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Tiefe Stegkerbe - Klangeinbußen?

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Bavarica Profilseite von Bavarica, 15.06.2016, 09:20:14
Tiefe Stegkerbe - Klangeinbußen?

Ich bin seit längerem unzufrieden mit dem Klang meiner D-Saite (egal welche). Während die G-Saite auch in höheren Lagen schön rund und offen klingt, klingt meine D-Seite ab der vierten Lage aufwärts sehr farblos, rauschig, irgendwie "verschlossen" und "tot", und sie spricht auch schwerer an als die G-Saite. Beim Blick auf den Steg finde ich, dass die Stegkerbe der D-Saite recht tief ist. Die Saite läuft gut (Bleistift bei jedem Wechseln der Saiten), liegt aber entsprechend tief in der Kerbe - kann das die beschriebenen Klangprobleme (mit-)verursachen? Oder scheint hier eher die Klangeinstellung nicht optimal?

 

Könnte ich, bis ich wieder zum Geigenbauer komme, die Stegkerbe irgendwie "unterfüttern"? 

 

Danke im Voraus,

Bavarica

Geige Profilseite von Geige, 16.06.2016, 14:43:55

Mit einem kleinen Lederstück oder Pergament könnte man vorrübergehend einen Versuch unternehmen. Die Faustregel besagt, dass die Saite etwa 1/3 der Saitenstärke in der Stegkebe einliegen sollte. Ob das die Ursache für die Klangeinbußen ist kann ich nicht sagen. Das muss probiert werden. 

Bavarica Profilseite von Bavarica, 16.06.2016, 17:39:04

Vielen Dank! 

Ja, die "1/3-Regel" kenne ich, und die D-Kerbe ist definitiv zu tief. Ich habe mir jetzt Pergament-Stegschutz bestellt und bin gespannt, ob das auch klanglich was bringt. 

 

Nuuska Profilseite von Nuuska, 16.06.2016, 20:13:55

Besser ab zum Geigenbauer und ein wenig abschleifen lassen. Der Viertel- bis halbe Millimeter ändert an der Saitenlage nichts merklich, versprochen. Das Pergament bringt klanglich auf der E-Saite was anstelle des Röhrchens, damit nicht Stahl direkt auf Holz liegt, dann scheppert sie nicht so gern. Dazu ist es da. Das Ausstopfen von zu tiefen Stegkerben bringt nur bedingt etwas, die klanglich wichtigen seitlichen Rollbewegungen der Saite (je dicker die Saite, desto stärker, also auf der D schon ganz ordentlich) werden trotzdem gebremst.

Nuuska Profilseite von Nuuska, 16.06.2016, 20:15:59

Jetzt hab ich dem Profi widersprochen. ASCHE AUF MEIN HAUPT. Ich würde mittelfristig trotzdem den Steg richten lassen. Allerdings ist mein Geigenbauer inzwischen ein guter Freund, da ist mir jede Ausrede recht um mal wieder auf einen Kaffee vorbeizuschauen... :-)

Nuuska Profilseite von Nuuska, 16.06.2016, 20:17:35

"Könnte ich, bis ich wieder zum Geigenbauer komme, die Stegkerbe irgendwie "unterfüttern"? "

 

... und lesen kann ich auch nicht...! 

Geige Profilseite von Geige, 17.06.2016, 10:02:23

@Nuuska 

Hier war meine Aussage vielleicht nicht ganz vollständig.

Die Tatsache ist ja, dass das Instrument in den oberen Lagen unfrei klingt. Meine Antwort bezog sich auf einen Selbstversuch, herauszufinden ob die zu tiefen Stegkerben ursächlich damit im Zusammenhang stehen.

 

Für die langfristige Lösung sollte ein Geigenbauer entweder die Stegkerben auffüllen (mit einem Holz-Leimgemisch) oder den Steg etwas niedriger machen. Es gibt auch die Möglichkeit kleine Einlagen in die Stegkerbe einzuarbeiten. Die langfristige richtige Lösung sollte sich auch aufgrund der vorhandenen Saitenhöhe ergeben und vom Geigenbauer vor Ort entschieden werden.

Als normalen Wert der Saiten zum Griffbrett gemessen ergeben sich E= 3,5mm und G= 5mm. Solisten wählen einen höheren Saitenabstand, damit beim stark akzentuiertem Spiel die Schwingungsamplitude der Saite nicht auf das Griffbrett aufschlägt. Bei einer höheren Saitenlage muss auch die Stegrundung stärker sein, da die Saiten in den hohen Lagen weiter heruntergedrückt werden. Das steht im Zusammenhang mit der Spielbarkeit der einzelnen Saite, die bei zu flacher Stegrundung nicht mehr einzeln angespielt werden kann. D.h. man trifft mit dem Bogen zu schnell die benachbarten Saiten. Das sind alles Dinge, die ein Geigenbauer beim Anfertigen eines Steges berücksichtigen muss.

 

Normalerweise ist ein zusätzlicher Schutz nur bei der E-Saite notwendig.

Bavarica Profilseite von Bavarica, 17.06.2016, 10:19:48

Nochmal Danke für Eure Beiträge.

Ich habe "Geige" schon auch so verstanden, dass das mit dem Pergament kurzfristig schon ok ist, v.a. weil ich ja wissen will, ob sich am Klang und an der Spielbarkeit der Saite was tut. Den Gang zum Geigenbauer plane ich auf jeden Fall.

Linde Profilseite von Linde, 17.08.2016, 10:55:33

Hast du das mit dem Pergament ausprobiert? Ist es dadurch besser geworden?

Ich habe hier eine Geige, da liegen die Saiten alle tief im Steg. Also komplett.

Da ist ab der dritten Lage außer bei E nichts zu machen. Und G-Saite ist in der dritten Lage nur mit viel Phantasie ein Ton und nicht nur ein Geräusch.

Ich glaube schon, dass die Ansprachefehler damit zusammenhängen.

Warst du schon beim Geigenbauer?

LG

Linde

 

Neuester Beitrag Bavarica Profilseite von Bavarica, 28.08.2016, 20:41:08

Hallo Linde, ich bin wegen Krankheit noch nicht zum Geigenbauer gekommen, aber ich finde schon, dass das Pergament etwas in Sachen Ansprache und Tonqualität in den höheren Lagen gebracht hat. Derzeit muss das als Notlösung reichen, bis ich gesundheitlich wieder auf der Höhe bin. Bin gespannt, ob das bei Dir fürs erste auch was hilft. 

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    Mensur: 69,4 cm
    untere/mittlere/obere Breiten: 42,4 cm / 23,4 cm / 33,3 cm
    Zargenbreite inkl. Decke/Boden: 12,7 cm
    Bauort: Frankreich
    Baujahr: lt. Geigenbauer geschätzt um 1850, vielleicht natürlich auch später.

     

    Informationen über den Verbleib können über die Geigenbauwerkstatt Adam diebstahl@geigenbau.de an den Besitzer weitergeleitet werden.

     

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