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Cellospielen für Erwachsene

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Zugeordnete Kategorien: Literatur - Unterricht

CelloMania Profilseite von CelloMania, 11.07.2019, 16:27:56
Cellospielen für Erwachsene

Hallo,

 

da in diesem Forum immer wieder Fragen bezüglich der Möglichkeit des Erlernens eines Streichinstrumentes als Erwachsener auftauchen, sei mir ein Hinweis auf mein Buch "“Avanti-Dilettanti - Lasst das Cello ertönen!”  gestattet.

 

In diesem Buch spiegeln sich meine Erfahrungen beim Erlernen des Cellospiels wider. Es schlägt einen anderen Weg als traditionelle Cello-Schulen ein, die meist auf jugendliche Anfänger ausgerichtet sind, da es sich explizit an Erwachsene wendet. Diese Zielgruppe, ältere Amateure, die mangels Zugang zu Musikschulen sich autodidaktisch dem Cello oder anderen Streichinstrumenten nähern, wurde bisher fast nicht berücksichtigt.

 

Das Buch formuliert die Ziele und die notwendigen Einschränkungen, damit der Einstieg ins Musizieren auf der Basis von traditionellen Cello-Schulen gelingt. So werden Methoden aufgezeichnet, einen fehlenden Cellolehrer zu „kompensieren“. Es wird ein Cello-Tutor vorgestellt, der die Überwachung des Spiels erleichtert. Zusätzlich stelle ich weitere Techniken und Hilfen vor, die die täglichen Übungen erleichtern. Obwohl  das Buch auf das Cello fokussiert ist, können die Methoden und Verfahren auch auf andere Streichinstrumente übertragen werden.

 

Avanti Dilettanti – Lasst das Cello ertönen – For Thy Pleasure – Cellospielen für Erwachsene“ 
ISBN: 978-3-7448-0958-0
(https://www.bod.de/buchshop/avanti-dilettanti ... joachim-dezelski-9783744809580)

 

 

In der Hoffnung, dass dieser Hinweis mit den Forumsregeln konform ist, wünsche ich viel Spass beim Streichen.

 

Hajo

CelloMania Profilseite von CelloMania, 02.08.2019, 12:57:49

Hallo,

 

da nachgefragt wurde:

Das Buch kann selbstverständlich auch über den lokalen Buchhandel oder Internethändlern wie Amazon direkt bestellt werden. Die E-Bookversion gibt es in allen einschlägigen E-Bookshops.

 

Danke für das Interesse.

 

Hajo

CelloMania Profilseite von CelloMania, 24.08.2019, 13:34:31

Hallo,
es steht nun eine günstige Taschenbuchversion des Buches "Avanti Dilettanti- Lasst das Cello ertönen!" ISBN-13: 978-3749471485 bei BoD und anderswo zur Verfügung.


Da ich von einem Cellospieler eine Email bekam, in der heftig bestritten wurde, dass man dieses Instrument ohne Lehrer erlernen könnte, möchte ich einige Voraussetzungen erläutern, die auch mir mit 68 Jahren einige Erfolge ermöglichten


Selbstverständlich ist der Einsieg mit einem Lehrer leichter. Dies ist unbestreitbar.
Wenn man ich aber an den richtigen Stellen einschränkt:
- Wenn man nicht eine professionelle Karriere anstrebt, sondern nur für sich selbst spielt,
- wenn man einige grundlegende musikalische Kenntnisse hat (Noten, Intervalle, ...),
- wenn man schon ein anderes Instrument spielt
   (So ist die Mensur einer klassischen Gitarre nur 4 cm kürzer als beim Cello)
- wenn man im Besonderen seine Hörfähigkeit weiter trainiert,
- Wenn man sich auf die Lagen 1-4 beschränkt und "nur" Barockmusik spielt 
   und die Klassik und Moderne "voerst" nicht beachtet,
- Wenn man das eigene Spiel gezielt kontolliert und überwacht,
- wenn man genügend Zeit und Ausdauer hat,
dann ist es durchaus möglich, als Autodidakt zu seinem eigenen Vergnügen zu spielen.

Ich habe einige Musikinstrumente gelernt und habe die spezifischen Schwierigkeiten des Cellos (Intonation und Bogen) herausgearbeitet. Der Lernpfad wurde entsprechend strukturiert.


In den ersten 500 Stunden habe ich den Fokus auf die Intonation gelegt. Dabei war der wichtigste Schritt, die Fähigkeiten der Ohren bezüglich den Tondifferenzen und Intervallen zu schulen. So lernte ich das Cello, indem ich dem Gehör vertraute: Wenn ich eine Note sehe, höre ich diese in meinem inneren Ohr, kann den Unterschied zum letzten Ton festellen und den Finger entsprechend neu positionieren.


Die Verwendung eine elektrischen Cellos erleichterte die Intonation bzw. den richtigen Ton zu finden. In dieser Phase habe ich alle Spielvarianten des Bogens ignoriert und nur darauf geachtet, die richtige Position und den korrekten Winkel einzuhalten.
 

Später konnte ich über das Gehör die Bogenarbeit verbessern. Hier hat schon manchmal ein Lehrer als Vorbild zum "Abgucken" gefehlt.

 

Hajo
 

CelloMania Profilseite von CelloMania, 06.09.2019, 13:51:49

Hallo,

 

gestern war Anne-Sophie Mutter bei Lanz (ZDF) in der Sendung und sprach u.a. über Musik als Sprache, die direkt ins "Herz" geht und als wichtiges Kommunikationsmittel zur Verständigung zwischen Menschen gefördert werden sollte.

 

Doch dann kam ein kleiner Schock für mich:

Es gibt einen Unterschied zwischen Frau Mutter und mir.

Frau Mutter begann mit fünf Jahren mit dem Geigenspiel und gewann mit sechs Jahren einen "Jugend musiziert"-Wettbewerb.

Dies wurde mit einem kurzen Video belegt.

Nach wenigen Sekunden stellte ich zu meiner Frau gewandt fest: "Das werde ich nie erreichen!"

Meine Frau guckte nur irritiert.

Überschlafen ... und Anti-Schockmittel verpasst:

Es gibt KEINEN Unterschied zwischen Frau Mutter und mir.

Das Cellospiel geht mir genauso ins Herz und befriedet meine Seele wie selbige von Frau Mutter ...

Doch, einen Unterschied muss ich zugestehen: Mein Spiel erfreut nicht weitere Millionen von Menschen.

Na ja, einen Unterschied muss es ja geben.

Aber Spaß macht es trotzdem.

 

Hajo

CelloMania Profilseite von CelloMania, 27.11.2019, 14:25:10

Hallo,


Nachdem ich in zwei Jahren über 1100 Stunden spielend hinter dem Cello verbracht habe, wurde es Zeit, mein Konzept zu erweitern. Der geneigte Leser meines Buches wird einige Hinweise finden, wie er nach dem ersten Jahr seinen Lernfortschritt strukturieren kann.


Ausgangspunkt für meine Bemühungen:
Ich wollte nur für mich selbst spielen und habe keine Ambitionen einen professionellen Werdegang einzuschlagen. Ich hatte grundlegende musikalische Kenntnisse und konnte den Violinschlüssel vom Blatt spielen. Spielerfahrungen mit anderen Instrumenten waren vorhanden. Das Ohr musste geschult werden und ich beschränkte mich auf die Lagen 1-4. Diese Spieltechnik genügte, um 90% der barocken Musik spielen zu können.


Die ersten 500 Stunden konzentrierte ich mich auf die Intonation, die “Notenfindung” und die Intervallerkennung. Ich verwendete in dieser Suchphase ein elektrisches Cello, um die Nachbarn und mich zu schützen. Die akustischen Eigenschaften unterstützen die Fokussierung auf den richtigen, klaren Ton. Die klangliche Schönheit eines akustischen Cellos erschwert durch die Vielzahl der Resonanzen das Spiel für den Anfänger. 
Die erste Schwierigkeit war der Übergang von der „fixen“ ersten Lage zu den anderen Lagen. Ich stellte die Lernziele um, auf die Erkennung der Noten auf dem Griffbrett. Dies war ein langer Weg mit dem Ziel den Arm, die Hand mechanisch zu trainieren. Wenn der Ton gefunden ist, setzte das Intervalltraining ein. Ich sehe die nächste Note, höre sie im Kopf und der Finger folgt mit dem richtigen Abstand.
Da der Bogen in den Büchern nur theoretisch abgehandelt wurde, beschränkte ich mich am Anfang auf eine “korrekte” Bogenführung ohne Variationen. Die Klangmöglichkeiten des Bogens erhörte ich in der folgenden Zeit und versuchte durch entsprechende Führungen, Modulationen zu erzielen.


Nach der Durcharbeitung der traditionellen Schulen hatte ich Schwierigkeiten eine geeignete weitergehende Lernstrategie zu entwickeln. Die höheren Lagen wurden meist in Eile abgewickelt und boten wenig Übungsmaterial. Ich habe als Anschluss die Schule von Louis Potter “ The Art of Cello Playing.” verwendet, die die einzelnen Schritte genügend erklären und entsprechendes Material anbietet. Die Schule von Feuillard schritt ab der 4. Lage zu schnell voran. Zu Übungsstrategien etc. kann ich in diesem Zusammenhang die Bücher von Gerhard Mantel empfehlen, die sich auch nach zwei Jahren immer wieder zum Nachlesen eignen.


Doppelgriffe, die ich eigentlich durch die Gitarre trainiert, als einfach einstufte, entwickelten sich zum Problem. Korrekt gegriffen klangen sie in meinen Ohren nie so, wie sie klingen sollten. Eine Änderung auf pythagoreische Stimmung brachte Verbesserungen. Hier habe ich auf das Buch “CelloMind - Intonation and Technique” von Hans Jørgen Jensen, und Minna Rose Chung zurückgegriffen. Es bietet genügend Stoff für die nächsten Jahre.

 

Bei meinen Lieblingsstücken bin ich auf eine hervorragende Kompilation der verschiedenen Transkriptionen Gestosen: Bach, Johann Sebastian, und Starkweather, David. Six Suites for Violoncello Solo BWV 1007-1012.
http://starkweatherdavid.com/index.php/downloadable-manuscripts
Über Fingersätze lässt sich immer wieder diskutieren, aber die Vorschläge sind für den Anfang sinnvoll.

 

Die nächsten Monate werde ich in Begleitung verbringen: Die Play-Along CD im Buch von Jiji “ Cello Playing for Music Lovers A self-teaching method” habe ich durch “The very best of Bach” (Hal Leonard) ergänzt. 
Ein Fund in den letzten Monaten gibt zusätzlich genügend Material. Das Duo Pazeci “Colección de Pequeñas Piezas para Violoncello y Piano” (https://store.cdbaby.com/cd/duopazeci) hat fast 100 einfache Stücke mustergültig für Cello und Klavier eingespielt. Es sind Kompositionen vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Die Spielschwierigkeit ist meist einfach gehalten. Aber die Tempi sind zwischendurch schon fordernd. Die Cellonoten werden als PDF mitgeliefert.
(Da ich kurzzeitig fremd gegangen bin: Die Stücke eignen sich auch für die Bratsche. Es klingt eine Oktave höher und ich habe einfach nach dem Bassschlüssel gespielt, ohne die Fingersätze verändern zu müssen.)

 

Zusammenfassend: Fortschritte wurden gemacht. Die Konzeption hat sich bewährt, auch wenn ich nicht mehr alle Tools verwende. Immer wichtiger wurde der Einsatz von Lilypond. So habe ich Aufnahmen, die für mich zu schnell waren und mit einem A=415 Hz (BWV 167-Choral) operierten, umgeschrieben und habe eine Begleitung, die auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

 

Es macht immer noch, jeden Tag Spaß, das Instrument in die Hand zu nehmen.

 

Hajo
 

Neuester Beitrag CelloMania Profilseite von CelloMania, 04.12.2019, 18:20:22

Hallo,
 
In Erweiterung das "Selbstgespräches" um eine zweite Stimme:
In der Fachzeitschrift des Schott-Verlags "Üben & Musizieren" ist im neuen Heft 6/19 eine freundliche Rezension meines Buches erschienen:
Rezension des Buches "Avanti Dilettanti" von Hajo Dezelski

 

Hajo
 

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