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Linde Profilseite von Linde, 15.07.2015, 21:49:54
Fingerkuppen-Pflege?
Hallo,
ich habe einmal eine Frage: Was macht Ihr mit Euren Fingerkuppen? Ich habe das Gefühl, meine verlieren im Laufe des Übens am Tag irgendwie die "Luft", sie werden eben flacher. Das fühlt sich dann trockener an. Man sieht den Abdruck der Saiten.
Es dauert immer, bis sie sich davon erholt haben, leider habe ich mir angewöhnt, mir die Finger in den Mund zu stecken, Feuchtigkeit hilft etwas. Ich denke aber nicht, dass ich mit dem Problem alleine sein kann. Daher bin in ich sehr dankbar für Ratschläge.
Viele Grüße
Linde
decaflo Profilseite von decaflo, 16.07.2015, 11:09:04

Hallo Linde,

 

Trocken und flacher? Das hört sich nach Hornhaut an.

Die bekomme ich auch. Wenn das Gefühl drunter leidet mache ich die einfach mit einem Bimsstein weg.

 

Grüße!

sofie Profilseite von sofie, 16.07.2015, 18:54:38
Ich mache gar nichts. Sicher habe ich Hornhaut an den Fingerkuppen, aber nie so stark dass sie stören würde.
Nuuska Profilseite von Nuuska, 26.04.2016, 23:03:30

Und üblicherweise vergeht das nach den ersten Monaten und weicht einer dickeren, belastbareren Fingerkuppenhaut. Bis dahin würde ich eine Handcreme mit 10% Urea (=Harnstoff) aus der Apotheke verwenden. Dann vergeht das schneller wieder.

 

Zu starke Verhornung ist auch ein Zeichen von Überbeanspruchung. Nicht in erster Linie das Übungspensum betreffend, oft ist einfach der ausgeübte Fingerdruck zu hoch. Weniger krampfen, dann gibts auch weniger Probleme. Bewußt ausprobieren und sich darüber wundern, mit wie wenig Druck man eigentlich auskommt...

Geige Profilseite von Geige, 27.04.2016, 08:15:33

starke Hornhautbildung gibt es eher bei den Bassisten. 

In deren Forum wurde das Thema u.a. hier thematisiert.

http://geba-online.de/forum.php?action=v ... instanz=0&search_kat_id=43

 Hier wird z.B. Hirschtalg empfohlen.

Linde Profilseite von Linde, 27.04.2016, 20:54:05

Hallo,

Danke für die Antworten. Also, Hornhaut ist es nicht, es ist alles glatt, natürlich verdickter, aber das ist ja normal.

Ich habe einfach auch ab und zu echt trockene Hände. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass mehrmals am Tag eincremen und ab und zu mal ein Händebad ganz gut helfen.  

Mein Fingerdruck ist ab und an zu stark, aber das merke ich eigentlich.

Allerdings ist meine Saitenlage ziemlich hoch, wie ich finde. Ist dann der Druck der Finger automatisch höher?

 

Hirschtalg finde ich jetzt nicht so lecker...

Stehgeiger Profilseite von Stehgeiger, 28.04.2016, 12:58:28

Hallo Linde!

 

Wenn man bei hoher Saitenlage die Saiten (in den höheren Lagen) bis zum Griffbrett herunterdrückt, dann ist die Kraft der Saite auf den Finger und umgekehrt natürlich höher. Man muß die Saite aber nicht unbedingt bis aufs Griffbrett drücken. Der gegriffeneTon ist ab einem bestimmten Fingerdruck auch ohne Kontakt zum Griffbrett bereits sauber. Einfach mal probieren. Gute Geiger spielen meist mit so wenig Fingerdruck, daß man unter dem Finger der einen Ton greift zwischen Saite und Griffbrett problemlos noch einen Papierstreifen durchziehen kann.

 

Ob die Saitenlage des Instruments richtig ist, kann man mit den Angaben des folgenden Forenbeitrages selbst überprüfen:

 (http://www.geigenbau.com/forum/geigen-fo ... .php?action=view&topicid=2)

Zitat:

"Bei einer 4/4 Geige ist der Abstand zwischen Griffbrettende und E-Saite 3,5mm u
nd bei der G-Saite 5mm. Solisten haben oft eine höhere Saitenlage, da bei sehr
 kräftigem Spiel die Schwingungsamplitude der Saite größer wird und auf das
Griffbrett aufschlägt. Als "Normalspieler" ist das Spielen mit hoher Saitenlag
e jedoch anstrengend."

 

Mit "Hirschtalg" ist kein rohes, unbehandeltes Naturprodukt gemeint. "Hirschtalg" ist eine Salbe die man sauber und hygienisch in einer Tube verpackt in den meisten Drogerien bekommt. Es ist ein bewährtes Präparat, um Hautpartien die ständig Druck oder scheuernden Belastungen ausgesetzt sind (z.B. durch drückende Schuhe, enge Bekleidung oder Instrumentensaiten) widerstandsfähiger zu machen und so wunde Stellen oder Blasen zu vermeiden. Beim Sport habe ich das Präparat selbst immer wieder mit gutem Erfolg verwendet.

 

Viel Spaß beim weiteren Musizieren!
 

 

Stehgeiger Profilseite von Stehgeiger, 07.05.2016, 06:34:13

Nachtrag:

 

Wer für seine Fingerkuppen ein "geigenspezifisches" Pflegemittel bevorzugt das von einer Fachfirma aus dem Instrumentenzubehörsektor stammt, kann sich folgendes Produkt ansehen:

 

http://www.pirastro.de/public_pirastro/p ... pages/de/Pflegeprodukte-00001/

 

Wünsche weiterhin angenehmes Musizieren!

Sysopa Profilseite von Sysopa, 09.05.2016, 14:45:14

Hallo Linde,

 

meine Fingerkuppen sind schon vom Gitarre spielen sehr... hm... geprägt - von daher vielleicht keine Referenz. Allerdings erinnere ich mich, dass ich anfangs (wie vermutlich jeder) viel zu viel Druck auf den Saiten hatte... inzwischen spiele ich - wie ein Freund es gerne nennt - mit "Fairydust": ich drücke die Saiten gerade eben so stark, wie noch ein sauberer Ton kommt. Der Klang wirkt nicht so erstickt... ist obertonreich und samtig... einfach mal probieren, die Finger nur auf die Saite zu legen und streichend langsam den Druck so zu erhöhen, bis ein klarer Ton kommt.

 

Was die Pflege betrifft: Bimsstein und nach Bedarf etwas Nagelöl... aber wirklich nur ein Tröpfchen.

 

 

Liebe Grüße

Thomas

 

 

 

Linde Profilseite von Linde, 02.07.2016, 23:02:59
Kann man denn den Hirschtalg zum Spielen auftragen?
Nuuska Profilseite von Nuuska, 02.07.2016, 23:29:50

Man kann. Technisch gesehen. Ist aber nur eine gute Idee, wenn Du Deinen Geigenbauer nicht leiden kannst und ihn trotzdem gerne besuchst. Die derart systematisch aufgebrachten Fettflecken auf dem Lack kriegst Du selber üblicherweise nicht so ohne weiteres weg, außer mit einer Speckschwarte vielleicht...

 

Andere Leute würden eher Händewaschen bevor sie ihren Schatz aus dem Koffer nehmen... das hast Du ganz richtig erkannt. Also: Hirschtalg bitte erst NACH dem Fiedeln, wenn schon. Harnstoffsalbe (am besten magistrale Zubereitung mit 20% Urea) ist sicher die bessere Wahl, macht nicht nur weich, sondern hilft auch beim Abschuppen.

Stehgeiger Profilseite von Stehgeiger, 06.07.2016, 12:52:29

Hallo Linde!


Hirschtalgcreme ist kein Hautschutz, den man unmittelbar vor Einwirkung der mechanischen Belastung aufträgt. Das würde der Haut nichts nützen. Sie muß über einen längeren Zeitraum von >>mehreren Tagen vor der Einwirkung der belasteten Tätigkeit<< regelmäßig angewandt werden. Sie macht die Haut in dieser Zeit widerstandsfähiger gegenüber mechanischer Belastungen. Die mechanische Belastung läßt man dann auf die >>gewaschene<< Haut wirken. Auf den Tuben in den die Creme verkauft wird, findet man i.d.R. eine Anleitung für die Anwendung.


Beispiel:
Ein Streicher, der die Haut seiner Fingerkuppen gegen Wundreiben, Blasenbildung oder Austrockung schützen will, wird seine Finger vor dem zu Bett gehen statt mit einer üblichen Handcreme mit Hirschtalgcreme dünn einmassieren. Die Creme zieht relativ rasch in die Haut ein. Spielen und üben wird er am nächsten Tag natürlich immer nur mit gewaschenen Fingern. Nach ca. 5 Tagen, wir er feststellen, daß seine Haut deutlich weniger empfindlich geworden ist.


Viele Grüße
 

Nuuska Profilseite von Nuuska, 06.07.2016, 21:59:18

Off Topic: Und genauso sollte man ihn auch beim Wandern verwenden.

Linde Profilseite von Linde, 17.01.2017, 21:40:29
Jetzt ist wieder Winter und meine Hände lassen mich im Stich... Ich habe gelesen, Sterilium erhöht bei regelmäßiger Anwendung die Hautfeuchtigkeit. Hat jemand damit Erfahrungen? Ureacreme nützt rein gar nichts, im Gegenteil werden meine Hände sehr seifig und das lang anhaltend. Andere Cremes sind besser, aber die kann ich nicht kurz vor dem Spiel auftragen.
Wenn ich etwas aufgeregt bin und meine Hände etwas feucht werden, ist das optimale für mich. Den Zustand hätte ich gerne auch so, also höhere Hautfeuchtigkeit... Vielleicht noch andere Ideen? Liebe Grüße!
Nuuska Profilseite von Nuuska, 17.01.2017, 22:39:51

Sterilium... Da muß ich jeden Tag zig-mal mit. Meine Fingerkuppen sind trotzdem flach wie Palatschinken. Außer nach dem Baden. Wenigstens vertrage ich das Zeug, einige Kollegen bekommen Ausschläge und müssen wechseln. Immerhin hat es viele rückfettende Substanzen drin, ob die durch den Alkohol schneller einziehen sei mal dahingestellt. Allerdings glaube ich die Kosmetikindustrie wäre da schon aufgesprungen wenn dem so wäre.

Die Leistehaut an den Fingerkuppen hat praktisch keine Drüsen. Darum muß sie ihr Fett von woanders herbekommen. (Biologisch gesehen z.B. aus der "Fellpflege") Ich glaube auch nicht daß an mechanisch derart beanspruchten Stellen ein wesentlich höherer Wassergehalt der Haut förderlich wäre. Denk mal nur an die Blasen in den Wanderschuhen... Am ehesten wäre die vormals angesprochene prophylaktische Anwendung von fettenden  Substanzen  sinnvoll, allerdings stehe ich da aus olfaktorischen Gründen weniger auf Hirschtalg. Jojobaöl schon probiert?

 

Wenn das Harnstoffzeugs nichts geholfen hat - war das eh keine "Creme", sondern tatsächlich eine "Salbe"?

Nuuska Profilseite von Nuuska, 17.01.2017, 22:48:26

Salben sind vor allem Fett, das minimale Wasser in der Harnstoffsalbe ist nur dazu da, den Harnstoff löslich zu machen. Cremes beinhalten Fett und Wasser, je nach Zusammensetzung und Zweck oft sogar mehr Wasser als Fette. "Feuchte" Cremen trocknen aber paradoxerweise die Haut sogar noch mehr aus. 

 

Trockene Haut braucht schlichtweg nicht mehr Wasser, sondern Fett! Und da tut's "Fett ohne" eigentlich auch. Jedenfalls kann man sich mit dem dauernden Alkoholgepritschel die Haut ganz schön ruinieren.

 

Und achte darauf, daß Du beim Händewaschen schön rückfettende und pH-neutrale Seife nimmst! Die vielen schönen trendigen Biosachen sind da oft nicht ganz top. Bei uns in der Drogerie gibts z.B eine sog. "Arztseife", nach Schmierseife das billigste wo gibt, die erfüllt alle Kriterien.

Nuuska Profilseite von Nuuska, 17.01.2017, 22:53:43

"Zieht langsam ein": dafür bleibt es dann auch länger drin. Die rasch einziehen Sachen bestehen mehr aus Wasser als aus Fetten. (Lotionen und O/W-Cremen) Erkennbar auch am kühlenden Effekt.

Also: gut ist, was langsam einzieht und nicht kühlt. Wenn's schmiert, dann ist eben weniger mehr, und vor allem ist früher besser. Prophylaktisch zwei bis drei Mal täglich zwei schöne Tropfen Jojoba, damit auch gezielt die Fingerkuppen in den Handflächen reiben, und nach zehn Tagen erzähl mir daß sich nichts geändert hat!

Nuuska Profilseite von Nuuska, 17.01.2017, 22:57:42

Also, nochmal zum Harnstoff: der bringt nur was bei störender Verhornung. 20% zum Lösen, 10% zur Erhaltung. Als Faustregel. Für trockene Haut reicht Fett, Fett, Fett.

Nuuska Profilseite von Nuuska, 17.01.2017, 23:00:39

Sorry, die Rechtschreibkorrektur des Tablets macht dauernd komische Sachen, ich muß ständig nachbessern...

asmahan Profilseite von asmahan, 17.01.2017, 23:13:58

Fett, Fett, Fett... meiner Erfahrung nach nicht unbedingt, weil die Haut das nicht ad lib absorbiert. Und vor allem nicht direkt vor dem Üben. Die Crux von Linde kenne ich auch. Wenigstens ein kleiner Tip: Ich wasche eh immer die Pfoten, bevor ich mein Allerheiligstes in selbige nehme, und statt gewöhnlicher Handcreme brauche ich dann Dr. Schüssler Omida 1+11. Die gibt Feuchtigkeit und fettet nicht so, wobei ich die Finger allemal noch mit Kleenex abwische. Kuriert die Sache nicht, ist aber ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Haut und denen der Geige.

Nuuska Profilseite von Nuuska, 18.01.2017, 06:15:16

Mit den Schüsslersachen kenne ich mich nicht aus, aber schaden tun sie sicher nicht. Und wenn's bei Dir klappt, warum nicht auch bei Linde.

 

Die Fettsache kommt aus mehrjähriger dermatologischer Praxis. (Allerdings mache ich jetzt was anderes...) Nicht ad libitum, aber sparsam und vorbeugend, also kontinuierlich und nicht direkt vor dem Spielen. Wie gesagt, die "feuchten" Sachen helfen bei Trockenheit nur kurzfristig und trocknen auf mittlere Sicht nur zusätzlich aus, auch wenn sie kurzfristig irre angenehm sind. Darum habe ich auch nicht "Neutrogena" gesagt, auch wenn die Idee mit dem Glycerin nicht schlecht ist. 

 

Aber klar, erlaubt ist was guttut. Nur wenns nicht klappt, würde ich für ein paar Wochen o.g. schulmedizinische Prinzipien auf ihre Stichhaltigkeit prüfen.

 

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