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CelloMania Profilseite von CelloMania, 03.06.2021, 18:53:01
Zur Auswahl eines Carbonbogens

Hallo,


wenn irgendein Thema in meinem Buch zu kurz gekommen ist, dann „der Bogen“, obwohl dieser in Diskussionen immer präsent ist.

- Die Kenner beschreiben den Bogen als ihre Hand, die erst die eigene musikalische Handschrift ermöglicht.
- Andere behaupten, dass der Bogen mindestens xx% des Preises des Instrumentes kosten sollte. 
- Jeder Spieler sollte sich ein Instrument leisten, das über seinem Spielniveau liegt und der Bogen muss noch besser sein.
- Ein Bogen muss zum Instrument und zum Spieler passen.
- Der Bogenbauer kann den Wert seines gerade gebauten Bogens erst beurteilen, wenn er fertig ist.
- Es gibt Bögen von 10 Euro bis einige hunderttausend Euro und doch bestehen sie nur aus wenigen, manchmal sogar identischen Komponenten.

Die Aussagen lassen sich beliebig fortsetzen, aber wenn ich ehrlich bin, verunsichern sie mich, denn ich finde keine Parameter, die mir eine einigermaßen begründete Entscheidung erlauben. 

Aber wenn man es von der physikalischen Seite betrachtet, wird die Bedeutung des Bogens etwas prägnanter: Das Instrument, ob gut oder schlecht, ist im Prinzip nur ein Resonanzkasten, der die Schwingungen der Saite unterstützt und verstärkt. Erst der Bogen auf der Saite animiert diese zum Erklingen. Also hat der Bogen im Umkehrschluss doch eine wichtige Bedeutung, wenn man die Führungshand des Spielers, den man leider nicht ersetzen oder kaufen kann, außer Acht lässt. 

Aber wie kommt ein Spieler zu einem geeigneten Bogen? Hier haben es Leute leicht, die durch Lehrer oder andere kenntnisreiche Personen im betreuten Modus unterwegs sind. Der Geigenhändler von nebenan leiht mehrere Bögen aus und der Kenner sucht gezielt aus.

Anders sieht es allerdings aus, wenn ein Spätberufener, mit minimalen spielerischen Fähigkeiten sich nicht im Geigenbauladen vor großem Publikum produzieren will/kann, weil die Hände zittern, einem die Noten seines Lieblingsstückes nicht einfallen.

Es gibt aber noch ein weiteres Hindernis: Der Preis. Handgedängelte Bögen kosten richtig viel Geld und eigentlich würde ein guter Carbonbogen für den Anfang ausreichen. Aber auch dieser will ausprobiert werden, aber der örtliche Geigenbaumeister hat meist nur eine kleine Auswahl zur Verfügung. Solange man sich in der unteren Preisklasse bewegt, kann man beim bekannten Musikhaus mehrere Bögen bestellen und wieder zurückschicken. Aber wenn man doch noch „eine Schippe“ drauflegen will, wird die Luft sehr dünn bei Anbietern, die im mittleren Preissegment Bögen ausleihen. 

So habe ich lange im Internet gesucht, und musste erst bei „composite-bows“ nachfragen, ob es Händler gibt, die ein übliches Auswahlverfahren ermöglichen. So bin ich auf „Eureka-Instruments“ gestoßen, die Bögen zum Test verleihen, freundlich sind und zufälligerweise indirekt auch mit der Herstellung von Bogenbestandteilen im Geschäft sind.
Aber wichtiger war ein methodischer Hinweis, den Herr Müsing in einem Videovergleich von Carbon- und Holzbögen gab  (https://youtu.be/rfTgWrvlvVw).

Mein musikalisches Erinnerungsvermögen ist begrenzt. So kann ich beim Spiel meiner Paradestücke erkennen, ob ein Bogen in der Spur bleibt, springt oder akkordisches Spiel über die Saiten unterstützt. Ich kann mir dies als Gesamteindruck merken. Hier helfen Notizen, in denen zu jedem Stück/Bogen mit einem Bewertungssystem Auswertungen ermöglicht werden (Im Forum: „Lehrmonate sind keine Herrenmonate!“ Von peerceval) Von Aber die tonlichen Qualitäten eines Bogens habe ich nicht erst nach einem Tag, sondern schon nach 20 Minuten vergessen. Es gilt gezielt das Kurzzeitgedächtnis zu verwenden, das als Vorraum des Langzeitgedächtnisses gilt. Das Kurzzeitgedächtnis kann sich komplexe Sachverhalte (wie Tonausprägungen) aber nur wenige Sekunden merken. Und dieses Wissen lässt sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr abrufen.

So funktioniert der Test nicht mit dem Spielen der Ciaconna mit verschiedenen Bögen hintereinander, sondern man spielt mit den zur Verfügung stehenden Bögen nur kurze Sequenzen, Tonfolgen oder Melodien innerhalb von ca. 10 Sekunden. (Man sollte das o.g. Notizsystem ergänzen). Das Gedächtnis kann somit komplexe Klangebilde direkt vergleichen.

Ich habe dies mit meinem alten und zwei verschiedenen CodaBows probiert und es hat geklappt. Im direkten Vergleich war ich erstaunt, wie unterschiedlich das Handling der Bögen war. UND so gelang es mir auch, präzise die klanglichen Resultate  zu vergleichen und mein zukünftiger Bogen war nach kurzer Zeit gefunden.

Hajo 

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