Herzlich Willkommen im Geigen-Forum

Ausschnitt im Wirbelkasten ? <

Geige kopieren

> Geigenreinigung?

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Zugeordnete Kategorien: Geigenbau

Bratsche Profilseite von Bratsche, 14.09.2015, 21:30:04
Geige kopieren

Hallo liebe Geigenfreunde,

Seit langen kopiert man schon alte, berühmte Geigen. Selbest berühmte Geigenbauer wie J.B.Vuillaume waren Meister des Kopierens. Jetzt stellt sich mir die Frage kann man heutzutage ein Instrument so gut kopieren, dass man es optisch kaum noch vom Original auseinander halten kann? Damit meine ich das Design, den Lack, das Holz, Kratzer und andere optische Merkmale. Wenn ja, geht der Klang dann auch in die selbe richtung?

Gibt es Geigenbauer in Deutschland, die dies besonders gut können? Ich habe bereits was von Stephan von Baehr gehört, der sehr gut kopieren soll.

Ich hoffe auf eine Anwort. Schonmal Danke

Bratsche Profilseite von Bratsche, 02.11.2015, 16:06:04

kann mir hier niemand weiterhelfen?

Neuester Beitrag Geige Profilseite von Geige, 03.11.2015, 11:42:43

 

 

Nun habe ich in meiner angestellten Tätigkeit als Geigenbauer über 14 Jahre in der hälfte der Arbeitszeit erfolgfreich Neubau betrieben. Seit der Selbständigkeit fehlt leider die Zeit dafür..... so liegen mir zumindest Erfahrungswerte vor.

 

Zu den Kopien:

Da das Holz ein lebendiger Werkstoff ist, läßt sich ein Instrument nicht einfach "nur" kopieren. 100% identisches Holz gibt es nicht. Bei einem neu gebauten Instrument muss vielmehr der Aufbau und der Grundgedanke erfasst werden. ( Anlage der Wölbung, Verteilung der Holzstärken, Festigkeit des Holzes, Klang der einzelnen Bestandteile, Härte des Lackes.......). 

Eine rein optische Angleichung bringt nichts. Die naürliche Färbung, die das Holz über Jahrhunderte bekommen hat, lässt sich nicht im Schnellverfahren nachholen. J.B. Vuillaume hat z.B. versucht das Holz zu backen, um dieses optischen Merkmal zu beschleunigen. Die klanglichen Resultate waren jedoch nicht ganz befriedigend. Es gibt heutzutage sehr gut gemachte Kopien. Für einen wirklichen Fachmann lässt sich der Unterschied zu einem original 300 Jahre alten Instrument bei genauer Begutachtung zumindest optisch erkennen.

 

Das auch neu gebaute Instrumente dem solistischen Konzertbetrieb standhalten, beweist die Tatsache, dass mittlerweile mehrere bekannte Musiker auch auf neuen Instrumenten spielen. Auch Blindversuche haben gezeigt, dass moderne Instrumente sich nicht hinter den namenhaften "Alten" zu verstecken brauchen.

 

Jährlich findet eine Ausstellung verschiedener "Neubauer" in Deutschland statt. Dort kann man sich auch bei den jeweiligen Geigenbauern informieren und Instrumente können zur Probe gespielt werden.

www.klanggestalten.de

 

 

Ausschnitt im Wirbelkasten ? <Zurück zur Liste> Geigenreinigung?

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Log In

Diese User sind gerade online: