Herzlich Willkommen im Geigen-Forum

Wie trennt man Saiten- und Instrument-Klang <

Meine erste Violine

> Geigenmikrofon AKG C 411

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Instrumentenkunde

Violinenanfaenger123 Profilseite von Violinenanfaenger123, 20.08.2017, 19:41:49
Meine erste Violine

Guten Abend,

 

ich spiele aktuell mit dem Gedanken mir eine Violine zuzulegen.

Ich möchte die Violine vorwiegend zu hause benutzen, und das Violinenspiel erst einmal antesten.

Ich habe sehr oft gelesen, dass Anfängerviolinen bei ca. 400 Euro anfangen, was jedoch den aktuellen finanziellen Rahmen deutlich sprengt.

Da ich mir keine Violine leihen möchte, habe ich mich nach einer günstigen Alternative umgeschaut:

 

https://www.musik-steinbach.de/Streichin ... ndgearbeitet.html#.WZhv-sZCSUk

 

https://www.musik-steinbach.de/Streichin ... ndgearbeitet.html#.WZhviMZCSUk

 

Sie soll lediglich dazu dienen, um das Geigenspiel anzutesten und die Töne ansatzweise wiedergeben.

Nicht, dass diese komplett daneben klingen :S

Falls ich das Interesse daran nicht verliere, kann man sich zu späterem Zeitpunkt eine höherwertige Violine zulegen.

Deswegen die Frage, ob jemand schon mal Erfahrungen mit der Marke Steinbach gemacht hat, und diese empfehlen kann, denn laut der zahlreichen positiven Rezensionen bin ich aktuell hin und her gerissen.

 

Vielen Dank für Eure Antworten :-)

Aranton Profilseite von Aranton, 20.08.2017, 22:50:57

In diesem Fall würde ich auf Kundenbewertungen nicht sonderlich viel geben. Die Klientel, die "Geigen" dieser Preisklasse kauft, verfügt in der Regel nicht über Erfahrungen mit höherwertigen Instrumenten, sodass die Fähigkeit zu einer objektiven Bewertung kaum gegeben ist. Und wenn man die bei den Bewertungen stehenden Kommentare liest, bestätigt sich der Eindruck; da wird empfohlen, die Saiten "nicht zu stark zu spannen" - was keinen Sinn ergibt, weil man da, wenn man die richtigen Tonhöhen haben will, keine Wahl hat, was bedeutet: Da hat jemand nicht wirklich Ahnung vom Geigespielen. In einer anderen Bewertung wird der Tipp gegeben, die Geige nicht selbst zu stimmen, weil die Saiten zu empfindlich sind - eine Geige, die man nicht selbst stimmen kann, ist wie ein Auto, das man ohne Mechaniker nicht anlassen kann; dass die Geige trotz dieser Beschreibung fünf Sterne bekommen hat, bedeutet: Da hat jemand Schrott in der Hand und nicht die Fähigkeit, das zu erkennen.

Auch zum bloßen Antesten sollte eine Geige eine gewisse Mindestqualität mitbringen, schon weil sich die Qualität der Geige sehr auf die Erfahrung, die man mit ihr macht auswirkt. Aus einer minderwertigen Geige schöne Töne herauszuholen, ist - gerade für Anfänger und Leute die das Geigenspiel "mal antesten" wollen - sehr viel schwieriger als bei einer höherwertigen Geige. Und bei einem Geigenset das siebzig oder achtzig Euro kostet, bekommt man zwar geigenförmige Holzkästen mit Saiten drauf, aber kein ernst zu nehmendes Musikinstrument. Um solche Preise zu realisieren, muss an allen Ecken und Enden gespart werden; beim Personal, das in einem Billiglohnland sitzt und vermutlich kaum qualifiziert ist und beim Material - bei dem Preis kann z.B. kein gut abgelagertes Tonholz verwendet worden sein und über die Bögen denke ich anbetracht der Tatsache, dass das die Bäume, von denen das Brasilholz stammt, aus dem sie angeblich gemacht sind, als bedrohte Art gelten, lieber gar nicht nach.

Ich weiß, Du willst kein Instrument leihen, aber zum Antesten des Geigenspiel wäre das eindeutig der bessere Weg. Es gibt das Modell des "Mietkaufs". Da wird ein Musikinstrument gemietet und es gibt die Option, es nach einer gewissen Zeit zu kaufen, wobei bereits gezahlte Mieten auf den Kaufpreis angerechnet werden. Meiner Ansicht nach ist das das zum Antesten ideale Modell. Die vermieteten Instrumente sind bei den meisten Anbietern deutlich besser als die siebzig-bis-achtzig-Euro-Sets, die Du ins Auge gefasst hast und wenn Du nach ein, zwei Monaten zu dem Schluss kommst, dass das Geigen doch nichts für Dich ist, kostet es Dich deutlich weniger. Und wenn Du dabei bleibst, hast Du kein Geld für ein minderwertiges "Antest-Instrument" rausgeschmissen, sondern die Mieten in ein Finanzierungsmodell investiert.

Bavarica Profilseite von Bavarica, 21.08.2017, 10:10:54

Ich schließe mich Aranton uneingeschränkt an. Solche Billig-Chinaware ist eigentlich ein Garant dafür, das Interesse am Geigelernen schnell zu töten, denn selbst erfahrene Spieler haben Mühe, solchen violin-shaped objects ansprechende Töne zu entlocken. Ist ja kein Wunder, denn für 69, 80 Euro kann man schlicht kein brauchbares Musikinstrument erwarten. Dass für die Billigbögen, die sich meines Wissens nicht einmal anständig neubehaaren lassen, Tropenhölzer verschwendet werden, tut mir echt in der Seele weh.

Gerade weil Du wenig Geld hast, solltest Du es nicht für ein solches Produkt ausgeben, denn gerade hier gilt: Wer billig kauft, kauft doppelt: Da sind also den Bewertungen nach schon beim ersten Stimmen die Billigsaiten gerissen. Was folgt daraus? Neue Saiten müssen her, aber, o weh, die Wirbel halten nicht, weil sie nicht eingepasst sind (würde die Billiggeige teurer machen) und nicht aus abgelagertem Holz (wahrscheinlich eher Plastik) sind (würde die Billiggeige teurer machen). Gang zum Geigenbauer, der wahrscheinlich feststellt, dass der Steg nicht richtig angepasst ist (würde die Billiggeige teurer machen) und die Saitenlage nicht stimmt usw. Das denke ich mir leider nicht aus, das kann man auch hier im Forum immer wieder lesen und wird von amazon-Rezensionen zu solchen Billig-"Geigen" (mein Beispiel zufällig auch Steinbach) bestätigt: laut Lehrer völlig unspielbar, geliefert mit gerissenen Saiten, Wirbel halten nicht, völlig unstimmbar usw.

Das soll nicht überheblich klingen, ich hab seinerzeit auch nicht auf einer Meistergeige angefangen, aber mit so etwas verbrennst Du Dein Geld und Frust ist vorprogrammiert. Mein Rat: Entweder Du sparst noch etwas auf eine gute Schülergeige oder mietest.

 

Violinenanfaenger123 Profilseite von Violinenanfaenger123, 21.08.2017, 16:25:37

Vielen Dank für die schnellen Anworten und ehrlichen Worte.

Ich habe mich mit dem Gedanken eine Violine unter 100 Euro zu ergattern abgefreundet, und hoffe , dass ich eine ordentliche Violine zum Mietkaufen finde :-)

 

Rein interessehalber würde ich gerne wissen, welches Budget ich einplanen müsste, falls ich eine Violine  vom Geigenbauer tatsächlich erwerbem wollen würde.

"Mein Rat: Entweder Du sparst noch etwas auf eine gute Schülergeige oder mietest."

 

Vielen Dank!

Aranton Profilseite von Aranton, 21.08.2017, 19:30:21

Die 400€, von denen Du gehört hast, sind ein guter Richtwert für Einstiegsinstrumente, aber die Preisklasse hat nicht jeder Geigenbauer im Sortiment. Da gibt recht unterschiedliche Geschäftsphilosophien, sodass Du nicht drum herum kommst, selbst heraus zu finden, welche Angebote es Deiner Region gibt. Man muss klar sagen: Auch im "um die 400€"-Preissegment hat man es mit Fabrikware zu tun und damit geben sich nicht alle Geigenbauer ab, der weniger spezialisierte Musikalienhandel dagegen schon. Wenn Du also bei Geigenbauern keine für Dich finanzierbaren Angebote findest, könntest Du es da versuchen. Außerdem gibt es online Händler im Internet, die auch Mietkauf anbieten (Ich weiß nicht, ob ich hier verlinken darf, aber die eine Suchmaschine Deines Vertrauens hilft Dir vermutlich ohnehin besser als ich). Mir persönlich ist das zwar unympathisch, aber wenn Du vor Ort keine brauchbaren Angebote findest, wäre das noch eine Möglichkeit.

Neuester Beitrag think Profilseite von think, 22.08.2017, 18:14:55

... An Miete kann man so in etwa 15 - 30 Euro monatlich einplanen, so war es zum Anfang jedenfalls bei mir. Wenn man also ein Instrument ausprobieren möchte, dann ist das wirklich der günstigste und einfachste Weg. Bei einem Mietkauf zahlt man evtl. etwas mehr im Monat, das weiß ich allerdings nicht.

 

Ich hatte auch erst eine Chinageige im Set. Das war, gelinde gesagt, ein GAAAAANZ böser Fehler. Als ich das erkannt habe, bin ich schnell zum Geigenbauer, habe mich beraten lassen (nur keine Angst - man wird nicht gefressen nur weil man Anfänger ist) und habe eine Geige mit Bogen und Koffer gemietet (Mietpreis pro Monat: 28 €, Wert der Geige (wahrscheinlich Versicherungswert): 1500 €, Bogen: etwa 300 €, Koffer weiß ich nicht mehr). Der Geigenunterricht und das Spielen waren dann um Längen besser. Später habe ich mir dann eine andere Geige und einen anderen Bogen gekauft, die noch etwas besser waren. Das war aber erst nach einer längeren Zeit, als ich wusste, worauf ich achten muss und langsam meinem Gehör vertrauen konnte. Vorher weiß man absolut nicht, was man brauch oder mag.

 

Mein Rat: Erst einmal eine Geige mit Bogen und Koffer mieten und etwa ein halbes Jahr das Ganze ausprobieren. Danach kann man über alles andere nachdenken. Und wenn man sich dann doch anders entscheidet, hat man nicht so viel Geld in den Sand gesetzt. Weiterer Vorteil: Der Geigenbauer kümmert sich um Wartung und Pflege der Mietinstrumente, die meistens richtig gut und optimal eingestellt sind etc.

 

Ich hatte selbst noch zusätzlich eine Instrumentenversicherung abgeschlossen, für den Fall, dass dem Instrument etwas passiert.

Die Tochter einer Bekannten hat mal unfreiwillig ihre Mietgeige verschönert, indem sie pinken Glitzer darauf verteilt hat, da sie vorher mit Glitzerkleber hantiert hatte, der zum Teil noch an den Fingern klebte. Der Geigenbauer hat es gelassen genommen, alles entfernt, den Lack gerettet und gut war es. Da musste noch nicht einmal die Versicherung einspringen. Er fand es nur nervig, dass noch Tage später pinker Glitzer irgendwo auftauchte ^^ Das soll jetzt kein Beispiel dafür sein, dass man sorglos mit Mietinstrumenten umgehen kann, aber man muss auch keine Angst davor haben ^^

Wie trennt man Saiten- und Instrument-Klang <Zurück zur Liste> Geigenmikrofon AKG C 411

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Log In

Diese User sind gerade online: