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elektrischer Klangverbesserer - sinnvoll?

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Bea Profilseite von Bea, 02.12.2011, 17:56:40
elektrischer Klangverbesserer - sinnvoll?

Gerade habe ich ein für mich neues Produkt entdeckt: den Klangverbesserer:

 

Quelle:http://www.geige24.com/shop/artikel-group--seite-1-id-3482-a-Zubehoer_Geigenzubehoer_Tonabnehmer___Verstaerker_GEWA_Klangverbesserer_awakener_.html

Hat jemand soetwas schon mal benutzt und ist von dem Ergebnis überzeugt?

Geige Profilseite von Geige, 02.12.2011, 20:26:35

 Erst einmal macht dieses Teil auf mich den Eindruck vergleichbar der Werbung "Speck weg auf dem Sofa". Dort werden den Probanden Dioden auf den Bauch geklebt und mit leichter Stromstimmulierung entwickelt sich die Wampe dann zum Waschbrettbauch...einfach so!

Ob ein eingeklemmter, stromdurchfluteter Steg eine unausgeschlafene Geige nach einem langen Flug (angegeben ist in der Beschreibung: nach längeren Flugreisen empfohlen) in Höchstform bringt, halte ich (ohne es getestet zu haben) für Humbug. Am kommenden Montag hat sich ein GEWA Vertreter bei mir angemeldet. Mal sehen, was der dazu sagt....

 

Leutarius Profilseite von Leutarius, 02.12.2011, 20:42:42

Dieses System wurde vor über 40 Jahren von einem deutschen Professor entwickelt und patentiert. Das Patent ist 1999 abgelaufen, seither kann jeder Geräte zur Instrumenten-Entdämpfung bauen und verkaufen. 
 

Ich kenne ein paar Instrumentenbauer, die diese Geräte weiterverschenkt haben, andere finden sie nützlich, aber in einem sind sich alle einig: Einspielen mit dem Bogen ist viel effektiver!
 

Nützt's nix, so schadet's auch nix....  dafür ist es aber teuer.  

Bea Profilseite von Bea, 03.12.2011, 15:53:45

  Den Vergleich mit Speck weg auf'n Sofa finde ich ja gelungen!

 

Interessant, dass es eigentlich schon ein alter Hut ist. Aber das handwerkliche Einspielen mit Bogen ist wahrscheinlich schon deswegen effektiver, da ja der Tonumfang plus Schattierungen durch verschiedene Techniken auf die Geige einwirken, die Apparatur oben aber anscheinend nur bestimmte Frequenzen. Obwohl technisch schon einiges möglich wäre ... warte gespannt auf den Auftritt vom GEWA-Mann, was er zu sagen hat .

Geige Profilseite von Geige, 08.12.2011, 07:13:49

Gewa bestätigte mir Leutarius Aussage.

Übrigens, der jetzige Leiter der Geigenbauschule in Mittenwald (er war ehem. Gewa Mitarbeiter) hatte den Vorschlag unterbreitet, dieses Gerät in das Programm aufzunehmen.

Die in der Werbung stehende Aussage mit den längeren Flugreisen finde ich schon merkwürdig - aber vielleicht bringt es ansonsten tatsächlich etwas. 

Uwe Profilseite von Uwe, 10.12.2011, 07:04:36

Im Bassistenforum GEBA-Online wird dieses Thema "Vibrationsentdämpfung" schon seit Jahren intensiv diskutiert, man kann die Diskussions-Threads mit der Suchmaschine gut finden. Der Erfinder dieses Verfahrens, Professor Gerhard A. von Reumont, hatte es im Bereich der Werkstofftechnik entwickelt und dann auf Muskinstrumente erweitert. Ich habe mir das Buch, in dem er die Vibrationsentdämpfung beschreibt, gekauft und gelesen. Aus meiner (Ingenieurs-)sicht ein durch und durch seriöses Verfahren. Leider habe ich dies Buch offensichtlich z.Zt. verliehen, kann also nur aus dem Gedächtnis sprechen.

Bei der Violine wird der originale Steg für die Dauer der Klangoptimierung durch einen speziellen Steg ersetzt, der leichte mechanische Schwingungen in das Instrument einleitet. Amplitude und Frequenz sind einstellbar. Die Vibrationsquelle ist ein kleiner Elektromotor mit einstellbarer Drehzahl und einstellbarer Unwucht. Über die Messung des Motrorstroms kann man den Fortschritt der Entdämpfung  verfolgen. Nach mehreren Tagen Anregung mit verschiedenen Frequenzen ist die Behandlung beendet.

Viele der Nachfolger haben das von Professor Reumont beschriebene Vorgehen vereinfacht, indem sie das Instrument mit nur noch einer Frequenz beaufschlagen. Die Geräte sehen oft aus wie Aquarienpunpen und funktionieren wohl auch so. Aus den 50 Hz, die das Stromnetz bietet, wird eine Anregung von 100 Hz. Eine Rückmeldung über die Antwort des Instruments ist mit solch einem Blindflugverfahren nicht mehr möglich. Ich bin der Meinung, daß so ein Simpelverfahren deutlich schlechter ist als das von Professor Gerhard A. von Reumont entwickelte.

Das originale Verfahren kann man heute sicherlich auch auf andere Weise vollelektronisch mit adaptiven Regelkreisen realiseren, Dieser Aufwand ist m.E. notwendig, um die Reaktion des Instruments zu verfolgen.

Gruß, Uwe

Geige Profilseite von Geige, 11.12.2011, 10:23:16

 Das hört sich doch intersessant an.

Z.B. wenn Instrumente durch Stimmstockstellen klanglich neu einjustiert werden, erlebt man immer wieder, dass sich der Klang nach ein paar Tagen zum etwas dumpferen hin verändert. Ob diese Einschwingungsphase sich durch ein solches Gerät verändert?

Ich werde das mit dem Awakener Klangverbesserer wohl wirklich einmal probieren und sehen, ob die Theorie sich in der Praxis bewahrheitet. Welche Frequenzbereiche hier angeregt werden, ist in der Beschreibung nicht ersichtlich.

Harald Profilseite von Harald, 11.12.2011, 13:26:49

Das Prinzipt ist klar: Die Decke mürbe machen. Aber das Problemchen mit dem Stimmstock ist wohl eher, dass sich die Druckstelle verändert und  Decke und Boden sich an die veränderten Verhältnisse anpassen. Das bracht etwas Zeit. Das ganze hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Mir leuchtet noch nicht ein, warum sich der Klang nach ein paar Tagen zum "dumpferen" entwickelt. 

Geige Profilseite von Geige, 12.12.2011, 08:13:04

 Mürbe machen klingt nach Zerrüttung. Das ist es bestimmt nicht

Das nach einem erneuten Stimmstockstellen Decke und Boden sich an die veränderten Verhältnisse erst anpassen müssen sehe ich auch so. Das lässt eine Klangeinstellung mitunter etwas aufwändiger werden....möglicherweise "setzen" sich die neuen Spannungsverhältnisse erst. Hier reagieren nach meinen Erfahrungen die Instrumente jedoch unterschiedlich sensibel.

awakener Profilseite von awakener, 03.10.2021, 09:17:28

Hallo allerseits.

 

als Erfinder dieses Gerätes möchte ich gern einige Worte zu den verschiedenen Beiträgen sagen.
Es ist richtig dass Prof. Reumont zur "Vibrationsentdämpfung" wesentliche Vorarbeiten geleistet hat und Patente inne hatte. Wie dem auch sei: ich kannte ihn nicht und hatte noch nie etwas von ihm gehört.

Als ich 5 Jahre alt war, fing ich mit der Geige an. Später, so als ca. 14 Jahre alter Teenager, erfand ich als erstes den ersten magnetischen Stifthalter für Musiker. penclip.de  Ich vermute, einige von Ihnen kennen den. Inzwischen gibt es eine Menge Nachahmer.
in den 90er Jahren wollte dann ein Freund meines Vaters auswandern. Er war leidenschaftlicher Geigensammler. 94 Geigen. Den Zoll wollte er nicht zahlen, also bekam mein Vater (und ich) die Aufgabe, die Sammlung zu verkaufen.
Im Zuge der Überlegungen, was man mit so vielen Geigen machen könnte und warum sie nicht so schön klingen wie andere, kam mir irgendwann die Idee, ob ich nicht vielleicht irgendwie das häufige, regelmäßige Bespielen der Geige irgendwie simulieren könnte und das hinlänglich bekannte Phänomen "bespielte Geigen kleingen besser als nicht bespielte Geigen" nutzen könnte.

Mein Gedanke war: Der Bogen streicht (und "hakt in Mikroschritten) über die Saiten. DIe Saite gerät in Schwingung. eine runde, unregelmäßige Schwimgung, unterschiedlich durch Druck und Geschwindigkeit und Colophonium, Anzahlder Bogenhaare etc). DIe Schwingung überträgt sich auf den Steg, dann auf die Decke, dnn auf den Stimmstock und den Boden.

Ohne die genauen Kenntnisse der eigentlichen Hintergründe WIE WARUM WAS funktioniert, baute ich mir eine kleien Stahlklemme mit einem 12V Motor drauf und klemmte als Unwucht eine Bowedezugbremse vom Fahrrad an die Achse und liess den Motor auf einer der Geigen laufen.

In kleinen Schritte verbesserte ich die Technik auf immer kleinere Versionen, nutze zB einen schwarzen Holzdämpfer als Motorträger. Als Motor besorgte ich mir aus Japan kleine Motoren aus Mobiltelefonen.

 

Irgendwann hatte ich dann eine Version, mit der ich zufreiden war und wir machten an der HdK in Berlin einen Test mit einigen Studenten, meinen Bekannten. Wir nahmen uns 10 Geigen, spielten sie, versuchte uns einzuprägen, wie sie klangen und liessen den awakener für einige Tage in einem geschlossenen Raum laufen. Dann spielten wir die Geigen wieder und stellten fest, dass sei besser klangen.
Also nahm ich meinen Mut zusammen und investierte Geld in den Bau dieser Geräte. Dann bot ich sie einem deutschen Grosshändler an und fand in dem Produktmanager einen begeisteren Abnehmer für penclip und awakener.

Wieauchimmer, wollte dieser Produktmanager nicht "irgendeinen Sch..." verkaufen, sondern wollte das Gerät erst einmal testen lassen. Also gaben wir es in seiner Nähe zu einem Institut für Instrumentebau. Da es ein inoffizieller Test war ohne Bezahlung (durch sein "Vitamin B"), durften wir die Ergebnisse nicht benutzen, um damit Werbung zu machen.

Der Test lief so ab: es wurden zwei baugleiche frische neue Geigen genommen, frisch aus der Fertigung.

Beide wurden zur Probe gespielt unter Aufsicht und das Klangspektrum ausgemessen.
Danach wurde die eine an den awakener angeschlossen und beide jeden Tag erneut gemessen und gespielt unter Aufsicht und fachkundigen Zuhörern.

Resultat war ungefähr so.

Die beiden klangen erwartungsgemäß zu Beginn relativ gleich.

Nach dem ersten Tag mit dem awakener war die Geige mit dem awakener deutlich schlechter im Klang.

Am zweiten Tag waren sie wieder gleich.

Ab dem dritten Tag war die Geige mit awakener detulich besser und dann sehr schnell so viel besser, das das Ergbnis relativ eindeutig ausfiel.

Der awakener funktionierte wunderbar.

Die Schätzungen der Fachleute waren in etwa so "eine Woche mit dem awakener bringen ungefähr so viel wie ein Jahr regelmäßiges Spielen".

 

Wie funktioniert der awakener und warum klingen bespielte Geigen / Celli  / Guitarren besser als nicht bespielte.

 

Beim Spielen entstehen Vibrationen. die Vibrationen sind für das im Holz enthaltene Wasser eine Art Transportschub, Bewegungsgrund. Durch die Vibrationen bewegt sich das Wasser in den Instrumten an jeweils individuelle, für jedes Instrument und jeden Spieler charakteristische Stellen. Jedes Instrument besteh aus Holz, dass nie gleich ist und immer andere innere Strukturen aufweist. Manche Instrumente haben einen Tonwolf, manche nicht, manche klingen toll, manche nicht.

Spielt man das Instrument dann einige Tage nicht, bewegt sich das Wasser wieder zurück aus diesen Sammelstellen und versucht, überall gleichmäßig verteilt im Instrument zu sein.
Spielt man das Instrument wieder, wird dieser natürliche Ausgleich unterbunden / aufgehalten.

 

Hier geht es NICHT um "Mürbemachen" oder in irgendeiner Art um Zerstören, aufweichen oder brutale Gewalt.
der awakener simuliert das häufige Bespielen. Und dies auf mechanische und sehr viel schnellere Art und Weise als das Bespielen selbst.

 

Man darf sich das nicht vorstellen wie schwappendes Wasser in der Badewanne, sondern eher wie ein Papierstapel , der zB in den Tropen langsam Luftfeuchtigkeit aufnimmt oder bei trockener Luft wieder abgibt.

Drückt man den Stapel auf der einen Seite und rüttel ihn an einer Ecke, bewegt sich das Wasser in dem Stapel weg von der Vibration / dem Druck woanders hin.

Nur eben viel komplizierter, durch jeweils individuelle Faserstrukturen einer dünnen Holzschicht, durch die einige Wassermleküle hindurchwandern und sich an einigen Stellen sammeln, wo das Holz dichter ist und sich von anderen Stellen wegbewegen. Durch diese Wanderung des Wassers entsteht mehr Resonanz im Klangkörper.

 

Asuführliche Erklärung finden SIe auf awakener.de oder bei einer google Suche nach Prof Reumont.
 

Warum empfehle ich den awakener nach Fuugreisen:

Wenn man fliegt, ist die Geige in einem Raum mit künstlicher Luftfeuchtigkeit und unter künstlichem Druck-

Sie spüren das beim Fliegen am Ohreninnendruck.

Der Mensch kann das ausgleichen, die Geige nicht.

Die Druckverhältnisse in der Geige sind nach einem langen Flug gestört und das Wasser ist nicht mehr da, wo es vorher war.

Es hat sich nicht viel bewegen können in einigen Stunden, aber merklich mehr als unter normalem Druck auf der Erdoberfläche.

Deshalb die Empfehlung (für Profis): awakener nach dem Flug draufsetzen und den Effekt des Fluges ausgleichen.




Es gab übrigens parallel zu meiner Erfindung noch einen Amerikaner, der ein änliches Gerät entwickelte. Allerdings recht klobig im Design, aber vom Wirkprinzip her sehr ähnlich.


Der awakner nutzt übrigens nicht nur eine Frequenz, sondern geht in einer Sinuskurve durch mehrere Oktaven.

EIne Stufenfunktion soll helfen, gegen Tonwölfe vorzugehen.

 

Und in der gesamten Zeit bisher ist mir noch NIE ein Schaden durch den awakener zu Ohren gekommen.

 

Das liegt u.a. daran, dass ich selbst sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt habe, um meine eigene wertvolle Geige nicht zu beschädigen.
Der awakener ist gepolstert und gegen Abrutschen gesichert.

 

Falls Sie noch Fragen haben, schreiben Sie mir einfach über meine Webseite.

 

 

 

 

 

Neuester Beitrag awakener Profilseite von awakener, 03.10.2021, 11:20:11

P.s.
"Mürbe machen"....
das Holz mürbe machen wäre ein irreversibler Prozess.

Demnach müßte die Klangverbesserung eines oft besppielten Instrumentes irreversibel sein.

(Wenn der dahinter stehende Prozess das "mürbemachen" wäre).
Für die Nutzung des awakeners gilt dasselbe wie für das regelmäßige Spielen.

 

Ich kann ein Streichinstrument mit dem awakener aufwecken, schneller als mit regelmäßigem Bespielen.

Aber wenn ich dann das Instrument weder bespiele, noch mit dem awakener regelmäßig bearbeite, ist auch dieser Prozess reversibel - das Instrument wird "einschlafen".

 

Also: "Mürbe machen" ist ein völlig falscher gedanklicher Ansatz.

Es geht beim awakener darum, das häufige Bespielen zu simulieren und ähnliche Effekte zu erzielen oder sogar bessere / schnellere.

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