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Was sollte ich können?

> Vibrato funktioniert nicht (Violine)

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Angus Profilseite von Angus, 22.12.2018, 16:13:55
Was sollte ich können?

Guten Tag,

Ich bin 15 und spiele jetzt seit fünf bis sechs jahren Geige. Im moment spiele ich von Haydn das Violin konzert in G-Dur.  Einmal in der Woche spiele ich auch im Sinfonie-Orchester (das niveau ist nicht allzu hoch) und ich kann auch hoch bis in die sechste lage sicher spielen ( danach gehts auch noch aber eher schlecht als recht ;)) vibrato kann ich auch.

 

Jetzt zu meiner Frage: denkt ihr, dass das was ich beherrsche angemessen für die Zeit ist, die Ich schon spiele oder sollte ich mehr können? Und habt ihr vorschläge für andere Konzerte die ich spielen könnte, welche auch ungefähr in diesem Niveau sind?

Dankeschön und Frohe Weihnachten.

 

 

Buratino Profilseite von Buratino, 01.01.2019, 13:26:39

Hallo Angus, Deine Frage kann ich nicht so beantworten, weil es dazu unterschiedliche Betrachtungsweisen geben wird. Ich bin 52 und beginne nun mein 4 Unterrichtsjahr und für mich sind deine Kenntnise noch sehr weit wentfernt. Trotzdem macht es mir Spaß und ich kann einige Stücke für mich spielen, also für mich alles Gut. Für ein Sinfonie-Orchester reicht es bestimmt nicht. Also die Frage, was möchtest Du? VG Sven

 

peerceval Profilseite von peerceval, 02.01.2019, 15:04:17

Nun, ich glaube die Frage ist falsch gestellt!
Gehen wir mal davon aus, es gäbe eine solche Zuordnung 'Nach X Jahren: Stücke A, B, C; nach Y: Stücke D, E, F'.

  • Dann lass uns zuerst mal annehen, Dir würde hier gesagt, dass Du (meilenweit) hinterhinkst (was man hier natürlich freundlicher ausdrücken würde). Was ergäbe sich für Dich? Du wärest frustriert! Vielliecht gelänge es Dir sogar, die Enttäuschung in Ergeiz umzumünzen. Aber ersteinmal wärest Du enttäuscht.
  • Nehmen wir jetzt als zweites an, Dir würde gesagt, dass Du (meilenweit) voraus bist. Was wären dann die Konsequenz? Würdest Du Dich zurücklehnen? Sicher nicht. Du würdest Dich freuen. Und ändern würde sich nichts!
  • Und nehmen wir zum dritten mal an, Dir würde gesagt, dass Du maßstabsgerecht spieltest. Was wäre dann der Fall? Du wüsstest, Du wärest Durchschnitt! Denn solch eine Liste gäbe immer nur den Durchschnitt an. Und gesagt zu bekommen, man sei Durchschnitt, ist auch frustierend.

Anders ausgedrückt: mit der Frage 'was machen andere mit derselben Lernzeit' tust Du Dir selbst nicht Gutes: entweder enttäuscht Dich die Antwort (Fall 1 + 3) oder sie ist überflüssig (Fall 2). Solche Fragen kann man sich grundsätzlich sparen!
Allerdings, die Tatsache, dass Du überhaupt darüber nachdenkst, wo Du stehst, ist Ausdruck dessen, dass Du -- aus
Dir selbst heraus -- eigentlich mehr können möchtest. Das ist ein sehr fruchtbarer Impuls. Das nennt man gesunden Ehrgeiz. Deshalb dazu eine Antwort:
Es gibt eine Einteilung der Violinliteratur nach Schwierigkeitsgraden (http://violinmasterclass.com/en/graded-repertoire/violin-and-orchestra). Danach stehst Du auf Level 4 von 10. Jetzt kannst Du also - zusammen mit Deinem Lehrer -- der Deinen Wunsch gerne aufnehmen wird! -- einen 'Ich-komme-weiter-Plan aufstellen'. Zwei Thesen dazu:

  1. Es ist eine gute Strategie, sich schon an die Stücke auf dem nächsten Level heranzuwagen, während man die auf seinem aktuellen Level poliert. Den nächsten Level erst anzugehen, wenn der aktuelle perfekt ist, wäre kontraproduktiv.
  2. Und mehr noch: Letztlich ist es wie beim Lauftraining. Wer nicht regelmäßig und absichtlich über seine (vermeintlichen) Grenzen hinausgeht, wird nicht schneller / weiter / länger laufen können. Auf das Geigen übertragen: Es ist auch gut, sich gelegentlich ein Stück aus dem übernächsten Level zu nehmen, und daran schon 'mal herumzuüben. Natürlich wird man auf dem übernächsten Level eher krebsen. Aber in kleinen Dosen ist das ja der Sinn der Sache. Und dabei kann ganz gelassen bleiben: Wer bei den wöchtlichen 'Ich mache mich jetzt mal fertig Sprints' nachher frustiert ist, weil er fertig ist, ist selbst schuld ;-). Wenn er das gelassen hinnimmt, wird er merken, dass die leichteren Aufgaben aufeinmal auch schneller / weiter / länger funktionieren.

Langer Rede kurzer Sinn: Red mit Deinem Lehrer und habt gemeinsam Spaß am Vorankommen.

herzlichst P.
PS.: Wenn Du in Deinem Orchester mehr gibst, als bekommst, such Dir ein neues.

DebianFan Profilseite von DebianFan, 02.01.2019, 18:29:42

Hallo peerceval,

zu dem Link mit den Level-Definitionen habe ich doch noch eine Frage: Dort stehen bei jedem Level einfach nur ein paar Stücke. Mit 50 habe ich mal angefangen, Geige (1. Instrument) zu lernen und ca. 4 Jahre einigermaßen regelmäßig Unterricht gehabt. Danach hatte ich leider keine Zeit mehr zum Geigen.

Den gespielten Stücken nach wäre ich ca. auf Level 4, drei der fünf dort genannten Stücke habe ich gespielt. Aber kommt es nicht auch darauf an, wie es klingt? Von dem Haydn G-Dur-Konzert habe ich eine Aufnahme von Katrin Scholz, sie spielt es wunderschön. Bei mir geht es, insbesondere bei der Kadenz, eher darum, das so in etwa hinzubekommen.

Die Noten kann ich im richtigen Tempo gerade noch fehlerfrei spielen, wenn Katrin Scholz dieselben Noten spielt, ist es dennoch gleich ein ganz anderes Stück.

peerceval Profilseite von peerceval, 02.01.2019, 19:46:49

.... tja, aus diesem Dilemma kann ich Dir nicht heraushelfen. Ich träume selbst dem Sound von Frank Peter Zimmermann hinterher - und dem von Hilary Hahn - und bezogen auf Haydn: dem von Christan Tetzlaff - und natürlich dem von Jascha Heifetz.

Aus dem vergleichenden (nicht nachträumenden) Blickwinkel entstehen aber wieder destruktive Fragen: 'Wieviel Arbeit stecke ich noch in dieses Stück hinein, bis ich (dann letztlich doch nicht) erreicht haben werde, was FPZ hinkriegt?': 'Sollte ich es nicht ganz sein lassen, wenn ich doch weiß, dass ich es nie so hinkriege, wie die?'

Ganz ehrlich: im Grunde wissen wir doch alle, ob sich an diesem einen Stück die Weiterarbeit jetzt noch lohnt oder nicht. Und als Erwachsene wissen wir das ganz unabhängig von unserem Niveau. Warum also sollen wir uns quälen, wenn für den Moment das Erreichbare erreicht ist?

Auf Dich bezogen ist die Antwort doch klar: Haydn im richtigen Tempo (also so wie auf Platte) gerade noch fehlerfrei spielen zu können, wow! Also los: auf zu neuen Ufern. Und das Klangideal immer im Kopf behalten und ihm beim nächsten Stück noch mehr annähern. Und noch später dann zu Haydn zurückkehren.

herzlichst P.

PS.: Es heißt, eine gute Methode voranzukommen, sei ganz ganz ganz langsam zu spielen. Ich liebe das ...

Neuester Beitrag Schnufki284 Profilseite von Schnufki284, 08.01.2019, 13:53:08

Ich habe irgendwo so ein Plakat gesehen, was in welchen Jahr zu üben ist. Im 4 ten 3. Lage, im 5 Vibrato. Im 6ten kann man im Orchester spielen. Da bist du ja schon.

Dann habe ich irgendwo gelesen: Czardasz - im 7 - 10 Jahr

Ansonsten würde ich mich nach den Schwierigkeitsgraden richten. Da gibt es Webseiten, wo man danach schauen kann.

Paganini soll das schwierigste sein.

Ich denke, wenn ein Konzert einem leicht fällt, dann zum nächsten. Sind denn die anderen im Orchester länger dabei und genauso gut wie du? Und ist es für sie genauso leicht wie für dich?

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