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Wies-5/2015: nach der Orchesterwoche ist vor der Orchesterwoche

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peerceval Profilseite von peerceval, 11.01.2015, 10:19:08
Wies-5/2015: nach der Orchesterwoche ist vor der Orchesterwoche

wies-kirche-innenIm letzten Jahr hatte ich - als sozusagen alter Knacker ohne Kinder - mit der Familienwies 5 so gute Erfahrungen gemacht. Bis hin zu dem Faktum, dass sie mich - mittlerweile empirisch verifiziert - befreit hat, von der Lampenfieberbremse im Kopf. Kein Wunder also, wenn ich auch dieses Jahr wieder an der Wieswoche 5 (18.8. - 26.8.2015) teilnehme. Die Anmeldung ist raus.

Für die, die es (noch) nicht (mehr) wissen: Im July/August treffen sich, organisiert von der Werkgemeinschaft Musik, 5 x hintereinander für je eine Woche wildfremde Laien- und Profimusiker in der Landesvolkshochschule Wies und erarbeiten in dieser einen Woche ein Konzert, dass dann in der berühmten Wieskirche gegeben wird. 5 Wochen, 5 Konzerte: deshalb Wies-1,-2,-3,-4,-5. Teilnehmen kann jeder; Streicher werden besonders liebkost.

wies-kirche-aussenIn meiner Woche stehen dieses Jahr zwei Sätze aus der 3. (Rheinische) Sinfonie vom Schumann und das Bizet Tedeum auf dem Programm. Na, da sind 'dickes Blech', 'knackiges Holz' und 'fette Strecher' nötig. Deshalb auch noch der Vorbehalt, welche Sätze genau. Nun, irgendwie wird es gehen. Irgendwie ging es immer. Seit 50+x Jahren. Sagt man mir. Ich weiß, dass Ursula Bongard uns behutsam und wertschätzend hinführend wird, egal wie groß die Unterschiede bei uns Spielern sind.

Außerdem kündigt das Programm noch etwas sibyllinisch an: "ausgewählte Streicherliteratur aus Barock und Klassik". Ich hab mal nachgefragt: Ulla will sich das noch offenhalten, je nach Anmeldesituation. Ich  verate Euch also "strikt vertraulich" mal ein paar Details: Es könnte auch ein Concerto grosso von z.B. Händel werden, mit Soloparts. Oder das Doppelkonzert von Bach. Oder eine der Salzburger Sinfonien von Mozart. Oder gar das Cellokonzert von Elgar. Bingo.

Vielleicht hat ja auch der oder die eine oder andere von Euch Lust zu so etwas. Hier speziell auch mit Kindern! Einen Wies5-Flyer in PDF Form gibt jetzt auch. Ansonsten steht das Programm auch auf der Werkgemeinschaftsseite Wies 5 - samt Anmeldungsmöglichkeit. Ganz ehrlich: cool, wenn ich dort Leute vom Geigenforum träfe. Das hätte was.

Goya Profilseite von Goya, 14.01.2015, 20:17:11

Viel Spaß! :)

Ich freue mich schon auf deinen Bericht!

Bavarica Profilseite von Bavarica, 14.01.2015, 21:28:39

Sehr schönes Programm. Das Bizet Te-Deum kenne ich aus Sängerperspektive, das macht wirklich Spaß, und der dritte Satz ist wirklich hinreißend. Klingt durchaus reizvoll, das alles.

peerceval Profilseite von peerceval, 18.08.2015, 17:45:05

Klicken zum VergrößernNun geht es also richtig los. Die Wies 5 der Werkgemeinschaft Musik ist da. Und was war noch ein hervorstechendes Merkmal? Richtig: Eine Woche Orchesterarbeit von ambitionierten Laien - mit ganz viel Kindergewusel drum rum. So ist es auch dieses Jahr: Auf dem kurzen Weg von der Rezeption bis ins Zimmer ist mir kein einziger Erwachsener über den Weg gelaufen. Dafür aber gefühlt 100 Kiddies. Nun, gerade genieße ich noch ein wenig die regnerische Ruhe vor dem Sturm.
Dennoch wird 2015 gewiss einiges anders als 2014 werden. Und so habe ich mir auch anderes vorgenommen:
Während ich letztes Jahr ja noch - sozusagen mangels anderer Kandidaten - ans erste Pult der 2. Geigen gespült worden bin, will ich es diesmal absichtlich so haben, am liebsten sogar als Stimmführer. Ganz vorne - also räumlich natürlich, um da keine Missverständnisse aufkommen zu lassen - mitspielen zu dürfen, erhöht den persönlichen Genuss. Und ein wenig in den Lead zu gehen, ist ja auch etwas. So habe ich die Schumann-Sinfonie und das Dvorak-Te-Deum (nein, es wird nicht das von Bizet werden) auch vorbereit. Nur letztlich zählt glücklicherweise ja nur, was dem Ganzen am besten nutzt und die Gemeinschaft möchte. Schaun wir 'mal, wie heut abend die Platzverteilung so läuft.
Und mein zweites Abenteuer soll meine erste 'ernste' Streichquartettarbeit sein - als Primarius sozusagen :) Aber natürlich lasse ich es vorsichtig angehen. Ich habe die 'kleine Lachmusik' von Wolfgang Schröder rausgesucht. Zugegeben, ein sau dummer Titel. Aber eine richtig spaßige Musik, an der man auch gut ernsthaft arbeiten kann. Und ein paar Mitspieler habe ich schon acquerieren können - für unser 'Quartetto d'olle-rosa' und seinen Beitrag für den 'bunten Abend'. Hier wird sich zeigen, ob mein Fazit des letzten Jahres wirklich trägt: ich werde nie wieder dieses destruktive Lampfieber haben. Einmal im July hat es sich schon bewahrheitet. Wenn dieses Jahr solche Wirkung hat, wie das letzte, wird es toll.
Und nun sehe ich mal, wen ich wieder erkenne und ob vielleicht nicht doch noch ein Geigenforumer dabei ist. Demnächst mehr, bis dahin: happy fiddeling.

peerceval Profilseite von peerceval, 03.10.2015, 12:15:14

Klicken zum VergrößernLetztes Wochenende bin ich daran erinnert worden: hier steht zumindest noch ein Komplettierung aus. Oder wie meine Frau sagen würde: wer gackert, muss doch auch ein Ei legen:

Klicken zum VergrößernDer Grund ist für meinen 'Berichtsabbruch' ist einfach und komplex zugleich: diesmal war an der Wieswoche 5 teilzunehmen für mich anders, angespannter, anstrengender und fordernder. Mental blieb einfach kein Platz mehr für ein 'on-the-fly Reporting'. Dabei war die Stimmung als solche im Vergleich zum letzten Jahr viel gelassener und aufgeräumter. Keine Panik vor Chichester-Kram. Im Gegenteil. Alle hatten von Anfang an das Gefühl, dass das Dvorak Te Deum sehr gut machbar sei. Alle meinten, dass der letzte Satz der 3. Schumann Sinfonie sehr gut klappen würde. Alle wussten, dass das Abschlusskonzert in der Wieskirche ein Erfolg werden würde. Und genauso ist es gekommen. Über die ganzen Tage eine entspannte runde Sache. Bei den Proben, beim Konzert, für Menschen und für Tiere.

Nur für mich nicht.

Ich hätte nie gedacht, welch einen Unterschied es macht, wenn man sich nicht anlehnen kann, sondern andere sich nach einem richten wollen. Die Stimmführung zu übernehmen, war eine grenzwertige Erfahrung: Das 'am Notentext kleben', ist noch nicht wirklich mein Ding: Über 17 Takte in Achteln ein b spielen. Dann im 18. auf 3+ einmal ein a. Und das dann richtig erwischen. So 'was kann man ja vorab nicht konkret vorüben. Klicken zum VergrößernDas ist in jeder Probe wieder 'wie vom Blattspiel'. Bei so etwas, so meine erstes Resumee, habe ich - wie so schön kaschierend heißt - noch viel Potential. Sehr viel Potential.

Bis zum nächsten Jahr werde ich das Vom-Blatt-Spiel und das 'an den Noten kleben' jetzt systematisch üben. Für ersteres habe ich mir die einzige(?) Violin-Vom-Blattspiel-Schule geholt. 2 Bände, beginnend mit Leere-Saiten-Stücken und dann fortschreitend komplexer. Leider muss ich mir so eingestehen, dass selbst die erste perfekt und fehlerlos vom Blatt zu spielen, mir nur partiell gelingt. Und für das längere 'Am-Noten-Text-Kleben' habe ich meine alten Wohlfahrtetüden reaktiviert. Jede Übesession davon eine ohne Aussetzer durchspielen. Möglichst gut. Allerdings stehe ich Weiteren Hilfsideen sehr aufgeschlossen gegenüber.

Klicken zum VergrößernDie zweite Erfahrung war, dass es dennoch geklappt hat. Das hatte ich wesentlich meinem Pultnachbar zu verdanken. Eine rhythmische und lesemäßige Bank - wie man im Eishockey zu sagen pflegt. Eigentlich hätte er rechts sitzen müssen. Ich hatte es ihm angeboten. Aber das wollte er nicht. So ist es letztlich gut für mich ausgegangen.

Die dritte Erfahrung war "mein Quartett". Ich habe völlig unterschätzt, wie schwer es ist, richtig zu spielen und zu gleich zu hören, wo es hakt. Da in den Lead zu gehen, werde ich sicher so schnell nicht noch einmal übernehmen. Hat es trotzdem geklappt? Ja und Nein. Ja, weil wir das in den Proben schnell zu einer Gemeinschaftssache gemacht haben. Und Nein, weil ich mich am letzen Abend vor unserem 'Auftritt' über eine organisatorisch ungünstige Bagatelle unangemessen so aufgeregt habe, dass ich daraus nicht mehr aussteigen konnt und beim Vorspiel - wie früher - so gezittert habe, dass nichts mehr ging. Sehr peinlich, die Ursache für so ein Misslingen zu sein. Und für die die Enttäuschung der anderen 3 Spieler. Nun gut, ich bin in einem Alter, wo ich weiß, dass das Leben in gewisser Hinsicht nur eine Ansammlung von Peinlichkeiten ist. Klicken zum VergrößernBeim nächsten Mal soll es wieder etwas entspannter werden.

Gestern hatte ich dann meine erste Geigenstunde 'danach'. Wir ziehen das jetzt durch. Ich werde ein geraume Weile keine großen Sachen mehr anfangen, sondern nur kleine. Wesentlich Etüden. Um mehr Technik zu internaliseren. Und in weniger Zeit mehr auf Perfektion trimmen zu können. Und wir werden die ersten 15 Minuten im Unterricht - ich habe nehme etwa alle 3 Wochen 90 Minuten - in Zukunft Duos vom Blatt spielen, um zu sehen, ob und wie mein Leseprogramm - während meiner täglichen 2 Stunden Überzeit - wirkt. Und siehe da: gestern hat sie mir gleich kleine Bartok Duos vorgelegt. Und von den 3 gespielten Stücken, gingen 2 wirklich perfekt, in erster und zweiter Stimme. Nur beim dritten bin ich in der zweiten Stimme 1 mal ins Schwimmen geraten. Ich bin 'sozusagen' guter Hoffnung.

Langer Rede kurzer Sinn: diesmal war es also etwas bitter für mich persönlich, insgesamt aber völlig in Ordnung. Und beim nächsten Mal wird es besser. Wenn es nicht so kitschig wäre, würde ich ja sagen: neben Regen, auch der Regenbogen und die Sonne.

Klicken zum VergrößernWas sofort auf Besonderes hervorhebt: offensichtlich sind diese Wochen auch dazu gedacht und geeignet, sich auszuprobieren. Nicht für die jungen Kleinen, die da mal ihre erste Solopartie mit richtigem Orchester übenerhmen fürfen. Sondern auch für die alten Großen. Böse Worte oder so hat es mirt gegenüber überhaupt nicht gegeben, ganz im Gegenteil. Sehr viel Ansporn und Ermutigung.

Und vielleicht ermutigt ja dieser 'Gar-nicht-so-einfach'-Bericht auch den einen anderen der Spät- und Wieder-Einsteiger, sich so eine Woche zu gönnen. Auf 'in einem Jahr' also, die Termine für die Wieswochen 2016 sind schon raus.

Neuester Beitrag Linde Profilseite von Linde, 16.10.2015, 18:44:12
Lieber peerceval,
vielen Dank für den Bericht.
Ich würde gerne mehr schreiben, aber leider komme ich vom PC aus nicht mehr in dieses Forum...
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