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Geigenkasten: diesmal richtig

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peerceval Profilseite von peerceval, 08.04.2015, 23:12:05
Geigenkasten: diesmal richtig

Die Musikmesse naht. Und in den vergangenen zwei Jahren war sie stets der Startpunkt einer Suche, zuerst die nach einer Geige, dann die nach einem Bogen. Was fehlt also noch? Richtig.

Nun, als Kasten hatte ich mich schon vor zwei Jahren für einen Glasfaserkasten von Winter / Eastman entschieden: zu einer modernen Geige mit hochwertigem Carbonbogen sollte ein stylischer Kasten gehören. Mit dieser meiner Entscheidung bin ich nun aber überhaupt nicht zufrieden. So schick der Kasten auch aussieht, die mondäne Form behindert das aufrechte Hinstellen. Sehr ärgerlich, wenn man mit der Straßenbahn unterwegs ist. Die Oberfläche zerkratzt leicht. Vor allem aber reicht der Kasten die Außentemperatur sehr direkt nach innen durch – so stark, dass zweimal während einer 'Winterreise' von 20 min sich alle Wirbel gelöst haben - trotz zusätzlichem Seidenschlafsack und Decke.

Damit stehe ich wieder vor der Frage, wie mein idealer Geigenkasten aussehen sollte. Und so wende ich mich an Euch: wie sollte Eurer Meinung nach ein guter Geigenkasten aussehen? Worauf sollte man achten?

Vielleicht können wir zusammen eine Bewertungsmatrix erstellen. Sammeln wir die Eigenschaften eines guten Kasten, stellen wir denen die jeweils schlechten gegenüber (und legen wir fest, dass die normalen dazwischen liegen), etwa so:

  • Ein guter Kasten ist leicht (< 2kg), ein schlechter schwer (>3kg) .
  • Ein guter Kasten sieht ein stylisch aus, ein schlechter klobig.
  • Ein guter Kasten riecht gut, ein schlechter dünstet Kunstoffe etc. aus.
  • Ein guter Kasten hat eine Schwebelagerung, ein schlechter überträgt Stöße direkt auf die Geige.
  • Ein guter Kasten hat ein starke Isolierung, ein schlechter reicht die Außentemperaturn direkt durch.

Und nun bitte Ihr:

Was würdet Ihr Euch von einem Geigenkasten wünschen bzw. nicht wünschen? Was bräuchtet Ihr unbedingt, was käme für Euch nicht in die 'Tüte'? Worauf würdet Ihr achten?

So hoffe ich mit Eurer Hilfe aus der Fülle  der Geigenkasten den idealen herauszugreifen. Zusammen geht besser. Deshalb Dank schon jetzt.
 

herzlichst P.

asmahan Profilseite von asmahan, 09.04.2015, 00:05:45

Ein "guter" Kasten muss weniger als 2 Kilo wiegen? Dann wären  Traum-Exemplare wie Riboni Zero 5 (2,6) oder Negri (2,75) also "nicht gut"... Klar, ich würde nie ein solches Luxuscase kaufen, die sollen Leuten vorbehalten sein, die auch entsprechend spielen können; aber ich denke, dieses Gewicht lässt sich allemal mit Stolz und Würde tragen. (Ich buckle übrigens knapp 3 kg, bin eher ein Fliegengewicht, aber die Geige hat's bequem und ist gut geschützt.)

peerceval Profilseite von peerceval, 09.04.2015, 09:24:07

... ich glaube nicht, dass der 'ideale' Geigenkasten in allen Kategorien der beste sein wird. Um die Dinge aber nicht gleich von Anfang zu vermischen und sich so einzuengen, scheint es mir wichtig, jedes Kriterium erst einmal für sich zu nehmen. Und da scheint mir die leichtere Kasten, rein vom Gewicht her, besser zu sein als der schwere. So, wie der stylische besser ist, als der dröge 0815-Formkasten. Nur dass eben ein stylischer Glasfaserkasten in anderer Hinsicht ziemlich abfallen kann - wie ich am eigene Leibe erfahren durfte.

P.

Bavarica Profilseite von Bavarica, 09.04.2015, 06:43:06

​Interessantes Thema, da werden sicherlich viele Aspekte zusammengetragen und jeweils unterschiedlich gewichtet werden. 

  • Ein guter Kasten ist nicht schwerer als 3kg
  • und isoliert gut. Und da ist ein Widerspruch zum 1. Punkt. David Musafia zufolge isolieren Kästen mit Holzkern am besten, weitaus besser als Synthetikmaterialien, weshalb er seine Kästen standardmäßig mit Holzkern baut. Geht natürlich ins Gewicht. 
  • hat Schwebelagerung
  • und mehr als 2 Bogenhalter
  • Notenfach
Aranton Profilseite von Aranton, 09.04.2015, 09:52:12

Den idealen Geigenkasten gibt es nicht. Es kommt immer darauf an, welche Ansprüche man an den Kasten stellt. Mir ist zum Beispiel wichtig, dass der Kasten Platz bietet, deshalb kommen Formetuis für mich nicht infrage. Und mit kastenförmigen Kästen ist das zwei Kilo-Kriterium natürgemäß schwer zu erfüllen. Da auch der schwerste Geigenkasten weit von dem entfernt ist, was ich in meiner Bundeswehrzeit durch die Gegend gewuchtet habe, kann ich das Rennen um jedes Gramm Gewichtsersparnis nicht so recht nachvollziehen. Wenn man vierzig Kilo geschleppt, und gelernt hat, zehn als "leichtes Gepäck" zu empfinden, besteht zwischen drei fünf Kilo kein signifikanter Unterschied mehr. Vorausgesetzt natürlich, der Kasten hat ein vernünftiges Tragesystem. Wenn man den Kasten am Henkel in einer Hand trägt, ist das Gewicht relevanter als wenn er gute Rucksackriemen hat.

Ein weiteres Kriterium, das sich nicht als Kontinuum einer Variablen darstellen lässt, ist sind Langlebigkeit/Wartungfreundlichkeit. Was bringt einem der schönste Kasten, wenn die Bogenhalterschrauben nach anderthalb Jahren ausgeleiert sind und den Bogen nicht mehr sicher halten? Deshalb würde ich darauf achten, dass man sie nachjustiieren oder auch ersetzen kann. Bei einem Kasten aus Holz ist das Austauschen kein Problem, man braucht nur einen Schraubenzier eventuell eine Zange und natürlich einen Ort, an dem die Geige während der Operation sicher ist.

"Stylish" liegt im Auge des Betrachters. Aber ein guter Geigenkasten begleitet einen über viele, viele Jahre. Da sollte man sich meiner Ansicht nach nicht an kurzlebigen Trends orientieren, sondern etwas kaufen, das einen auch nach fünf, zehn, fünfzehn Jahren nicht ankotzt. Das ist natürlich schwer vorher zu sehen, aber neutral und langweilig ist da gut.

Mit Gerüchen ist das so eine Sache. Gegenstände, die monatelang in Plastik eingeschweißt waren, können den Geruch der Folie annehmen, aber das verfliegt. Auch ein eventueller Plastikgeruch (der übrigens auch auftreten kann, wenn gar kein Plastik verarbeitet wurde; dann kommt er von den verwendeten Klebstoffen) verfliegt. Dass ein Geigenkasten nicht nach billigem Kunststoff riecht, heißt nicht unbedingt, dass keine billigen Kunststoffe drin sind. Es kann auch bedeuten, dass der Händler das Teil hat ausdünsten lassen., ehe er es in den Verkauf genommen hat. Und so wie die schlechten Gerüche verfliegen, verfliegen auch die guten. Nach spätestens einem Jahr kommt einem auf jeden Fall der Duft von Kolophonium entgegen, wenn man seinen Geigenkasten öffnet.

Claudi Profilseite von Claudi, 09.04.2015, 10:16:58

Hallo,

ich finde das Thema interessant, da ich mir vor kurzem einen neuen Kasten zugelegt habe.
Natürlich kann man Kriterien auflisten, und die Spannbreite der Möglichkeiten pro Kriterium (Es fehlt übrigens das Kriterium "Preis").
Am Ende jedaoch liegt es allein an der Person - also in diesem Fall dir - wie schwer du welches Kriterum gewichtest. Und das wiederum ist nicht nur persönliche Vorliebe und Geschmack (der ja bekanntlich bei jedem anders ist), sondern auch die praktische Notwendigkeit.

Ich z.B. bin nicht länger als ein paar Minuten draußen im kalten unterwegs, da ich im Allgemeinen Auto fahre und dann gleich die Heizung anstelle. So war die Isolierung für mich nicht so wichtig. Ich wollte ein Formetui, weil ich es handlicher und schöner finde. Es sollte aber leicht sein und nicht 0815 (also glatt schwarz oder die üblichen billigen bleuen Stoffbezüge). Schwebelagerung. Und vor allem: nicht so teuer.
Anderes habe ich in Kauf genommen, z.B. das fehlende Notenfach. Die kommen dann halt in einen andere Tasche oder in einer Mappe extra.

Das nur als Beispiel, dass es eben sehr individuell ist, wofür man sich entscheidet.
Denn natürlich hätte ich andere Etuis noch schöner, proktischer, besser gefunden. Aber irgendwo muss man immer Abstriche machen, auch wenn es nicht am Geld mangeln sollte.

Viel ERfolg für die Suche.

 

Nachtrag zum Thema Klebstoffgeruch: Es gibt Etuis aus Bio-Material. Meins ist so eins und es ist überhaupt kein Kleber darin verarbeitet.

peerceval Profilseite von peerceval, 09.04.2015, 12:23:02

... ja, letztlich ist das alles eine persönliche Sache. Mein Fehler beim ersten Kauf war offensichtlich, dass ich nicht alle Kriterien gesammelt und dann gerankt habe. Hätte ich das getan, will sagen: hätte ich bewusst gewusst, dass der Kasten modern und stylisch und schlecht isolierend ist, hätte ich nicht 'umsonst' 200 Euro ausgegeben. Das soll mir nicht noch mal passieren. Deshalb will ich erst die Kriterien sammeln, die Kästen danach  je einzelnd bewerten, und dann per individuellem Ranking meinen idelaen kasten finden. Dieser letzte Schritt enthält genau das, was Du auch gemacht hast, liebe Caudi.

Also: immer weiter her damit: was müsste ein guter Kasten können, was sollte er eher nicht haben? Wie groß z.B. sollte seine Schutzfunktion sein?

P.

sofie Profilseite von sofie, 09.04.2015, 20:36:41
Wie groß sollte die Schutzfunktion sein?
Ich denke das hängt sehr von dem Inhalt den man damit transportieren oder auch nur lagern möchte ab. Ich denke das ist die falsche Ecke um zu sparen. Schutz ist mir persönlich wichtiger als Style...
peerceval Profilseite von peerceval, 09.04.2015, 21:01:24

... genau da lag ein Hauptfehler meines letzten Kaufs: ich bin einfach davon ausgegangen, dass ein gewisser Grundschutz und eine gewisse Isolationsfähigkeit per se gegeben sind, sodass ich mich auf eigentlich weniger wichtige Aspekte focussieren kann. Aber: Pustekuchen! So läuft das eben nicht, deshalb jetzt der 'komplexe' Ansatz ;-)

P.

sofie Profilseite von sofie, 10.04.2015, 22:25:51
Hast du dir die Musafia Etuis schon mal angeschaut? Da kannst du ohne Bedenken aussuchen was gefällt. Sie sind zwar teuer, aber wohl mit das Beste auf dem Markt...

Ich habe mich für die Kompromissloesung mit einem leicht modifizierten Bergner Etui entschieden.

Jaeger käme von der Schutzfunktion sicher auch in Frage. " Stylisch" sind die Kästen aber beim besten Willen nicht.

Ich würde mir an deiner Stelle für die Schleske Geige einem der besten Kästen gönnen und ein wenig auf chic verzichten.
peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 12:04:40

... magst Du mal beschreiben, welchen Bergner Kasten Du Dir wie warum hast modifizieren lassen?

Merci P.

sofie Profilseite von sofie, 12.04.2015, 15:52:46
Ich habe den 051er.
Die entscheidenden Änderungen sind flexible Bogenbrücken von GEWA, ein AirCell Schultertragegurt und Neoprenrucksacktrageriemen mit Karabinern.
Nicht ganz so entscheidend ist ein anderer Stoff/Samt für die Inneneinrichtung.
Ich Habe mir einfach beim Geigenbauer erst die Form (rechts unter dem Frosch vom Bogen ein großes Fach, damit der Bogen, falls nicht richtig eingepackt, nicht direkt auf die Geige knallt, eckige Fächer zur besseren Ausnutzung des Platzes, Platz bei der Schnecke), dann die Farbe außen und aus einem Musterkatalog den Stoff für innen ausgesucht. Danach dann der Extrawunsch nach flexiblen Bogenbrücken und einer großen Decke. Bergner hat die Bb. nicht, da hat der GB einfach mit der Bestellung welche von GEWA mitgeschickt. ;-)
Die mitgelieferten Trageriemen waren ein Witz... "grrrrr'" So was billiges habe ich vorher nur bei absoluten Billigetuis gesehen... Ich Hände sie dann nachträglich ausgetauscht.
meltemiskipper Profilseite von meltemiskipper, 09.04.2015, 20:40:03

Ich finde die Idee sehr gut, erstmal alle möglichen Kriterien zu sammeln.

Erst danach kann jeder für sich entscheiden, welches Kriterium für ihn ein k.o.-Kriterium ist oder welche Relevanz es hat oder nicht.
In einer Entscheidungsmatrix wäre das dann die Wichtung der Kriterien und für verschiedene alternativ zu bewertende Geigenkästen gäbe es dann noch einen Erfüllungsgrad des Geigenkastens bezogen auf die einzelnen Kriterien.
Aber solch eine (versuchte) "Quantifizierung" von teilweise völlig unabhängigen Kriterien ist dann erst der 2. Schritt.

Mir fallen - zu den schon genannten - sofort die Kriterien: "Rucksackgarnitur" - sollte 3-Punkt mit breiten komfortablen Riemen sein - und "unabhängige Schließmechanismen" ein (habe im Moment einen Koffer sowohl mit Schnappverschluss, Reißverschlüssen als auch mit zusätzlichen Magnetverschlüssen am Überzug. Das ist ein sicheres Gefühl, wenn der Koffer nicht gleich aufklappt, wenn er mit aufgelegtem Deckel und Geige drin in der Ecke liegt und irgendeine Person fasst am Griff an, will den Koffer hochnehmen und er klappt von alleine auf und die Geige fällt raus.... mein Horrorszenario :-( 

Viele Grüße

MS

Bavarica Profilseite von Bavarica, 09.04.2015, 21:26:00

"Das ist ein sicheres Gefühl, wenn der Koffer nicht gleich aufklappt, wenn er mit aufgelegtem Deckel und Geige drin in der Ecke liegt und irgendeine Person fasst am Griff an, will den Koffer hochnehmen und er klappt von alleine auf und die Geige fällt raus.... mein Horrorszenario :-( 

Mir ist es zum Glück noch nie passiert, dass ich vergessen hab, den Kasten ordentlich zu verschließen und den Reißverschluss zuzumachen, aber trotzdem ist für mich ein Klettverschluss um den Geigenhals auch ein Muss. Denn so kann die Geige selbst bei offenen Verschlüssen nicht einfach rauspurzeln. 

Ich würde auch Schutz/Sicherheit die höchste Priorität geben: Schwebelagerung, Klettband, Robustheit und Schutz vor Stößen, Schägen, sich schließenden U-Bahn-Türen oder wenn der Geigenkasten einfach nur mal umkippt, Schutz vor starken Temperaturschwankungen.

Verzichten kann ich auf alles, was über die reine Funktion hinausgeht und reiner Luxus ist. Sorgfältige Verarbeitung ist natürlich wichtig, aber meine Geige muss nicht auf sündteurem Samt gebettet liegen und vom Leder mit Mozart beschallter Rinder ummantelt sein. Und alles andere, gute Rucksackgarnituren, Regenschutz bis hin zu Decken usw. kann man ja leicht einzeln bestellen. 

 

meltemiskipper Profilseite von meltemiskipper, 09.04.2015, 21:49:32

Mit dem Einzeln-Bestellen von Rucksackgarnituren habe ich nicht so gute Erfahrungen - zum Teil sind die Punkte zum Anbringen von Gurten am Kasten ungünstig gelegen oder einfach nicht vorhanden und als ich mal eine gute Hülle (ähnlich Soft-Bag, aber als zusätzliche Hülle für den Kasten gedacht) gekauft habe, war das zwar 100% passend von der Form her und trug sich auch sehr gut, aber..... Hülle und Kasten waren immer 2 eigenständige Teile - z.B. Aufklappen des Geigendeckels führte zum unkontrollierten Zurückklappen des Hüllendeckels und wenn da noch Noten drin waren (Die Hülle hatte auch eine große Notentasche im Deckel), klappten da immer so 2 Deckel unabhängig herum...
Das klingt vielleicht jetzt ein wenig blöd, aber sowas nervt mich total - man hat Auftritte mit anderen zusammen, wenig Platz zum Aufbauen, da muss auch der Kasten ... na, einfach funktionieren, Deckel auf und zu ohne mit der anderen Hand den Hüllendeckel mitzuführen - da halte ich dann schon die Geige und den Bogen...
Ich hätte auch beides zusammenbasteln können, aber ich wollte nicht basteln, nur einen vernünftigen Koffer....
Viele Grüße
MS

Tasha Profilseite von Tasha, 10.04.2015, 11:27:16

Ich habe mir bewusst einen Geigenkasten mit Holzkern gekauft, nachdem ich einmal bei Eiseskälte mit meinem alten Holzkernkasten an der Haltestelle stand und mich irgendwann wunderte, warum mir an den Beinen so warm ist. Nun, da stand der Geigenkasten und der hielt tatsächlich richtig gut die Kälte ab.

Ich habe mich für ein ganz einfaches Formetui entschieden, da ich ein zusätzliches Rucksacksystem nutze. Das ist noch mal dick gepolstert und ich kriege den Geigenkasten plus alle meine Noten problemlos rein. Vorne hats noch ein Fach für Kleinkram, da steckt z.B. meine Schulterstütze drinne. Es handelt sich um jenes Teil: http://www.paganino.de/etuis/geigenkaste ... rucksackueberzug-4-4-oxid.html

Man trägt so natürlich etwas mehr Gewicht mit sich rum, aber der Rucksack sitzt sehr bequem, mich störts nicht.

Ricky Profilseite von Ricky, 10.04.2015, 22:46:07

Meine freunde der guten unterhaltung,

bei einem Geigenkasten denke ich zählt einig und allein der inhalt.die inneren werte

denn da ist das wertvolle.

egal wie alt(1830 meine) oder teuer sie ist, sie ist unser Herzblut.das bedeutet best mögliche isolation,schwebegelagert gute und solide verarbeitung.und das gewicht ich bitte euch, die meisten schulranzen wiegen mehr und das sind richtig kleine menschen oder kinder.

also bitte schaut das es eurer liebe gut geht.sie soll sich warm und geborgen fühlen.ohne sie seid ihr nix.da bringt auch der koffer nix mehr.

wie immer die rechtschreibfehler dürft ihr behalten.

 

Tigerente Profilseite von Tigerente, 11.04.2015, 14:00:40

Wirklich ein sehr interesantes Thema!

Für mich ist es auch gerade am aktuell werden, ich habe in letzter Zeit auch schon angefangen, nach einem neuen Geigenkasten zu stöbern.

Habe mir kürzlich eine erste eigene Geige zugelegt, aber habe leider nur ein Formetui für sie, welches ich nicht so gerne mag, da ich außer der Geige da kaum was unterkriege.

Für mich sind jetzt erstmal folgende Punkte wichtig:

- die Noten sollen reinpassen

- meine Bonmusica-Schulterstütze soll auch rein (und die nimmt ganz schön viel Platz weg, daher muss der Koffer ein einigermaßen großes Zubehörfach haben)

- der Koffer soll möglichst leicht sein, aber trotzdem einigermaßen stabil ( ich fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln und bin immer ca. 45 Minuten unterwegs, da tun mir jetzt bei meinem 2-kg-Koffer schon nach ca. einer halben Stunde die Schultern weh)

- es sollen halbwegs bequeme Rucksackgurte dabei sein

- er darf nicht zu teuer sein

 

Momentan haben es mir die beiden folgenden angetan, ich bin aber noch unschlüssig:

http://www.thomann.de/de/jakob_winter_jw ... 53023_n013_violin_case_4_4.htm

http://www.paganino.de/violine/etuis/kof ... cato-classic-geigenkasten.html

 

Was haltet ihr von denen?

think Profilseite von think, 11.04.2015, 16:39:15

Hallo Tigerente,

ich habe den Pacato-Geigenkasten und bin SEHR zufrieden damit. Ich bekomme alle Noten, mein Notizbuch, Kolophonium, Stimmgerät, Putztuch und meine große Schulterstütze unter (und habe immer noch Platz). Passt also. Der Koffer ist  leicht aber robust und Regen hat er auch schon ausgehalten. Die Schultergurte sind für mich okay, aber ich laufe auch keine so weiten Strecken. Es knarzt etwas beim Tragen auf dem Rücken, was an den Metallösen liegt, an denen die Tragegurte befestigt sind. Es stört mich aber in keiner Weise. Bequem ist es trotzdem. Die Temperatur wird auch gut gehalten und ich konnte beim Aprilwetter der letzten Tage keine Wetterbeeinträchtigungen der Geige feststellen. Also von mir gibt es für den Koffer eine klare Empfehlung :-)

sofie Profilseite von sofie, 12.04.2015, 09:10:35
@peerceval http://www.musafia.com/lievissima.html stabil UND leicht. leider nicht "stylisch". Mich würde es nicht stören...
Ricky Profilseite von Ricky, 12.04.2015, 10:35:54
is doch suppi
peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 11:31:35

merci, liebe Sofie! merci. Ich hatte diese Kästen bisher außer Acht gelassen, weil sie eben schon mit einer Lieferzeit von einem halben Jahr avisiert waren. Gestern habe ich die Seiten mal gründlich durchgelesen. Insbesondere die Testseite ist lesenswert und verdeutlicht mein aktuelles Drama: Er hat einen Kasten aus einem 21° Zimmer heraus über >60 min in einer 1° Umwelt transportiert und dann in eine ca 17° Halle zurückgebracht. Dabei hat er durchgehend die Innen(luft)temperatur gemessen. Der Witz war, dass die tiefste Innentemperatur (5°) gerade erst erreicht war, als er den Kasten wieder in die Halle geholt hatte.

Mein Eastman-Kasten reagiert viel direkter. Obwohl ich natürlich nicht wissenschaftlich die Innentemeraperatur gemessen habe, war der der Kasten bei mir nach 10 min Fußweg zur Bushaltestelle schon so kalt, dass ich ihn außen schon nicht mehr anfassen wollte. Und dann rein in den warmen Bus, und wieder raus an die Umsteigestelle und wieder rein. Man kann sich vorstellen, was das für ein temperaturbedingter Dehn-/Stauch-Parforce-Ritt gewesen ist.

Warum schreibe ich das? Bei dem Kasten hier bin ich jetzt skeptisch, ob der auch diese obige Werte bringt. Mir scheint mittlerweile ein Kasten, dessen Inlet die Geige ganz mit Schaumstoff etc. umhüllt das Durchreichen der Außentemperatur noch besser abzufedern.

Aber eins ist klar: Beim letzten Kauf war ich schlicht naiv. Ich bin ehrlich davon ausgegangen, dass gewisse Grundfuntkionen (Druck - und Temperaturschutz) per se gegeben sind. Deshalb hatte ich auf das opetische geachtet. Nun: Adenauer'sch gesagt: was hindert mich, jeden Tag etwas klüger zu werden. Allerdings möchte ich auch jetzt wieder einen Kasten, den ich mit Freude trage und öffne - nur eben einen, der seine Aufgaben auch wirklich erfüllt.

Ich werde jetzt mal alle Anmerkung systematisch sammeln, vielleicht kriegen wir zusammen eine objetivierte Darstellung hin, die dann auch noch systematisch personifiziert werden kann. Ich hab da eine Idee ...

P.

sofie Profilseite von sofie, 12.04.2015, 16:05:54
Mag sein, dass Schaumstoff besser isoliert, Holz ist jedoch sicher besser schützend. Nach Stunden bei Minustemperaturen am Bahnhof mit SEV und allem was leider oft dazugehört, war meine Geige nicht wirklich kalt geworden. Sie war auch nicht verstimmt oder so...
Tigerente Profilseite von Tigerente, 12.04.2015, 10:26:23

Hallo think,

 

danke für dein Feedback zum Pacato. :)

Der hat halt wirklich den Vorteil, dass er mit 1,6kg deutlich leichter ist als der andere und günstiger noch obendrein. Andererseits hab ich dann leichte Bedenken in Punkto Stabilität...!?!? Es kommt bei mir schon regelmäßig vor, dass in der überfüllten Bahn die Leute drängeln und ich auch mal nen Stoß in den Rücken (bzw. somit gegen den Geigenkasten) abkriege.

Ich werde noch eine Weile in mich gehen... ;)

 

Ricky Profilseite von Ricky, 12.04.2015, 11:33:13
ich tu Sie dann zwischen dir Beine oder stell sie auf die Füße vor mich.
peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 11:45:30

... mittlerweile habe ich verstanden, dass die Stabilität differenziert so betrachten ist. Eigentlich soll der Kasten gar nicht stabil sein. Will sagen: er selbst muss einen 'Stoß(un)fall' gar nicht unbedingt heil überstehen. Ein Auto soll bei einem Crash ja auch nicht in diesem Sinne 'stabil' sein. Vielmehr soll es all die eingehende kinetische Energie durch Verforumungen so auffangen, dass die Insassen heil überleben. Das Auto ist gut und sicher, wenn es selbst bei einem Unfall Schrott ist, die Fahrer aber heil wieder raus kommen.

Warum schreibe ich das? Nun, ich habe bei meinem Glasfaser-Eastman Kasten jetzt natürlich ein wenig rumprobiert: Ich kann ihn ziemlich leicht eindrücken. Mit dem bloßen Daumen. Allerdings springt der Kasten schnell wieder die Ausgangsform zurück. Für mein Laienverständnis bedeutet das, dass er die eingehende Energie durch Verformung direkt in den Innenraum durchreicht. Ich vermute mittlerweile, dass bei einem echten Sturz (mit ganz anderen Kräften als die meines Daumens) auch die Schwebelagerung nicht mehr genug Puffer bringt, sodass letztlich die Geige die Energie abkriegt und auffängt. Und das bedeutet Bruch.

Bei meinem neuen Kasten werde ich auch darauf achten...

P.

peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 13:24:04

Vielen Dank für die vielen Anregungen. Ich habe die jetzt mal systematisiert. Meine Grundidee wäre, dass man jedem Geigenkasten einzeln bzgl. jeder Eigenschaft einen Wert zwischen +2 und -2 zuordnen kann. +2 stünde da für herausragend, 0 für normal oder unbekannt und -2 für besonders schlecht. Ohne persönliche Gewichtung könnte man die Werte dann addieren und bekäme einen Kastenspezifischen 'Qualitätswert'. Mit persönlicher Gewichtung ging jeder Wert multipliziert mit der je persönlichen Wichtigkeit (Wert zwischen 1 (sehr wichtig), 0,5 (normal wichtig) und 0 (unwichtig) ) in den Endwert ein.

Was es dazu allerdings noch bräuchte, wäre sozusagen 'objektivierte' Regeln für die Zordnung der Qualitätswert. Hier mal ein Vorschlag (sicher nicht wissenschaftlich sicher, dafür aber privat anwendbar):

  • Bogenhalter
    • Anzahl 4 [→ 2]
    • Anzahl 3 [→ 1]
    • Anzahl 2 [→ 0]
    • Anzahl 1 [→ -1]
    • Anzahl 0 [→ -1]
  • Geigenhalssicherung
    • ja [→ 1]
    • unbekannt [→ 0]
    • nein [→ -1]
  • Geruch
    • sehr gut [→ 2]
    • angenehm [→ 1]
    • normal/unbekannt [→ 0]
    • schlecht [→ -1]
    • ungesund / eklig [→ -2]
  • Gewicht
    • <= 1,4kg [→ 2]
    • 1,5kg -1,9kg [→ 1]
    • 2,0 – 2,4kg / unbekannt [→ 0]
    • 2,5kg – 2,9kg [→ -1]
    • >= 3,0 kg [→ -2]
  • Hülle
    • wasserabweisende Hülle, mit Kasten verbunden [→ 2]
    • wasserabweisende Hülle [→ 1]
    • unbekannt [→ 0]
    • Keine Hülle, aber Kasten selbst wasser abweisend [→ -1]
    • Keine wasser abweisende Hülle [→ -2]
  • Hygrometer
    • ja, hochwertig [→ 2]
    • ja [→ 1]
    • unbekannt [→ 0]
    • nein [→ -1]
  • Isolierung
    • Hersteller gibt Vergleichswert an [→ 2]
    • Holzkern [→ 1]
    • Kunststoff / unbekannt [→ 0]
    • Temperatur wird leicht verzögert durchgereicht [→ -1]
    • Temperatur wird direkt durchgereicht [→ -2]
  • Luftbefeuchter
    • ja, hochwertig [→ 2]
    • ja [→ 1]
    • unbekannt [→ 0]
    • nein [→ -1]
  • Notentasche
    • ja, auch für großes Orchsterstimmenformat [→ 2]
    • ja, auch übergroßes 'Bärenreiter'-Notenformat [→ 1]
    • ja, für DinA4 Notenformat / unbekannt [→ 0]
    • nein [→ -1]
  • Preis
    • < 100€ [→ 2]
    • 100€ - 200€ [→ 1]
    • 201€ – 400€ / unbekannt [→ 0]
    • 401€ - 800€ [→ -1]
    • >= 801€ [→ -2]
  • Rucksackgarnitur
    • ja, integriert [→ 2]
    • ja [→ 1]
    • unbekannt [→ 0]
    • nein [→ -1]
  • Saitenrohrhalterung
    • ja [→ 1]
    • unbekannt [→ 0]
    • nein [→ -1]
  • Schließmechanismus
    • dreifach (Schloß, Schnalle + Reisverschluss) [→ 2]
    • zweifach (Schloß + Schnalle) [→ 1]
    • einfach, mit mechanischer Sicherung / unbekannt [→ 0]
    • einfach, ohne mechanische Verriegelung [→ -1]
    • keiner oder sehr primitiv [→ -2]
  • Schwebelagerung
    • ja, mit großem Abstand [→ 2]
    • ja, mit kleinem Abstand [→ 1]
    • nein, aber Polsterung / unbekannt [→ 0]
    • nein, keine Polsterung [→ -1]
  • Stauraum
    • groß, auch für BonMusica-Stütze [→ 2]
    • groß, [→ 1]
    • normal / unbekannt [→ 0]
    • wenig bis gar keinen [→ -1]
  • Stoßdämpfung / Stabilität
    • Händler gibt Vergleichswerte an [→ 2]
    • Geige in Schaumstoffummantelung [→ 1]
    • normal / unbekannt [→ 0]
    • Kasten lässt sich mit Daumen eindrücken / verformen [→ -1]
    • Kasten bricht bei Daumendrucktest [→ -2]
  • Wartungsfreundlichkeit
    • gut [→ 1]
    • unbekannt [→ 0]
    • schlecht [→ -1]
       

Bevor ich das nun in ein Tabellenformat (OpenOffice oder Excel) gieße, wäre ich dankbar für Eure Kommentare. Was ist vergessen, was sollte anders operationalisiert werden. 

Besten Dank für die Kooperation

P.

sofie Profilseite von sofie, 12.04.2015, 15:57:19
Wichtig für mich (außer dem genannten):
-großes Zubehörfach RECHTS
-FLEXIBLE Bogenbrücken
-am Koffer fest fixiertes (verschraubt, nicht nur angenäht) Tragesystem
peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 16:25:16

... Rückfragen eines Ignoranten (= Nichtwissenden ;-) ):

a) was sind flexible Bogenbrücken?

b) warum muss das große Fach rechts sein?

sorry, wenn es zu dumm ist.

P.

sofie Profilseite von sofie, 12.04.2015, 16:46:37
a) der Teil wo die Spitze reingesteckt wird ist die Bogenbrücke. Flexibel heißt sie ist"biegbar". Wenn du also den Bogen mit Schwung schräg rausziehst gibt die Halterung nach. Ist sie fest, bricht die Bogenstange.
b) meist ist der Frosch des Bogens rechts. Wenn du jetzt vergisst ihn richtig festzumachen, dann knallt er bei jeder Bewegung auf die Geige. Wenn das große Fach rechts ist, dann knallt er im Ernstfall auf das große Fach... Bei Schülerformetuis habe ich schon viele schlimme Lackschäden an der Geige gesehen, die so entstanden sind.
peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 18:01:48

... absolut logisch, vielen Dank. Ich werde es in die Liste aufnehmen. Worauf man alles achten muss ;-)

think Profilseite von think, 12.04.2015, 17:59:14

Ich habe nur eine methodische Anmerkung ;-) ... Wenn man die ganzen Kriterien gewichten möchte, wäre es hilfreich, im ersten Schritt festzulegen, welche der oben genannten Kriterien in welcher Art wichtig sind (essentiell, also notwendig - wäre gut/wünschenswert- nicht ganz so wichtig (wobei hier der letzte Punkt auch anders bestimmt werden kann). Danach kann dann die Bewertung der einzelnen Kriterien beginnen (wie oben schon so toll dargestellt). Ganz streng genommen dürfte man da dann aber nur ein ja/nein/keine Info vergeben ;-) Aber das Vorgehen kann man hier auch sehr gut anpassen. Ich glaube, dass diese Art der Auswertung bei den vielen Kriterien ein noch differenzierteres Bild geben könnte und den Entscheidungsprozess deutlich vereinfachen kann. Ganz im Sinne der qualitativen Gewichtung ;-) Das ist jetzt aber nur ein Gedankengang, wie man die komplexen Entscheidungsprozesse noch weiter optimieren kann. Es soll aber nicht komplizierter werden ;-)

peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 19:51:38

... hmmm, ich dachte mir, man könne die subjektive Wertung nachher einfließen lassen. Zu jedem absoluten Wert zwischen +2 - -2 gibt es dann einen persönlichen Multiplikationsfaktor zwischen 0,1 - 1.0. Ein Beispiel: mir ist die olphaktorische Ausdünstung eines Kasten wichtig, genauer gesagt: sein Nicht-Ausdünstung. Aranton hält das für nachdangig. Nun möchte ich natürlich nicht auf meine Wertung verzichten. Genauso wenig, wie Aranton auf seine. Also müssen wir beide unabhängig von einander die objektiven Ergebnisse ('der zugesandte Bam-Kasten stank erbärmlich' = -2 ) je subjektiv werten können, ich mit dem Faktor 0,8, Aranton mit dem Faktor 0,1 oder gar 0,0. Und so erfolgt die subjetive Summierung über den je schon gefäbten Wert. In meiner 'Excel' klappt das schon sehr gut. Ich stell die bald online.

(dabei gehe natürlich davon aus, dass Aranton und ich gleichermaßen die Ausdünstung konstatieren (-2). Das muss nicht zwingend immer so sein. Aber erst mal können wir ja von reiner pragmatischen Intersubjektivität ausgehen.)

sofie Profilseite von sofie, 12.04.2015, 21:20:11

Mir ist noch eine Ergänzung eingefallen.

Du (peerceval), brauchst sicher keine flexiblen Bogenbrücken, da Du ja einen Arcus Bogen spielst. Der soll ja laut Hersteller praktisch unzerstörbar sein... ;)

 

meltemiskipper Profilseite von meltemiskipper, 12.04.2015, 22:30:53

Hallo Peerceval,
nur als Alternativvorschlag zur Gewichtung von verschiedensten Vergleichskriterien, die voneinander total unabhängig sind und dann auch noch von jedem Nutzer völlig individuell unterschiedlich bewertet werden:
Hierzu würde ein paarweiser Vergleich in einer Entscheidungsmatrix passen, der würde so gehen:
Schritt 1: Du listest alle K.O.-Kriterien auf und legst sie beiseite für die Entscheidung
Schritt 2: Du listest alle anderen voneinander unabhängigen Kriterien auf (ohne Wert, das kommt später), also jedes Kriterium darf nur einmal vorkommen. Die maximal 10 für Dich wichtigsten Kriterien schreibst Du in eine Tabelle sowohl als Zeilen- als auch als Spaltenüberschrift. das Ergebnis ist eine Matrix.
Schritt 3: Du nimmst jedes Kriterium (Zeile) und vergleichst es mit jedem anderen Kriterium (Spalte), wenn Dein Zeilenkriterium Dir wichtiger ist als das Spalten-Vergleichskriterium, dann schreib eine "1" in die Matrix, wenn es unwichtiger ist, dann eine "0".
Schritt 4: Du addierst alle Einsen in jeder Zeile und erhältst eine (Deine individuelle!) Gewichtung der Kriterien. Diese Summe schreibst Du in die nächste Spalte rechts.
Schritt 5: Die nächsten Spaltenüberschriften werden für alle  in Frage kommenden Geigenkästen vergeben - 1 Spalte pro Kasten. Unter jedem Kasten schreibst Du in jede Kriterienzeile, inwieweit der Kasten das Kriterium Deiner Meinung nach erfüllt (wieder 1-9)
Schritt 6: Nun hast Du Für jeden der Kästen ein Zahlenpaar "Erfüllungsgrad des Kastens bezüglich eines Kriteriums" und "Wichtung des Kriteriums". Multipliziere diese Zahlenpaare und addiere sie für jeden Kasten auf. Du wirst für jeden Kasten eine Zahl bekommen, je höher diese ist, desto mehr ist der Kasten für Deine Bedürfnisse geeignet.


Natürlich sind die von Dir festgelegten K.O.-Kriterien von den Kästen einzuhalten, sonst brauchst Du die anderen Kriterien gar nicht anzuschauen.
Ich finde den paarweisen Vergleich wirklich gut, wenn man sich mit einer Entscheidung schwer tut und die Alternativen nicht gut vergleichbar sind. Es ist der Versuch einer Quantifizierung von sehr subjektiven Enscheidungskriterien.
Ob man dem Ergebnis vertraut oder nicht ist meiner Meinung nach egal - wichtig ist für mich zu sehen welche Kriterien für mich so wichtig sind dass sie die Entscheidung für eine bestimmte Variante maßgeblich beeinflussen.

Diese Vorgehensweise ist ziemlich aufwändig - Ich habe sie deshalb bisher nur bei sehr wichtigen (und später schwer zu korrigierenden) Entscheidungen angewandt und bin nie enttäuscht worden. Ich fand es immer gut zu wissen, warum eine Entscheidung so gefallen ist, das erleichtert den Umgang mit den Konsequenzen...  Ob natürlich der Kauf eines Geigenkastens so wichtig ist dass es den Aufwand rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ich erinnere mich an Deine Herangehensweise beim Bogenkauf und die hat mich beeindruckt und ich fand es gut. Darum könnte dieser o.g. Ansatz vielleicht weiterhelfen!

Viele Grüße
MS

peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 23:41:11

... charmante Idee. Recht aufwendig oder? Hättest Du einen Vorschlag, wie man das in eine Tabelle gießt? Würdest Du diesen Vorschlag online stellen?

herzlichen Dank P.

meltemiskipper Profilseite von meltemiskipper, 13.04.2015, 19:51:57

 Entscheidungsanalyse.xlsx

Hallo Peerceval,

hier ist mein Excelentwurf.
Ich habe mal 7 Kriterien reingeschrieben und einen fiktiven Billigkasten als 1 Alternative ausgefüllt, damit das Prinzip klar wird. Ausfüllanleitung s.o. Schritt 1 und folgende.
Du solltest schon so ca. 10 Kriterien wählen, wenn es mehr werden wird halt die Matrix größer! (Aber dank Excel und copy paste ist das ja kein Problem).
Das Ausfüllen ist wirklich einfach und individuell für jede Meinung und die Ergebnisse sind durchaus erstaunlich!
Viele Grüße

MS

peerceval Profilseite von peerceval, 13.04.2015, 22:29:10

... besten Dank, lieber meltemiskipper! Wenn ich die Sache richtige sehe, sind unsere Verfahren eher Varianten, als Alternativen. Du drehst die Objektivierung an einer Stelle noch eine Umdrehung weiter als ich:

Bei mir ist die Wichtigkeit eines Kriteriums ein auf einer Skala von 1 - 10 je für sich  geschätzter Wert, dividiert durch 10. Bei Dir ergibt sich die Wichtigkeit durch einen paarweise Vergleich aller Kriterien untereinander: Jedes wichtigere Kriterium gewinnt einen Punkt, wenn es wichtiger ist als das andere. Und seine Gesamtwichtigkeit ergibt sich als Summe der gewonnenen Punkte.

Danach gehen wir ziemlich gleich vor: Du bewertest die Qualität (= Erfüllung pro Kriterium) auf einer Skala von 1- 10, ich auf einer Skala von -2 bis +2 [wobei ich die einzelnen Werte mit etwas genaueren Einzelentscheidung zu hinterlegen versuche]. Und dann multiplizieren wir beide unsere je unterschiedlich gewonnen Wichtigkeit mit dem Erfüllungswert und addieren zuletzt alle gewichteten Ergebnisse: je höher das Ergebnis, desto besser. Bingo.

Ich nehme Deinen Ansatz - der bzgl. der Objektivierung der persönlichen Wichtung natürlich systematischer ist - trotzdem mal als eine grundsätzliche Bestätigung des Verfahrens. Hab Dank dafür und für Deine Mühen;

mti sehr herzlichen Grüßen

P.

peerceval Profilseite von peerceval, 14.04.2015, 14:45:56

... Auch wenn wir unsere Mitstreicher wahrscheinlich gekonnt abhängen:

Nachdem ich gestern Deine Idee so nebenbei analysiert hatte, konnte ich die letzte Nacht nicht schlafen. Je länger ich drüber nachgedacht habe, desto mehr hat mich Dein Ansatz gefangen. Darum habe ich ihn  heute in meiner Mittagspause mal in mein Sheet integriert: statt meiner manuellen gefühlsmäßigen Gewichtung gibt es jetzt eine dritte mittlerere Tabelle, in der man Deinen paarweisen Vergleich einträgt. Meine Evaluationstabelle übernimmt diem gewichtungen dann automatisch (in der persönlichen Ergebnisspalte).

Dabei ist mir aufgefallen, dass man gar nicht das ganze Kombinationsquadrat ausfüllen muss, sondern nur die eine Dreieckshälfte. Denn natürlich ist die Relation 'x ist mir wichtiger als y' (= x kriegt einen Punkt) reziprok zu 'x ist mir wenige wichtig als y' (= x kriegt keinen Punkt = 0). Deshalb kann man aus der Entscheidung wichtiger(x,y) automatisch schließen nicht-wichtiger(y,x). Entsprechend habe ich meine Paartabelle formuliert. Bei 32 Dimensionen spart das kräftig ein. Und ganzn ehrlich: aus Konsistenzgründen muss man das wohl auch so machen.

Nun also: herzlichen Dank für Deine Verbesserungsidee, lieber meltemiskipperl!

P.

peerceval Profilseite von peerceval, 12.04.2015, 23:39:55

Liebe Forianer;

nun also der erste Versuch einer systematische Evaluation. Ich habe das ganzes in ein 'Excel' gegossen. Genau genommen in eine LibreOffice-Calc-Datei. Über die schon erwähnten Kategorien hinaus habe ich noch die Bewertungsklassen 'Bogenbrücken', 'Materialqualität' und 'Stehendtransport' hinzugefügt. Außerdem habe ich schon mal meine drei Geigenkästen entsprechend klassifiziert. ["Überraschendes Ergebnis": mein gefühlt 'schlechtester' billiger Erstkasten ist eigentlich der beste. ] Im PDF seht ihr das auf Seite 3, Seite 1 und 2 listen noch mal die ganzen Kategorien und die Wertesemantik auf.

Wenn Ihr Lust habt, Euren Kasten auch mal zu klassifizieren, wäre ich Euch sehr dankbar. Ladet Euch einfach die LO-Datei oder die Excel-Datei herunter, tragt Euren Kasten ins zweite Sheet ein und dann die einzelnen Zahlen pro Klasse (was die Zahlen bedeutet, findet ihr in Sheet 1). Und dann mailt mir die Datei einfach wieder zu. [peerceval@fodina.de] Ich agrgiere das dann.

Ich selbst gehe nächsten Samstag auf die Musikmesse und sehe mir entsprechend des Blattes verschiedene Kästen an. Ich hoffe Riboni zu treffen, Winter, Bam und Gewa. Danach melde ich mich dann mit dem Gesamtergebnis. Und nun die Dateien:

herzlichst P.

(PS: Wie immer bei mir: die Dateien stelle ich unter der CC-BY-SA DE 3.0 Lizenz zur Verfügung. Ihr dürft sie also frei für Euch weiterverarbeiten, sofern ihr das Ergebnis unter der gleichen Lizenz weitergebt und auf diesen Artikel im Geigenforum verweist)

peerceval Profilseite von peerceval, 14.04.2015, 14:50:05

... hier nun die verbesserte Version, die die Idee von Meltemiskipper aufnimmt und integriert:

herzlichst P.

sofie Profilseite von sofie, 14.04.2015, 22:23:20

Noch was:

den überstehenden Etuideckel als Regenschutz finde ich sehr praktisch...

Ricky Profilseite von Ricky, 15.04.2015, 00:53:31

cool ich komm auf 19 punkte mit meinem

Ricky Profilseite von Ricky, 15.04.2015, 22:56:33

oh es sind sogar 20

sofie Profilseite von sofie, 16.04.2015, 22:20:37
wenn ich meinen Koffer mit der ersten Version bewerte, dann wäre es der Falsche... Das liegt daran, dass für mich Hygrometer, Saitenrohr, Geruch und sogar die BogenBrücken nicht so wichtig sind. Zubehör kann man zur Not ergänzen...
meltemiskipper Profilseite von meltemiskipper, 17.04.2015, 00:18:11

Hallo,
bitte macht nicht den (in meinen Augen) Fehler, Eure Geigenkästen gegenseitig zu bewerten, das wird nicht funktionieren. So ein bewertender Vergleich als Grundlage für eine Kaufentscheidung funktioniert nur, wenn jeder für sich und nach seinen eigenen individuellen Kriterien alle für ihn in Frage kommenden Geigenkästen bewertet und damit vergleicht.

Ich finde es gut, wenn verschiedene Forianer 1) Daten zusammentragen und sich damit auch Tipps und Anregungen geben, aber 2) schlussendlich doch selber den Ratschlägen nachgehen und  sich ein eigenes Bild der Kästen machen und zu vergleichen.
Für beide Teilschritte hat Peerceval ein tolles Handwerkszeug geschaffen, danke für die Arbeit!

Viele Grüße
MS
 

peerceval Profilseite von peerceval, 17.04.2015, 09:05:13

Liebe Sophie; bei der ersten Version könntest Du oben in der Zeile mit der Gewichtung für Hygrometer, Saitenrohr, Geruch, Bogenbrücken etc. die Werte auf 0.1 oder gar 0.0 setzen. Und Du kannst die Eigenschaften, die Dir wichtig sind auf 0,8, 0.9 oder 1.0 setzen. Dann fließen die festgestellten Eigenschaftswerte von gering - gar-nicht bzw. stark bis sehr stark ein.

Daneben unverändert bleibt der ungewichtete unpersonalisierte Wert.

In der Version mit der meltemiskipper-Technik ergibt sich Deine Gewichtung mittelbar, aber sehr viel genauer, wenn Du für alle Kombinationen festlegst, welche der Eiigenschaften Dir wichtiger ist. Da kann es dann durchaus sein, dass einer Eigenschaft wie geruch bei Dir völlig rausfällt (eine 0.0) erhält.

Insgesamt bin ich sehr an der Befunderfassung Deines/Eures Kasten interessiert (auch wenn ich dann Deine Befunde anders gewichte). Ich selbst werde sicher nur eine begrenzte Zahl an Kästen in Händen haben (Mein Ergebnis stelle ich Samstag oder Sonntag nach sder Musikmesse online). Deshlab wäre mir Deine detaillierte Befund Deines Kastens schon sehr wichtig.

Morgen/Übermorgen gibt es also die erste ernste Finalversion (habe da auch noch Deine anderen Aspekte eingearbeitet). Wenn Du mir dann Deinen Befund schicken würdest, würde ich ihn auch integrieren und hätte ein weiteres empirisches urteil über einen Bergner-Kasten.

merci P.

sofie Profilseite von sofie, 17.04.2015, 22:21:16

Lieber peerceval,

ich kann zwar alle Paganini Capricen spielen, aber um die Tabellen zu öffnen bin ich zu doof... Das pdf geht, alles andere nicht, da ich nicht das passende Programm dazu finde. Da Du aber so nett bittest, liste ich Dir einfach die Daten auf und Du kannst sie selber eintragen.

mit flexiblen Bogenbrücken/4Bogenhalter/normales Design/mit Geigenhalssicherung/kein Geruch (auch nicht als er neu war)/2,7kg/aufgeschraubte wasserdichte Hülle/kein Hygrometer/Holzkern/kein Luftbefeuchter/hochwertiges Material/große komplett durchgehende Notentasche (Orchesterstimmen gehen rein)/732€ Listenpreis/aufgeschraubte Rucksackgarnitur/Saitenrohr/Schloss+Reißverschluss+Druckknopf an der Hülle/recht "hohe" Schwebelagerung/U-Bahn-Füßchen auf Wunsch, U-Bahn-Griff immer/großer Stauraum (habe keine BM da, keine Ahnung ob sie reingeht)/Geige mit Schwebelagerung im "Holzbett"/Wartung kein Problem

peerceval Profilseite von peerceval, 18.04.2015, 00:04:07

... besten Dank! Hab's verbucht. Und nicht verzweifeln: Paganini Capricen sind wichtiger ;-)

P.

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