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tombola Profilseite von tombola, 22.01.2014, 17:30:32

hallo,

erstmals gratulier ich dir zu dem entschluss geige spielen zu lernen!

Auch ich habe vor einem Jahr begonnen autodidaktisch Geige zu spielen. Mittlerweile spiele ich in einem Streichquartett und mit anderen Musikern (Klavier, Flöte, Gambe etc..). Da wird es nie langweilig und auch von den anderen lernt man sehr viel! Das kann ich dir nur als Tip geben: Spiel so oft wie möglich mit anderen Musikern. Auch wenn du nicht jeden Teil perfekt spielen kannst, auslassen, üben oder sonstiges:) aber spielen!

Es gibt extrem viel brauchbares Material im Internet dazu, auch verschiedenste DVDs und Videos etc. Die haben alle sehr geholfen.

Da Geigespielen eine extrem individuelle Sache ist (Körperproportionen, Muskulatur etc.) stand für mich immer an oberster Stelle, dass sich Geigespielen möglichst angenehm und natürlich anfühlen sollten. Ich weiss, anfangs ist es extremst ungewohnt, und fühlt sich nicht natürlich an. Aber allein wenn du dir das im Hinterkopf behältst, wirst du vieles richtiger machen als andere.

Weiterhin viel Freude und Erfolg mit deinem Instrument.

Pinkat Profilseite von Pinkat, 06.02.2015, 10:50:36

Ich finde, bei diesem (ursprünglichen) Thema kann man nicht zwischen schwarz und weiß unterscheiden. Mit einem schlechten Lehrer kommt man auch nicht weiter, als ein mittelprächtig talentierter Autodidakt. Hat man Talent und Durchhaltevermögen, klappt es sicherlich auch ohne Lehrer recht gut.

Ich selbst hatte mein erstes Instrument bereits zwei Monate bevor es mit dem Unterricht los ging und natürlich habe ich in dieser Zeit schon ein bisschen darauf herumgespielt, was auch ganz gut klappte. Der Klang war aber überhaupt kein Vergleich zu dem, was ich nach der ersten Geigenstunde aus dem Instrument heraus holte und das war für mich der Moment, in dem mir klar wurde, dass sich der Unterricht definitiv lohnen wird - und das tut er! Ich habe keinen "klassischen" Unterricht, bin die erste Schülerin meines Lehrers, lerne weder nach Noten, noch bestimmte Lehrstücke, sondern Techniken dann, wenn ich sie für etwas, das ich gerne spielen möchte, brauche, die grundlegende Technik sowieso immer und das sehr gründlich. Und in Musiktheorie bin ich bis heute eine Null - aber die brauche ich sowieso nicht. Vielmehr kann ich nach mittlerweile einem Jahr ziemlich gut hören, freue mich wie verrückt, dass da mind. ein Mal in der Woche jemand ist, mit dem ich Zusammenspielen kann, bin konstant bis in die Fingerspitzen motiviert und spiele auf einem Level, von dem ich vor einem Jahr nur geträumt habe.

Eine Bekannte lernt ein anderes Instrument bei einem alt eingesessenen Lehrer in einer Musikschule, mag das, was sie spielt nicht wirklich, versteht Musiktheorie nicht, findet aber, dass sie es braucht, um dem Unterricht zu folgen, kann kein noch so einfaches Lied ohne Noten spielen, mag die meisten Lehrstücke nicht, darf sich aber nur selten was wünschen, liebt ihr Instrument, aber hat keinerlei Motivation zu üben. 

Von daher denke ich, dass man - egal, was man macht - immer vorfühlen muss, auf welche Art und Weise man das Beste aus sich heraus holen kann. Mit oder ohne Lehrer, wenn mit, mit welchem, usw. Dazu ist es auch nicht ganz unerheblich zu wissen, was sein persönliches Ziel ist. Da ich nicht im Orchester spielen will, ist mir die Tatsache, dass ich keine Noten lesen kann, auch völlig schnuppe. Wer andere Ziele hat, muss auch anders lernen.

Was die Lehrbücher betrifft: Ich habe keine. Ich habe mein CD-Regal bzw. das Internet und spiele, worauf ich Lust habe. Das hat zwar zur Zeit seine Grenzen, was Geschwindkeit und Tonart betrifft, aber daran arbeite ich und es wird jede Woche besser :-)

Dowina Profilseite von Dowina, 09.02.2015, 21:12:45

musiktheorie gehört meiner meinung nach dazu und hat nichts damit zu tun, dass man in einem orchester spielt / spielen will. dass ist wie eine sprache sprechen ohne grammatik. man kann, aber es hat mit vertiefendem interesse zu tun. mit leidenschaft für das gesamte. jazzgeiger, folkgeiger nutzen noten als basis und dann kann nach ein paar takten improvisiert werden und zusammen gespielt werden. man liest zusammen etwas, tauscht sich in einer sprache aus und spielt miteinander. ohne musiktheorie und den gesetzen der harmonie stößt man im zusammenspiel auf grenzen. ohne noten läuft die muskk irgendwann einmal davon.  wenn man aber die grammatik nicht beherrscht geht das nicht und da sind wir nicht einmal bei einem kleinen ensemble sondern bei einem einfachen duett. es geht darum weiter über den tellerrand zu blicken und nicht darum eine klassik koryphäe zu werden. das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Pinkat Profilseite von Pinkat, 09.02.2015, 23:35:13
Hm... eigentlich geht es in diesem Thread nicht um Musktheorie, aber dennoch eine kurze Rückmeldunghirzu.
Deutsch ist meine Muttersprache, aber ich habe mich nie mit deutschen Grammatikregeln beschäftigt. Schultests habe ich nach Gefühl ausgefüllt und bin sehr gut damit gefahren. Englische Grammatikregeln kenne ich keine, die habe ich ignoriert und lieber englische Bücher gelesen und englische Filme geschaut. Hat für den Englisch-Leistungskurs, ein gutes Abitur und ein anerkanntes Sprachzertifikat auf Muttersprachniveau gereicht.

Beim Geigen habe ich mich auch noch nicht mit irgendwelchen Regeln beschäftigt, aber wenn ich Tonleiter xy spielen soll, dann geht das, auch wenn ich während des Spiels keine Ahnung habe, welche Vorzeichen es möglicherweise gibt. Bei Impros zu Gitarrenakkorden oder irgendwelchen Backingtracks habe ich anfangs einfach sämtliche Töne getestet, mittlerweile habe ich eine ungefähre Vorstellung, was passen könnte und muss nicht mehr ganz so sehr ausprobieren wie zu Beginn.

Und was das Notenspielen bei Folkmusikern betrifft: Die Irish/Scottish-Folkmusiker, die ich kenne, haben dafür keine Noten, das geht bei Sessions nebenher bis alle mitmachen. Ich habe letztes Jahr an einem Fiddle-Workshop bei einer schottischen Musikerin teilgenommen, da herrschte bis zum Enden es Workshops Notenverbot. Man durfte die Tunes mitschneiden, aber Noten gab es erst am Ende - für das Langzeitgedächtnis, wie die Dozentin meinte. Aber in Irland, Schottland und auf den dazugehörigen Inseln werden keine Tunes via Noten überliefert!
Bei diesem Workshop haben wir übrigens für die Abschlussveranstaltung ein kleines Arrangement einstudiert und ein kleines Grüppchen sollte zu dem Reel einen bestimmten Rhythmus mit verschiedenen Betonungen streichen. Und um mich herum diskutierten die (teilweise studierten) Violinisten, wie man denn die ganzen Triolen auf einen 4/4-Takt auflöst. Das konnte ich auch nicht beantworten, aber ich hab's einfach gespielt.

Also, bisher vermisse ich nichts. Und mit anderen Musikern spiele ich auch desöfteren zusammen, da hat sich noch niemand beschwert, im Gegenteil ;-)
Dowina Profilseite von Dowina, 10.02.2015, 10:35:53

es geht auch nicht um note am tisch liegen zu haben, sondern um die noten, den quintenzirkel im kopf zu haben. ich liebe jazz, mein geigenlehrer ist einer der besten jazzgeiger europas und das stimmt überhaupt nicht, dass folk und jazzgeiger noten und musktheorie verweigern. bei ihnen ist halt alles sehr praktisch orientiert. bei jeder jamsession imporgy und bess wird tonart und thema angesagt, wenn neue jazzer auf die bühne kommen. jeder irische reel hat ein grundthema und das besteht aus noten und wird auch so weitergegeben. die verzierungen werden ja improvisiert. aber wie gesagt, es ist alles nicht zwingend um z.b geige zu spielen, aber erweitert den horizont wenn man es tut. mein geigenlehrer hat klassische schüler, sogar philharmoniker, die die kunst der improvisation lernen wollen und er hat grandiose balkangeiger, improvisationsgenies, die sich auch theoretisches wissen aneignen wollen. das eine schließt das andere nicht aus, bei dir klingt nur eines gut und das andere ist für dich negativ. so spielt die musik aber nicht.

Bavarica Profilseite von Bavarica, 10.02.2015, 11:00:19

Nur als Ergänzung: Der grandiose Mark O'Connor legt genau dieses Prinzip auch seiner Geigenschule ("The O'Connor Method") zugrunde: Wie Suzuki sehr stark auf Gehör und Gehörbildung ausgelegt, ohne auf Noten zu verzichten. Einen besonderen Schwerpunkt legt er, entsprechend seiner musikalischen Heimat im Jazz, Bluegrass und Country, von Anfang an u.a. auf Improvisation (wobei das Repertroire seiner "New American Schhol of String Playing" strikt Musik aus Nordamerika in allen ihren Stilen ist). 

Pinkat Profilseite von Pinkat, 10.02.2015, 11:13:29

Ich glaube, ich habe nirgends geschrieben, dass...

...sich Folkmusiker Noten und Musiktheorie verweigern.

...ich nur das eine gute finde und das andere nicht. Immerhin beginnt mein ursprünglicher Beitrag (siehe oben) mit schwarz und weiß und das einzige, was ich getan habe, ist von meinen persönlichen Erfahrungen zu berichten. Die sind meinetwegen schwarz oder weiß - such die was aus - aber ich habe nicht gesagt, dass es jeder so machen muss. Kann er/sie aber, wenn er/sie möchte.

Natürlich bestehen irische Reels, Jigs, Hornpipes, Slow Airs, Polkas etc. aus Noten, aber gelernt werden die in der Regel nach Gehör; das war auch in den Sessions, in denen ich bisher war (D, IRL, Schottland), so.  Und dort, wo die Sachen her kommen, sowieso, sagt auch meine Fiddle-Dozentin aus dem Workshop und die kommt ebenfalls dort her, ist in den dortigen Kreisen und auch in Deutschland recht renommiert - und hat klassische Geige studiert.

Was ich in meinem Beitrag zum eigentlichen Thema exemplarisch dargestellt habe, war, dass man zwischen vielen Wegen wählen kann und sie alle zu (s)einem Ziel führen können oder - wenn es blöd läuft - eben nicht.

Dowina Profilseite von Dowina, 11.02.2015, 14:52:46

Ich glaube, dass wir grundsätzlich übereinstimmen. "Verweigern" war das falsche Wort. Ich wollte sagen, dass weder das eine noch das andere Extrem gut ist. Wenn man sich mit Musiktheorie auseinandersetzt, dann ist es für mich eine weitere Bereicherung und die goldene Mitte. Nach Gehör spielen zu können, immer improvisieren zu können und nebenei auch nach Noten spielen zu können und auch Musiktheorie zu verstehen, ist der ultimative Geiger, abgesehen davon, dass der beste Musiker der ist, der am meisten Spaß hat. Und, wenn unbedingt eines besser als das andere sein muss(!), also eine Wahl, klarerweise dann die, wenn jemand außergewöhnlich begabt ist, rein nach Gehör spielen kann und keine Noten / Musiktheorie intus hat als jemand der,  musiktheoretisch eine Johann Sebastian Bach ist aber mit seinem Instrument nicht umgehen kann. Mein alter irischer Prof. (Hobbymusiker) hat gemeint, dass die Zeiten aber auch vorbei sind, wo die irischen Musiker reine Gehörspieler waren. Die heutigen Generationen sind doch mit der Grammatik der Musik vertraut. Das erkennt man schon allein, dass viel seltener im Folkbereich unkonventionelle Geigenhaltungen üblich sind als früher. Deine letzter Satz stimmt absolut! Mir kam vor in deinen Postings vor, dass du rein den Gehörspieler emporhebst. Wenn du das alles kannst, was du sagt, dann bist du doch ein privilegierter Musiker, weil das kann die Mehrheit eben nicht.

Geiger307 Profilseite von Geiger307, 11.02.2015, 14:55:58

Hallo Alle.

Ich übe Geige seit knapp 2 Jahren, Gitarre ca. 30 J. , E-Bässe seit 3 Jahren.

Alles autodidaktisch. Man muss es nur wollen.

Die Medien machen es möglich und geben Tipps.

Nun speziell zum Geige-"üben":

Ich entspanne meinen Bogen seit Monaten nicht mehr.

Weil ich täglich 5-6 mal die Geige spiele/ übe (auch Nachts)

Bin Schicht-Arbeiter.

Ich habe die Geige auch noch nie in den Mitgelieferten Koffer zurück- gepackt.

Nur 1 X ausgepackt.

Die Geige steht immer spielfertig,  griffbereit mit gespanntem Bogen, auf der

Kautsch im Wohnzimmer bereit.

Ich möchte mit Musik kein Geld verdienen. Und auch nicht in der Öffenlichkeit

mit musizieren (oder Ä. den Affen machen)

Wenn ich selbst "Musik mache" dann soll das Spass machen.

Und sonst Nix. ---- Und das tut es.

Üben muss ich nun mal.

Immer wieder fallen mir Neue Übungs-Varianten ein (Tonleiter-Intervalle usw.)

Neue, schöne Lieder aus der Filmusik u.ä.

Noten oder TABs (nach Gehöhr ausprobiert) und notiert machen es Möglich,

Akustisch weiterzu kommen (auch ohne "Pauker").

Kopien aus Leihbüchereien sind weniger " Fehler oder Verwechslungs belastet" wie das Netz.

VieleNoten-Hefte,  sind mit CD o. - MP3  bestückt.

Wenn man die Melodie Kennt, und auch  noch gut findet - hat man das Lied

schon halb im Geigenkasten.

Grüsse von Günter

asmahan Profilseite von asmahan, 11.02.2015, 20:27:19

Hallo Günter

Ich würde Dir doch sehr ans Herz legen, den Bogen nach jedem Spiel zu entspannen, das gehört zum kleinen Einmaleins der Instrumentenpflege. Die Haare machen viel schneller schlapp, wenn man den Bogen dauernd gespannt lässt, und bei einem preiswerten Bogen, wo auch nicht so gutes Haar verwendet wird, gilt das erst recht. Die paar Sekunden, die das Entspannen und Spannen braucht, rechnen sich nur schon im Blick darauf, was ein neuer Haarbezug kostet. 

Gruss

asmahan

Pinkat Profilseite von Pinkat, 11.02.2015, 23:10:01
Liebe Dowina,

na, dann bin ich ja beruhigt! :-) Ich habe vor einem Jahr, als ich mit dem Geigen angefangen habe, auch nicht geplant, dass ich ohne Noten spiele und keine Musiktheorie brauche. Letzteres habe ich schon in der Schule nie verstanden, zudem habe ich auch nie sonst ein Instrument gespielt, von daher hatte und habe ich in diesem Gebiet echt keine Ahnung. Nachdem ich in der örtlichen Musikschule (Konservatorium mit angeschlossener Musikschule) nach einem Wartejahr immer noch keinen Unterricht hatte, habe ich mich selbst nach einem Lehrer umgeschaut und bin in einer Irish Folk Band fündig geworden. Da hat mich das Talent überzeugt (er spielt auch, während er über Tische und Bänke geht, tadellos), beherrscht alle möglichen Genres (Pop, Rock, Klassik, Folk, Jazz, usw. und alles auch, wenn es um Impro geht), er kann Noten lesen ;-) und auf der Sympathie-Ebene passt es auch richtig gut. Nach deiner Beschreibung ebenfalls der "ultimative Geiger"!
Allerdings hieß es von Beginn an, dass es keine Noten geben wird und auch sonst keine Theorie, sondern die richtige Technik und ganz viel "Hinhören". Etwas belächelt habe ich das anfangs schon, denn wenn ich Musiktheorie schon so nicht verstehe, wie soll ich dann ohne überhaupt was spielen? Aber da ich seine erste Schülerin war und ich von meinen eigenen ersten Erfahrungen als Tanzlehrerin weiß, dass man methodisch auch mal schnell kreativ wird, hab ich mich mal darauf eingelassen. Und bereut habe ich es kein bisschen. Okay, als es anfangs hieß, dass ich mal eine a-dur Tonleiter spielen soll, ich erst mal ganz selbstverständlich gefragt habe, welche Noten ich da spielen muss und die Antwort hieß, dass ich das schon hören werde, war ich tatsächlich geschockt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie das bitte funktionieren soll. Aber es funktioniert.
Ich bewundere wirklich jeden, der auf ein Blatt schaut und mal eben schnell das Spielen kann, was da steht. Für mich sind das einfach nur hübsche Muster in schwarz-weiß und ich kann nur Tonhöhen lesen - mit abzählen ab der dritten Linie ;-) Genauso bewundernswert finde ich es, dass mein Geigenlehrer wirklich zu JEDEM Stück, das ich blind aus meiner Playlist suche, entweder gleich die Melodie oder was Improvisiertes spielen kann. Und so langsam fasziniert es mich, dass ich ebenfalls durch meine Playlist klicken und so viel daraus auf Anhieb oder nach nur wenigen Versuchen mitspielen kann, ohne zu wissen, wie meine Finger es schaffen, so schnell die richtigen Töne zu finden, insbesondere, wenn ich es vorher noch nie gespielt habe. Den Prozess kann ich gerade so rein gar nicht nachvollziehen, aber es klappt - aber auch nicht immer, jedenfalls nicht bei fieseren Tonarten.
Natürlich wäre es aktuell noch leichter, wenn ich beim Zusammenspiel mit anderen auch einfach nur auf's Blatt schauen müsste. Andererseits lerne ich so, mich schnell an andere anzupassen, mir bekannte Stücke spontan in anderen Tonarten zu spielen oder einfach was zu improvisieren, wenn ich ein Stück gar nicht kenne. Und bislang hat sich noch niemand beschwert ;-) Wenn ich mal in Noten geschaut habe, war es meistens so, dass ich nach 3-4 Tönen nicht mehr vom Blatt, sondern "vom Ohr" gespielt habe, weil es mir mit den Noten nicht schnell genug ging ;-)
Daher genieße ich es gerade einfach, es so zu machen, wie es ist, immerhin eröffnet mir das auch die Möglichkeit, viele meiner persönlichen Lieblingsstücke zu spielen (aktuell sind ein paar Sachen aus Tanz der Vampire dran). Und ich musste mir heute im Unterricht keine Gedanken machen, welche Vorzeichen as-Dur hat (hatte ich vorher noch nicht), sondern konnte es einfach so spielen. Fehler mache ich natürlich trotzdem genug, treffe Töne nicht immer so sauber, verhaue hier und da das Timing usw. - aber ich bin super zufrieden, denn vor einem Jahr habe ich mir das Können nach einem Jahr ganz anders vorgestellt... Und ich übe für mein Leben gerne, weil ich total motiviert bin immer weiter zu kommen und es mir unglaublich viel Spaß macht. Vielleicht komme ich noch an den Punkt, an dem ich Noten brauche, aber bis dahin wird es wohl auch ohne gehen.

Ich denke auch, dass man in Irland heute auch mit Noten gespielt - ich war mal zu Besuch an der Irish World Academy of Irish Music & Dance und natürlich haben die Studis dort die Nasen auch in Noten gesteckt, andererseits habe ich auch deren Sessions mitbekommen, wo der ein oder andere schnell ein Stück gelernt hat, wenn er es nicht kannte. Ich fände es schade, denn sich der traditionelle Weg der Überlieferung verliert, denn wie habe ich mal gelesen? "Irische Tunes nach Noten spielen ist wie Auto fahren mit Betriebsanleitung in der Hand". Von daher fand ich es damals von der Fiddle-Dozentin toll, dass sie konsequent keine Noten verteilt hat. Leider haben dadurch auch drei Teilnehmer entrüstet den Workshop verlassen, aber auch wenn die Dozentin noch keine 30 ist, so hat sie doch noch sehr traditionell spielen gelernt und will das auch genauso weitergeben. Fand ich klasse!

Aber egal, wie man lernt: Hauptsache, man hat Spaß, ist motiviert und am Ende kommt Musik bei rum :-)
sofie Profilseite von sofie, 12.02.2015, 06:41:49
Ich trage mal zu eurem OT bei. ;-)
Auch Geigenunterricht kann erst einmal gut ohne trockene Theorie auskommen. Ich konnte als kleines Kind locker Viotti Konzert spielen und habe mir nie Gedanken über Tonarten, Intervalle usw gemacht. Mein Glück war ein sehr erfahrener Lehrer, der mir alles nebenbei beigebracht hat. Als Teenie habe ich bei Musikprüfungen am Konservatorium noch sehr lange von der Geige ausgehend überlegt, und auch gut bestanden... Ohne Lehrer könnte das schwierig werden, da der "Pagagei" fehlt. Mein Lehrer hat nämlich immer alles korrekt benannt und mich darauf hingewiesen, dass z.b. A-Dur die drei Kreuze fis, cis und gis hat, mir mit Benennung der Tonnamen gezeigt wie die Ganz- und Halbtonschritte liegen und auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Intervalle benannt. Bei Doppelgriffen oder auch sehr schwer zu intonierenden Stelle hilft es nämlich ungemein zu wissen was genau man greift. Wenn man diese Dinge oft genug gehört hat, dann weiß man sie einfach, hat sie aber nie bewusst gepaukt.
Geiger307 Profilseite von Geiger307, 13.02.2015, 16:36:02

Am Hallo Alle.

Besonders Asmahan: Bogen entspannen (nach  dem Üben).

Nee, nur nachspannen oder leicht enspannen (vor jeder Übung).

Da ich "Nur einen 400-Euro Geigen set" habe, wo der Bogen mit ca. 40 Euro

zu Buche schlägt, Entspanne ich den Bogen nicht mehr ganz.

Am Bogen Schwerpunkt (in der Mitte zum Frosch hin) habe ich ein kleines Stück gelbes  Klebeband Fixiert.

So erkenne ich, optisch immer das aktuelle Bogen-Gewicht auf der Saite.

Den Saiten - Andruck (Klang - und Lautstärke mässig) kann ich so gut im Vorraus Variiren.

Durch den Hebel aus Daumen , Zeigefinger und kleinen Finger, kann ich so  Einfluss auf

die Töne Vorprogrammieren.

Vielleicht ist das bei Hoch- wertigen Bögen,  oder aus Carbon, nicht so.

Wer weiss.

Man darf nur den Bogen nicht überspannen...................So Flitzebogenmässig...............

Das sollten wir den Indianern überlassen - die haben zwar auch ein Bogen...........

der hat aber mit Geigespielen - nix zu tun.

Grüsse von Günter

 

Geige Profilseite von Geige, 17.02.2015, 09:10:54

broke-violin-smallGerade die einfachen Bögen leiern unter dauerhafter Spannung schneller aus und die Schwingungsfrequenz der Stange führt nach dem o.g. Paradebeispiel des nicht Entspannens ein unerwünschtes Eigenleben. Wer sein Material also liebt nimmt sich sicherlich die paar Sekunden Zeit im Leben und dreht ein bischen an der Schraube......

Dieses Grundwissen wird zurecht jedem Schüler von Anbeginn an vermittelt.

Pinkat Profilseite von Pinkat, 14.02.2015, 11:52:03

Hallo Günter,

ich würde den Wert eines Bogens nicht am Preis festmachen, sondern an der Qualität und dem subjektiven Eindruck. Mein (Carbon-)Bogen war nicht in einem Set und hat dennoch nur 40 Euro gekostet. Ich komme prima damit klar, und der ein oder andere erfahrene Musiker hat mich schon um das gute Stück beneidet. Dahingegen besitze ich auch einen Bogen, der bei der Geige dabei ist und tatsächlich maximal den Wert des Materials hat, das verbaut wurde. Dennoch käme ich niemals auf die Idee, diesen Bogen kaputt zu wirtschaften, indem ich nicht sachgemäß damit umgehe. Auf der Welt gibt es schon genug Müll, da muss ich nicht noch mehr davon fabrizieren. Außerdem habe ich diesen Bogen mit Absicht unkolophoniert gelassen, damit ich ihn für geräuschlose Übungen nutzen kann. Und vielleicht kann ich ihn auch irgendwann an jemanden verschenken, der wirklich darauf angewiesen ist.

Wenn dein aktueller Bogen also gut für dich funktioniert, dann geh doch einfach auch gut damit um. Und wenn der Bogen in deinen Augen nichts taugt, dann kauf dir einen neuen und schau, welchen Nutzen dein jetziger dennoch erfüllen kann.

 

Hallo Sofie,

so wie es dein Lehrer gemacht hat, macht es ja auch wirklich Sinn. Wobei ich aktuell nicht wüsste, was es mir bringt, wenn ich weiß, wo die Vorzeichen sind, zumal das in den Stücken, die ich gerade spiele, immer mal wieder wechselt und es zudem bei vielen Sachen zum Schluss sowieso noch eine Rückung gibt.

Aber vielleicht komme ich noch an den Punkt, dass das alles wichtiger wird - dann wird mir mein Geigenlehrer das sicherlich auch verraten ;-)

Liebe Grüße

Pi.

Geiger307 Profilseite von Geiger307, 16.02.2015, 15:43:58

Hallo Pinkat.

Danke Dir für Deine Anregungen und Tipps.

Thema: Bogen spannen oder entspannen:

Ich lasse meinen Bogen nun schon seit Wochen unter "leichter bie mittlerer" Spannung.

Vor dem spielen spanne-oder entspanne ich den Bogen mit einer kleinen

Drehung an der Frosch-Spannschraube.

Da ich an der  Bogen-Holz-Schwerpunkt-Mitte eine dünne Klebeband-Markierung

angebracht habe, kann ich gut die Haarspannung korrigieren.

Da meine Geige immer neben mir auf der Kautsch "wartet", kann ich so schneller

eine auch manchmal nur kurze Übung durchziehen.

Da mein Wohnhaus gut Schall-isoliert ist, kann ich so, mal schnell-

Wenn ich Nachts nicht schlafen kann - 30 min üben.

Manchmal frisst sich auch eine "Bekannte" schöne Melodie in meinem Kopf, fest - die ich dann

mit Hilfe der "griffbereiten Geige", zu Papier (Noten / Tabs) bringe.

Der nächste BogenKauf / Test mit meiner Geige, ist schon terminiert:

Ein "echter" Geiger sollte immer 2  gute Bögen haben.

So sitzt er nicht auf dem Trocknen - wenn einer der Bögen, in der Geigenbauer-

Werkstatt ist.

Carbon oder Holz, egal, der Klang der gefällt wird gewählt. (Bis 200 Euro)

Es sollen auch Bögen im 4-stelligen Euro-Bereich zu erstehen sein.

Nicht mein Ding. (Wer macht schon gern Schulden)

Karnevals-Anekdote:  Schulden - macht nix: Nur Die Raten, nerven.

Grüsse von Günter

 

Geige Profilseite von Geige, 17.02.2015, 09:22:58

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch folgenden Hinweis geben:

Holz ist "thermoplastisch". Das bedeutet unter Wärmeeinwirkung wird die Holzfaser biegbar und bleibt nach Erkalten in der neuen Form stabil. Der Geigenbauer nutzt dieses Phänomen z.B. beim Zargenbiegen. Die ursprünglich geraden Zargenbrettchen können an einem Biegeeisen exakt in Form gebogen werden.

Nun zu dem o.g. Beispiel: 
Wird nun ein Bogen versehentlich der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt, kann es im Sommer schon extrem warm werden. 
Zum einen ziehen sich die Bogenhaare weiter zusammen (eine physikalische Gesetzmäßigkeit, die z.B. beim Haarhygrometer genutzt wird.) Zum anderen wird der Bogen dadurch noch weiter angespannt. 
Die stark erwärmte Holzstruktur kann sich unter der Wärmeeinwirkung und Anspannung neu verformen.

broke-violin-small

 

Fazit:


Also bitte NIEMALS einen Geigenbogen im Sommer auf einem Fensterbrett oder der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt, angespannt liegen lassen !!!

Hier können ernsthafte Schädigungen auftreten!

Bavarica Profilseite von Bavarica, 17.02.2015, 09:48:06

Im Zusammenhang mit Holz, Wärme und Verformen, und weil wir hier ohnehin schon off topic sind, fällt mir die Meldung ein, derzufolge Leonidas Kavakos jüngst einen (namhaften) kalifornischen Geigenbauer verklagt hat. Kavakos sei mit einem J. Henry-Bogen im Wert von etwa 60.000 Euro zu Nazareth Gevorkian gegangen, da der Bogen wohl eine Krümmung aufwies. Der Geigenbauer habe dann angefangen, den Bogen zu biegen, bis er in zwei Teile zerbrach. Kavakos' Vorwurf: Gavorkian hätte den Bogen zuerst erwärmen müssen. (Quelle). Der Fall wurde auch auf maestronet von Geigen- und Bogenbauern ausgiebig diskutiert

Ich habe nun keine richtig wertvollen Bögen, aber die, die ich habe, will ich noch lange in bestmöglichem Zustand behalten. Deshalb ist es mir die paar Sekunden wert. den Bogen nach jedem Spiel zu entspannen. Übrigens, Geiger307, um deine Möglichkeit, in einem gut schallisolierten Häuschen immer und jederzeit (ungedämpft) üben zu können, beneide ich dich sehr!

Almie Profilseite von Almie, 16.02.2015, 16:21:27

Hallo Günter, 

meine erste Geige mit einem Karl Höfner Bogen habe ich seit anfang 2014 und kam bisher nie auf den gedanken ihn auf mittlerer Spannung zu lassen, ob mit oder ohne Klebeband fixierung.

Seit September habe ich noch zwei weitere gute Bögen, einen guten Werner Bogen und einen Namenlosen der auch nicht minderer qualität ist. Nur an dem letzteren merkt man ganz genau dass der Vorbesitzer mit dem guten Stück genauso umgegangen ist wie Du mit deinem Bogen. Die Stange ist absolut ausgelutscht und es ist nicht mehr möglich den vernünftig zu spannen und zu spielen. Dagegen ist selbst mein billiger Höfnerbogen(79€) ein echtes Schmuckstück und ich käme nie auf den gedanken ihn gespannt stehen zu lassen nur um ihn vor dem üben mal "kurz zu entspannen udn neu zu spannen" da nutzt auch dein klebeband, mit verlaub, nüscht! selbst wenn du nachts Spontan Ideen im Kopf hast eine Melodie in Tabulatur zu bringen, so ist es keine Verschwendete Lebenszeit die halbe Sekunde aufzuwenden den Bogen zu spannen aus einer Entspannung heraus. Auf die Dauer wird es dir deine Hardware danken wenn du nicht so damit rumschluderst. 

Und da ist es vollkommen Jacke wie Hose ob man einen, Zwei oder Drei bögen für 40, 100 oder 1000 Euro hat. Wenn man seinen Bogen zu Matsch wirtschaftet hat man am ende Mehr verloren als wenn man ne Halbe sekunde investiert den Bogen nach dem Spielen zu entspannen bzw vor dem spielen neu zu spannen

 

LG,

Almie

Dowina Profilseite von Dowina, 16.02.2015, 17:33:18

hallo,

die geigenbogenbauerin lena hamelbeck, für dich ich einen film gedreht habe, ist eine meisterin in ihrem fach und sie hat mir gesagt. bogen nach jedem spiel entspannen, sonst wird er kaputt. die alten barockbögen wurden damals ebenso immer entspannt.

Fiddletroll Profilseite von Fiddletroll, 18.02.2015, 16:27:43

Echt lustig worüber man so alles diskutieren kann - den Bogen nicht enstspannen? Skuril...

Was mich echt anspricht in diesem "Faden" ist diese Analogie Musik  (-theorie) und Sprache (Grammatik). Wir können ja alle unsere Muttersprache ohne ihre Grammatik benennen zu können. Und wer sein Instrument so spielen lernt, dass er die Töne spielen kann, welche er gerade "denkt", der kann auch spontan in unbekannte Songs und Playalongs einsteigen. Akkordfolgen brechen selten aus üblichen Schemen aus und oft drängen sich bestimmte Akkorde als "Folgerichtig" auf. Wir können ja oft auch das Verb eines Satzes aus dem Zusammenhang heraus ___________. Ja, folgern, erschließen, einsetzen. Und so ist es auch mit den Tönen. Anders jedoch, wenn die Sätze komplizierter werden, Sprache sich verdichtet oder der Sinn eines Satzes sich erst ganz am Ende ______________. Ja, was eigentlich? Ergibt oder verdreht? Beides geht. Und so passiert es auch mit der Ad-Hoc Improvisation, da muss man auch mal raten und den einen oder anderen Ton auf gut Glück setzen, die Trefferquote ist hoch, so lange man sich in üblichen Akkordstufen bewegt. Bei den Jazzern wird es etwas schwieriger, weil die gerne mal per Tritonussubstitution die ohnehin ungewöhnlichen Akkordfolgen verschleiern. Das braucht ne ganze Weile, dies zu erkennen und für die eigene musikalische Sprache zu gewinnen. Und an der Stelle (nur als Beispiel), da ist es wirklich sinnvoll, sich das auf theoretischer Ebene klar zu machen, weil man dann einfach besser verstehen kann was man hört, und dann hat man dazu auch etwas zu sagen = spielen.

Um nochmal einen Bogen zum Starter zu schlagen: klar kann man ohne Lehrer viel lernen. Mit geht es aber in der Regel schneller und führt vor allem an Sackgassen vorbei, die anfänglich unbedeutend wirken, sich aber später als fatale Barrieren entpuppen, die sehr mühsam weggeübt werden müssen. Oder man ändert seinen Anspruch, vielleicht ergeben sich sogar andere Möglichkeiten, welche eher von der klassischen Technik blockiert werden. Letzteres ist aus meiner Sicht aber eher die Ausnahme.

Ich selbst bin übrigens vom faulen Schüler zu Schulzeiten zum zeitlich arg limitierten Hobbygeiger mitten im Leben geworden. Auf Unterricht verzichte ich allerdings nicht, der ist zwar sehr selten geworden, aber mein Lehrer kennt mich, und der weis mich mit 30 Minuten Unterricht für ein halbes Jahr zu beschäftigen...

 

Geiger307 Profilseite von Geiger307, 18.02.2015, 16:33:36

Hallo Dowina.

Wie ich oben schon geschrieben habe: mein Bogen ist 40 Euro wert.

Da kann man schon mal experimentieren (mit der Bogen-Spannung)

Mit einem "Hochwertigen" Meisterbogen würde ich so etwas nicht riskieren.

Der Trent geht zum besseren Klang.

Übungen, Musikalisches Verständnis, Variablen +  (find ich GUT- den Sound)

gehören dazu.

Nicht nur im Karneval.

Günter: Lünen D.

 PS.:  Allen,  viel Spass beim Üben - und mal was Anderes ausprobieren. Brings voll.

 

 

Pinkat Profilseite von Pinkat, 19.02.2015, 10:55:41

Hallo Fiddletroll,

danke für dein Posting. So gesehen passt - aus meiner Sicht - die Analogie mit Musik und Sprache sehr gut. Ich habe noch keinerlei Erfahrung mit dem Spielen unbekannter Stücke, wobei ich gerade gestern in der Geigenstunde mal mit meinem Lehrer in einen Song reingehört habe, den ich noch nicht kannte, und nach einem Mal hören klappte zumindest der Refrain echt gut. Aber gerade wenn ich zu unbekannten Stücken was improvisiere, klappt es wirklich, nach üblichen Schemen zu gehen, damit man sich nicht gerade sonstwo verliert, wenn es dann aber woanders weitergeht ;-)

Bei mir bekannten Liedern ist es dann auch eher so, dass ich die Töne spiele, die ich "denke", weil ich mir den Melodieverlauf dann vorstellen kann bzw. im "inneren" Ohr habe. Allerdings habe ich dabei absolutes "Denkverbot" verordnet bekommen, das ich gerade versuche auch wirklich umzusetzen. Von daher ist "denken" aktuell nicht der treffendste Begriff für mich, aber es geht schon sehr in die Richtung. Eigentlich ist es fast wie Auto fahren in einem bekannten Gebiet, da denkt man auch nicht bewusst über alles nach: Man weiß, wo man hin muss, und man denkt nicht bei jedem Abbiegen über die richtige Richtung, Blinken, Schulterblick, Winkel der Kurve usw. nach, sondern macht es einfach. Schwierig wird es für mich aktuell noch bei fiesen Tonarten, das ist dann wie Anfahren am Berg mit mehr als 30% Steigung. Aber auf flacher Strecke kann klappt es ganz gut mit dem spontanen Mitspielen, insbesondere bei Songs, die ich schon seit Jahren in- und auswendig kann. Neulich habe ich eine CD im Regal wieder entdeckt, von der ich einen Song als Kind/Jugendliche stundenlang gesungen habe (Olympiasong von Lillehammer 1994 oder so...); da war jeder Ton im ersten Anlauf da und ich könnte nicht beschreiben, wie ich das gemacht habe.

 

Ich persönlich bin auch Pro-Lehrer. Da ich meine erste (geliehene) Geige schon vor dem Lehrer hatte, hatte ich ein paar Wochen "Selbsstudium", aber allein die ersten 60 Minuten mit Lehrer haben mich weiter voran gebracht als die acht Wochen ohne zuvor. Außerdem habe ich ein sagenhaftes Talent, mir binnen einer Woche irgendeinen Blödsinn anzugewöhnen, den man mir dann wieder austreiben muss. Und auch ansonsten ist das kontinuierliche Feedback so hilfreich für mich - und auch motvierend, v.a. wenn dann endlich mal was super klappt! So gesehen kann ich es mir ohne gar nicht mehr vorstellen, auch wenn es sicherlich nicht unmöglich ist.

 

@Geiger307: Auch wenn ich es nie selbst ausprobiert habe, ist es für mich so einleuchtend, dass ein dauerhaft gespannter Bogen ziemlich schnell leidet, sodass ich es auch bei meinem 40-Euro-Bogen nicht noch einmal testen muss. Das haben schon andere vor mir gemacht und sich auch bei günstigen Bögen tierisch geärgert. Für meinen 40-Euro-Bogen bin ich sogar neulich noch mal von meiner Bushaltestelle zurück zur Wohnung geflitzt, weil ich mir nicht sicher war, ob ich in der Eile den Bogen entspannt habe. 40 Euro sind nun mal auch 40 Euro und ich mag meinen Bogen trotzdem sehr gerne.

Geiger307 Profilseite von Geiger307, 19.02.2015, 12:29:33

Hallo Alle.

Ihr habt alle Recht.

Die Handbremse vom geparkten PKW lässt man auch nicht ewig angezogen.

Ein Bogen-Schütze (mit Pfeil + Bogen) , spannt den Bogen erst vor dem Training.

Vor dem schlafengehen enspanne ich den Geigenbogen nun.

Ca . 4 Wochen war der Bogen zu 70 Prozent auf "spielen" gespannt.

Er hat keinen Schaden gelitten.

Grüsse von Günter

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