01.11.2023, 11:23:57
Ganz lieben Dank! Da hab ich doch schonmal einen Ansatz, woran ich bis zum nächsten Unterricht arbeiten kann.
Liebe Grüße :)
Beitrag nicht älter als 48 Stunden Neuester Beitrag OldFiddler Profilseite von OldFiddler, 17.07.2024, 20:13:49

Ich bin auch Anfänger und habe auch von Tag 1 an versucht die Intonation durch Schieben zu korrigieren. 

 

Ich denke man sollte das beim Üben der Intonation nicht machen. Ziel ist ja die Position sofort zu treffen und stabil zu halten bevor man den Ton spielt. Ich finde es auch schrecklich, aber man muß beim Üben anfangs die "schrägen" Töne aushalten. 

 

Es ist am Anfang sehr schwer die Finger in Position zu halten und bei Bedarf nur runter zu tappen (wie ein Hämmerchen) ich kann das das auch noch nicht richtig. Ganz übel wirds wenn ich versuche den 4. Finger zu benutzen. Stell dir das wie beim Klavier vor, du hälst die Finger wenig über den Tasten (Auflegen geht bei der Geige ja nicht) und versuchst nur soviel die Finger zu bewegen wie nötig.

 

Du solltest auch auf den Daumen achten. Der sollte nie das Griffbrett seitlich quetschen nur von halb unten stützen oder führen. Das fällt mir auch noch schwer. Wenn du längere Strecken schieben kannst geht das eigentlich nur wenn der Daumen locker ist.

 

Nochmal, ich bin auch Anfänger und das ist was ich persönlich derzeit spüre und darüber denke.

 

Meine Geigenlehrerin sagt dazu gar nichts außer "Machen, Üben, Spielen". Ich suche dazu auch noch nach mehr input, aber das was ich bisher gefunden habe ist zu vage als daß ich es guten Gewissens hier schreiben könnte. Ich suche z.B. nach so etwas wie einem fühlbaren "Ankerpunkt" oder "Referenzpunkt" um die gesamte Position daran auszurichten. Ich habe es mit dem 3. Finger auf dem "ringing point" versucht. Das ist aber wohl ein fortgeschrittenes Konzept. Ich kann den Ton zwar hören aber den zu treffen ist eher noch schwieriger. Auf einer schlechten Geige hört man ihn vermutlich auch weniger gut.

 

Die Sache mit dem Balacieren habe ich auch gefunden, verstehe die Idee aber noch nicht so recht.

 

In meinem Lehrbuch steht auch, daß man nach viel Üben die Punkte irgendwann gut trifft. Ich weiß auch nicht wie lange das dauert. Aber ich merke trotz meines Alters zumindest daß die Beweglichkeit ganz langsam zunimmt. Ich gebe zu ich bin da auch ungeduldig. Aber man kann es nicht erzwingen. 

 

 

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