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Kontakt zu freundlichem Geigenbauer gesucht! - Bau einer mongolischen Pferdekopfgeige

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Rosi Profilseite von Rosi, 19.04.2019, 23:52:50
Kontakt zu freundlichem Geigenbauer gesucht! - Bau einer mongolischen Pferdekopfgeige
Hallo alle zusammen, ich habe mich extra hier angemeldet, weil ich verzweifelt nach Fachkundiger Hilfe umsehe!

Ich arbeite derzeit an einer mongolischen Pferdekopfgeige, die ich mir baue, weil man sowas in Europa gar nicht, oder nur in minderwertiger Qualität kriegt und mir Importe aus der Mongolei zu umständlich, zu teuer und viel zu blöd waren.

Klar selber bauen ist auch eine Hausnummer, aber ich bin zuversichtlich, dass das etwas wird.

Allerdings stoße ich immer wieder auf kleine Probleme, oder habe Fragen, die man in diesem speziellen Fall (es gibt kaum eine Seite, die nicht mongolisch ist, um sich über dieses Instrument tiefer gehend zu informieren) auch nicht durch Internetrecherche beantworten kann.

Der/die Geigenbauer in meiner Nähe haben mich stets mit "das ist Marke Eigenbau und das unterstützen wir nicht" abgewimmelt, weswegen ich nun ein kleines bisschen hilflos bin!
Ich bin 19 Jahre alt und super interessiert und hoffe, hier jemanden zu finden, der mir ab und zu mal bei diesem Langzeitprojekt eine Frage beantworten könnte.

Das Instrument entsteht aus folgenden Materialien:
Fichtendecke, Mahagoni Zargen & Boden & Hals & Kopf, Katalox Griffbrett, Reifchenhölzer, Furniere und sonstige Innenkonstruktionen auch aus Fichte.
Die Brücke werde ich entweder besorgen, oder auch aus Mahagoni zurecht sägen.
Die Saiten sind keine Pferdehaarsaiten sondern Nylon.
Das Holz ist nicht aus dem Baumarkt, sondern von ESPEN Tonholz, da ein Lehrer an meiner Schule eine Gitarre baute und mir diesen Shop empfohlen hat.
Geleimt wurde bisher alles mit -ES TUT MIR LEID- Weißleim, da ich absolut nicht die Möglichkeit hatte Knochenleim zu verwenden, da ich keine Werkbank und kaum Platz zum sorgfältigen einspannen habe.
Decke und Boden selbstverständlich bookmatched.

Fragen bestehen bei folgenden Themen:
- die F-Löcher (Positionierung & Form)
- der Bassbalken (Maße)
- die Brücke/Steg (Höhe, Fläche d. Füßchen, Positionierung)
- die Decke (Stabilität & Befestigung)
- die Oberflächenbehandlung (Schleifen, Lack, Polieren, etc.)
- die Aufhängung (Fachbegriff gerade entfallen) der Saiten unten (Größe, Form, Befestigung des nötigen Teils)
- andere Fragen, die im Verlauf noch entstehen

Ich hoffe, dass mir hier jemand helfen kann.

Mit freundlichen Grüßen Rosa
argon Profilseite von argon, 25.04.2019, 01:12:17

Das ist ja mal eine coole Idee!
Das würde glatt einen eigenen Thread über die Fortschritte rechtfertigen.
Nur helfen kann ich Dir leider auch nicht viel, da ich kein Geigenbauer bin… Ich kann nur etwas mitfühlen. Und deine Fragen mal nach oben stubsen. Als Ebay-Sammler rangiere ich bei den Geigenbauern nämlich noch ein kleines bisschen unter Dir als Selbstbauer… (irgendwo zwischen Holzwurm und Kakerlake)
Aber ich versuche mal nach bestem Wissen zu unterstützen.
Zum einen murmelt mein Gedächtnis ganz leise etwas von einem Verein für Mongolen-Freunde (oder so ähnlich) in München, die auch Unterricht auf der Pferdekopfgeige geben. Da müsste es doch eigentlich möglich sein, sich Maße an realen P-Geigen zu holen. Eventuell sogar per Mail und Foto. Versprechen kann ich natürlich nichts, ich kenne den Verein wirklich nur vom HörenSagen aber meiner privaten Erfahrung nach, sind die meisten Menschen recht hilfsbereit, wenn man sie freundlich bittet. München lohnt sich auch als Wochenendtrip, es spricht also auch nichts dagegen, nach Absprache mal hinzufahren.
Zum Geigenbau selbst kann ich Dir den Möckel ans Herz legen. Mit ca. 125 € ist der aber nicht ganz billig. Ganz gelegentlich taucht mal eines gebraucht oder in einer Bibliothek auf, aber da muss man Glück haben…
Und natürlich viel Restholz zum Üben! Etwas theoretisch verstanden zu haben ist nicht ganz das gleiche, wie es praktisch umsetzen. Es ist aber bei weitem nicht die „Geheimwissenschaft“, die einige Geigenbauer daraus machen.
Ich mache mittlerweile auch einiges (aber lange noch nicht alles) selbst, aber in dem Buch ist einiges sehr gut beschrieben. Den Rest muss man halt durch Ausprobieren lernen. Siehe Restholz.
Schöner wäre natürlich ein vernünftiger Geigenbauer, der hilfreich drauf schaut. Das muss ja nicht kostenlos sein. Aber meine Erfahrungen sind da leider nicht besser als Deine...
 

argon Profilseite von argon, 25.04.2019, 01:30:35

Habe noch Tante Google befragt: Es ist der Verein "Freunde der Mongolei e.V." in Ramersdorf.
Hier mal ein Link: http://www.freunde-der-mongolei.de/kurse/pferdekopfgeige.php

Neuester Beitrag Einlagespan Profilseite von Einlagespan, 26.04.2019, 02:21:00

Ich bin Geigenbau-Lehrling (habe schon vier Instrumente gebaut und Lackiert) und kann Dir schon den bei der einen oder anderen Frage weiterhelfen. Allerdings ist eine Pferdekopfgeige doch nur sehr entfernt ähnlich wie eine normale Geige, da weiss ich auch nicht so viel.

Das wichtigste ist, dass du viel Ausdauer hast (in der Ausbildung bauen wir pro Jahr etwa zwei Instrumente, und dies bei Täglich etwa 6-7 Stunden reiner Werkstattzeit...), allerdings ist so eine Pferdekopfgeige schon einiges einfacher aufgebaut, als eine normale Geige und dürfte somit auch weniger Arbeitsaufwand geben. Der Korpus ist eigentlich näher an einem Gitarrenkorpus (flache Decke und Boden...), vielleicht würde es sich lohnen mal einen Gitarrenbauer zu fragen (gerade auch bezüglich der Deckenbalken.
Als erste empfehle ich Dir dringend doch Hautleim anstelle des Weissleims zu verwenden. Wenn Dir das Warmverleimen zu umständlich ist, dann nimm doch wenigstens Fischleim, den kann man später auch wieder mit Wasser anlösen.

Hautleim ist meiner Erfahrung nach in verschiedener Hinsicht sogar einfacher verarbeitbar als Weissleim, und die Leimfugen müssen auch bei Weissleim sehr genau passen um eine Gute verleimung zu gewährleisten. Eine Weissleimfuge kann man nicht ohne grössere Beschädigung des Holzes später wieder aufmachen, was spätere Reparaturen enorm erschwehrt (z.B. falls sich ein Deckenbalken mal lösen sollte, oder ein grösserer Riss geleimt werden muss...).

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