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Was bedeutet einen Bogen an/abspannen ? <

Späteinsteigerin, 33 Jahre

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Zugeordnete Kategorien: Unterricht

Sarah085 Profilseite von Sarah085, 05.12.2018, 14:43:07
Späteinsteigerin, 33 Jahre

Hallo zusammen,

 

ich habe mich im Sommer, nach langem Überlegen dazu entschlossen, mich bei der Musikschule anzumelden. Ich habe nun seit 2 Monaten Geigenunterricht, aber nur alle 2 Wochen 50 Minuten und die ersten beiden Stunden, waren nur 25 Minuten. Ich teile mir den Unterricht mit noch einem Erwachsenen (24 Jahre), daher nur alle 2 Wochen Unterricht. Meine Frage ist folgende: Ich hatte mittlerweile ca 4 Mal Unterricht und mir kommt vor, dass es überhaupt nicht voran geht. 1-3 Stunde habe ich nur gelernt wie man den Bogen richtig hält, und danach wie man die leeren Saiten streicht (1,5 Monate also schon vorbei) in der letzten Stunde hat mir meine Lehrerin in den letzten 2 Minuten gezeigt wie man greift.....und ich soll die Lieder aus dem Buch (Fiddle Time Joggers) daheim üben und wenn ich dazu komme auch noch die Lieder mit dem 2. Finger, alles erste Griffart. <Sie sagte ich mache das sehr gut, also ging ich davon aus, dass es normal ist sich Zeit zu lassen, da man es ja ordentlich spielen soll und nicht so Oh lala!

 

Also habe ich geübt und in der letzten Unterrichtsstunde haben wir nur ein paar Lieder gespielt, die mit dem 1. Finger sind und nur ein Lied, dass auch mit dem 2. Finger ist. Bis nächstes mal soll ich die restlichen Lieder lernen (1.+2. Finger) und dann will sie mit mir nur 2 Lieder von den existierenden 10 Liedern mit 1.+2. Finger spielen und dann direkt weiter mit 4.+5. Finger. Ich verstehe nicht, warum sie mir das nicht schon beim letzten Unterricht gezeigt hat, denn zum Beanstanden gabe es nur meine Bogenführung....sie meinte nämlich auch, dass der 1. Finger schon sehr gut geht.

Auch das mit der Bogeneinteilung hat sie mir nie gezeigt, verlangt aber, dass ich das schon hinbekomme und meinte zB.: Das Lied ist eigentlich einfach was Bogeneinteilung angeht! Ich denke mir dann nur, woher ich das wissen soll, wenn ich noch nie vorher was mit geigen zu tun hatte.

 

Letztes mal, habe ich per Zufall gesehen, dass der andere Erwachsene Schüler, der mit mir den Unterricht teilt schon beim 3. u 4. Finger ist. Wie ist sowas möglich?

 

Bin ich zu unbegabt? Einfach nicht talentiert genug?

Kurz zu mir: Ich bin weibl. 33 und übe jeden Tag ca 30-60 Minuten, am Wochenende mehr. Ich war aber 1 Woche krank wo ich vl nur 5 Minuten tägl. geübt habe, da es zu anstrengend war.

 

Kann mir jemand sagen ob es normal ist, dass man nach 4 Unterrichtsstunden, erst beim 2. Finger der ersten Griffart ist?

 

Vielen lieben Dank für eure Antworten

Sarah

Bavarica Profilseite von Bavarica, 06.12.2018, 09:17:01

 

Hallo Sarah,

 

also ich finde, das klingt doch nach gutem Fortschritt.

 

"Bis nächstes mal soll ich die restlichen Lieder lernen (1.+2. Finger) und dann will sie mit mir nur 2 Lieder von den existierenden 10 Liedern mit 1.+2. Finger spielen und dann direkt weiter mit 4.+5. Finger. Ich verstehe nicht, warum sie mir das nicht schon beim letzten Unterricht gezeigt hat, denn zum Beanstanden gabe es nur meine Bogenführung....sie meinte nämlich auch, dass der 1. Finger schon sehr gut geht."

 

Ja, aber die Bogenführung eben noch nicht. Deshalb ist es sinnvoll, dass Du Dein Augenmerk jetzt mal auf den Bogen richtest. Da jetzt für die linke Hand etwas Neues einzuführen, würde Deine Aufmerksamkeit von der rechten Hand wegnehmen. 

 

"Auch das mit der Bogeneinteilung hat sie mir nie gezeigt, verlangt aber, dass ich das schon hinbekomme und meinte zB.: Das Lied ist eigentlich einfach was Bogeneinteilung angeht! Ich denke mir dann nur, woher ich das wissen soll, wenn ich noch nie vorher was mit geigen zu tun hatte."

 

Ja, aber das ist jetzt nicht unnormal, dass man mal was probieren soll, was vorher noch nicht "dran" war. Die Techniken erweitern sich sukzessive und können gar nicht alle auf einmal eingeführt werden. Ich glaube auch nicht, dass sie "verlangt", dass Du das "schon hinbekommst", wohl aber, dass Du es versuchst. Sie scheint Dir als Erwachsener zumindest zuzutrauen, dass Du Dich mit halben Bögen usw. auseinandersetzen kannst. Für die Bogenführung von Anfang an: Vor dem Spiegel üben!

 

Letztes mal, habe ich per Zufall gesehen, dass der andere Erwachsene Schüler, der mit mir den Unterricht teilt schon beim 3. u 4. Finger ist. Wie ist sowas möglich?

 

Jeder hat sein eigenes Lerntempo und seine eigenen Stärken und Schwächen. Wenn Du anfängst, Dich mit anderen zu vergleichen, nimmst Du Dir viel Freude am Lernen. Wichtig für Dich ist nur Dein eigener Fortschritt, und der ist ja da. Im Moment scheinst Du etwas Nachholbedarf zu haben, was die rechte Hand betrifft, deshalb hält es Deine Lehrerin vielleicht für sinnvoll, die linke Hand noch nicht zu erweitern. Klingt für mich aus der Ferne eigentlich gut, auf jeden Fall besser als jemand, der die individuellen Stärken und Schwächen seiner Schüler nicht sieht und ein "one size fits all"-Konzept fährt.

Auf der einen Seite scheint es Dir zu schnell zu gehen ("Plötzlich soll ich Bogeneinteilung machen"), auf der anderen zu langsam - ich würde Dir raten, entspann Dich. Ich weiß nicht, wie sich Euer Errangement ändern ließe, aber vielleicht kämst Du mit wöchentlichem Unterricht (dafür kürzer) als Anfängerin besser zurecht. 

 

Sarah085 Profilseite von Sarah085, 06.12.2018, 12:36:06

Hallo Bavarica,

 

danke für deine Reaktionen auf meinen Beitrag. Das hat mir schon viel weitergeholfen und ich werde jetzt nicht mehr so unsicher ans Geigenspiel rangehen. Sache war halt nur, dass ich bei mir schon einen Fortschritt erkannt habe, auch was das Lernen mit den 1. und 2. Finger angeht. Als ich dann den anderen Erwachsenen Schüler gesehen habe, dass der schon weiter ist als ich, hatte ich erst einmal einen kleinen Schock Oo. Ich dachte mir, oh man ich hab wohl Wahrnehmungsstörungen, wenn ich denke ich bin garnicht mal so unbegabt......Man weiß natürlich auch nicht wie viel Zeit der andere hat.... ich für meinen Teil gehe ja arbeiten und habe nicht so viel Zeit zum üben. Wenn man halt mehr übt kommt man logischerweise schneller voran....ich sollte eigentlich zufrieden sein, dass ich überhaupt einen Fortschritt von Tag zu Tag sehe....zuerst erscheint mir ein Stück zu schnell und am nächsten Tag gehts dann schon viel besser und was ich bei mir jetzt auch neu entdeckt habe ist, wenn ich ein Stück nicht gleich hinbekomme wie Clare's Song von Fiddle Time Joggers, dann übe ich das echt so lange bis es geht bzw bis ich merke es geht was voran und wenn ich nur die erste Zeile flüssig und gut spielen kann....hauptsache ich sehe einen Fortschritt.....sonst habe ich eine innerliche Unruhe.

 

Wöchentlicher Unterricht geht leider nicht, da ich ja den Unterricht mit dem anderen erwachsenen Schüler teile. Also wir tauschen uns wöchentlich ab.

 

Vielen Dank nochmal für deine Antwort und deine Tipps.

 

LG Sarah

rainiz Profilseite von rainiz, 06.12.2018, 15:35:15

Der eine lernt schnell und der andere langsam, richtig.

Aber ich will mal ehrlich sein, ich finde Schulen wo man Instrumente zu spielen lernt, allgemein nicht so toll (Ich spreche aus meiner Erfahrung aber vielleicht ist es bei anderen anders).

Man geht dahin und kommt an mit Leuten die man nicht kennt, und das macht mich extrem nervös (ich bin jemand der super schüchtern ist...) und dann fangen meine Hände an zu zittern usw. (ich hab eine Starke Sozialphobie da ich bisher nur gemobbt wurde von fremden auf der straße wegen meines aussehens was mich dazu führte Gymnasium schule zu schmeißen usw.)

 

Wie bereits genannt fing ich an die Schule zu schmeißen und hatte viel Zeit dadurch zuhause zu sein und hatte nichts zu tun. Meine Interesse an Geige erhöhte sich immer mehr und mehr (ich hatte die interesse seitdem ich 6 war und ich weiß echt nicht woher die interesse kommt da ich als ich 6 war zuvor nie eine Geige gehört habe....) und mittlerweile hab ich absolut nichts mehr zutun gehabt in mein Privatleben das ich beschlossen hab mir Noten lesen und schreiben beizubringen sowie Geige zu spielen.

 

Ich hab viele Videos von zuhause aus auf youtube angeguckt und das wichtigste darf man nicht vergessen: MOTIVATION und das GUTE Gefühl, die FREUDE die man am Lernen hat wo man weiß "das bringt mich zum ziel sobald ich das gelernt habe" (Mein ziel war einfach nur Geige spielen können den ganzen Tag lang einfach nur so vor mich hin). Und wenn ich freude sage dann sollte man WÄHREND dem lernen und üben auch wirklich freude haben und nicht "sturr" sag ich mal vorgehen und wenn man dan die ersten schiefen noten hört sollte man nicht gleich die Motivation oder den spaß verlieren, GANZ im gegenteil.

 

Als ich endlich meine erste Geige bestellte hab ich mich mit große Motivation und freude und aufregung am PC gesetzt und hab für über 6 Stunden verschiedene Anleitungen mir zum Geigen spielen angeschaut und mir das wichtigste gemerkt und die besten videos hab ich mir gespeichert damit ich am nächsten Tag wenn meine Geige ankam ich diese wieder anschauen kann und es vergleichen kann mit dem was ich richtig oder falsch tue.

 

Als die Geige endlich kam und ich sie versuchen wollte klang sie erstmal schief (da hab ich auch dabei gelacht und nicht die Motivation verloren, ich war voller Motivation weiterhin und freude trotz der Fehler die ich machte), ich hatte falschen druck usw. sowie war ich linkshänder, die Geige war aber für Rechtshänder was es also für mich mehr erschwerte da der Komfort einfach null war für mich mit der Rechten Hand.

 

Jeden falls hab ich weiter und weiter versucht und gleich innerhalb von 5minuten konnte ich an einer Saite spielen ohne kratzen (ab und zu kam wieder ein kratzen, das lag am falschen anheben / abheben mit der spitze und dem frosch). Ich hab mir dann kurz videos angeschaut über den häufigsten fehlern und merkte schon das ich vergesse mit den fingern "an / ab zuheben" je nach ob der Bogen hoch oder runter geht und das hab ich schnellstens verbessern können.

 

Dann fing ich an, an der nächsten Saite zu spielen und da gings schon viel besser da ich die Grundlagen verstanden hatte an der ersten Saite. Dann ging ich rüber zu nächsten bis zum letzten.

Und dann fing ich an jede Saite einmal zu spielen von vorne bis zum letzten und fing an  immer schneller zu werden was super klappte.

 

Das alles hab ich innerhalb 60minuten gelernt (wahrscheinlich hatte ich es einfacher da ich zuvor diese Videos alle geschaut hatte und von jedem was neues lernen konnte und ausbessern konnte).

 

Am nächsten Tag fing ich mit den Griffen an was super einfach für mich durchzuführen war da die Videos die ich zuvor geschaut hatte, sehr gut detaliert waren. Ich wusste wo e,a,d,g sind und wie die 2 Griffe funktionieren etc.

da ich sie aber zum ersten mal spielte, war es unmöglich für mich kurze stücke zu improvisieren. Also fing ich an sehr kurze und leichte cover oder Kinderlieder nach zu spielen mit den Noten vor mir da ich auch nicht wirklich die Töne kannte bis auf die namen halt wie "d, e, fis..." usw.

Aber das nachspielen von viele viele kinderlieder hat mich extrem verbsessert in nur wenige Wochen.

 

Ich weiß nicht wie es anderen geht und wieso viele sagen das Geigen viel schwieriger sind als Gitarren (ich hatte als ich 12 war eine Gitarre geholt obwohl ich wusste das ich eher eine Geige will und hab versucht 2 Jahre mir die Gitarre selber beizubringen aber ohne erfolg)., aber ich kann garantiert sagen das ich keine Probleme hatte mit der Geige (Okay ich hatte voraus gelernt noch bevor ich meine erste Geige hatte).

Ich weiß nicht ob das normal ist das wenn man einfach nur viele Videos schaut und dann das Instrument selbst probiert, es sehr schnell auf die reihe kriegt aber ich habs hinbekommen.

 

Was ich mit dem ganzen sagen will ist, mit Musik Schulen wo man instrumente lernt ist es für mich zu viel "aufwand". Damit mein ich, es stresst mich sehr und macht mich super nervös.

 

Finde deine Leidenschaft in Violinen, freude und spaß und schau wie es in der nächsten Stunde bei dir läuft.

 

Ich hab mir selbst sozusagen etwa 12 Stunden am Tag gegeben (12 ist vieleicht zu viel und wenn man nichts zutun hat und WIRKLICH spaß hat, verbringt man schon gern eins zwei stunden mit sein Instrument ohne die Zeit zu merken ganz egal ob man übt oder nicht).

Ich finds schlimm das du nur alle 2 Wochen unterricht hast ... selbst wenn du während der Woche selbst, privat übst ist das zu wenig. Dann hol dir wenigstens mehr hilfe von Bücher oder besser youtube (nicht alle videos sind da toll aber ich hab etwa 3 Videos gefunden die ins kleinste detail gingen und jeden eizelnen schritt haargenau erklärten).

Sarah085 Profilseite von Sarah085, 06.12.2018, 15:57:06

Hallo rainiz,

 

vielen Dank für deine Meinung und deine Zeit, diesen langen Beitrag zu verfassen :)

 

Mir geht es auch so, dass ich immer so nervös bin, wenn ich vorspielen muss. Hängt bei mir zusammen, dass ich einen innerlichen Druck verspüre, dass ich eben diese Stücke, die eben als Hausaufgabe auf sind, ubedingt können muss (obwohl man dann bei der nächsten Stunde nicht mal dazu kommt, wie in meinem ersten Beitrag geschrieben).

 

Ich verstehe dich da also auch ein wenig, wenn du sagst, dass dich das alles nervös macht und für dich nichts ist. Das Problem ist halt, dass ich in einem Kaff wohne, bei dem einfach nichts ist! Die einzige Möglichkeit ist eben die Musikschule, andere Lehrer gibts hier in der Nähe nicht. Da müsste ich um die 60 Km fahren und das ist mir zu weit, auch weil ich bis ca 17 Uhr arbeiten muss.

 

Das der Unterricht alle 2 Wochen statt findet, finde ich auch nicht gerade super, aber halt die einzige Möglichkeit! Ich schaue mir aber jeden Tag Youtube Videos an.....aber ich versuche es nicht zu übertreiben, denn wie Bavarica richtig erkannt hat, happert es bei mir eindeutig an der rechten Hand und auf diese werde ich mich in Zukunft mehr konzentrieren bis ich mir halbwegs sicher bin. Bei mir ist es nämlich auch so wenn ich ein Stück spiele, lese ich die Noten während des Spielens, sprich, ich schau nicht wo ich mit dem Bogen spiele......und da ist der Bogen auch ab u an zu vorne am Steg - aber es wird besser :) wenn man bedenkt, dass ich vor 3 Wochen ein bestimmtes Lied nicht mal ansatzweise spielen konnte (trotz gucken wo mein Bogen auf der Geige ist), und jetzt schon super funktioniert und das quasi blind :)

 

LG Sarah

rainiz Profilseite von rainiz, 06.12.2018, 16:13:32

Ahhh das heißt wenn du auf dein Bogen achtest kannst du spielen ?

und ich weiß ganz genau was du meinst mit deiner rechten hand. Das problem hatte ich als ich die Geige und den bogen zum ersten mal hielt nach all diese Videos :).

 

Wenn du tatsächlich spielen kannst wärend du auf dein bogen achtest dann hier eine Übung für dich (die hab ich oben kurz angesprochen gehabt, und die hat mir sehr mit dem problem und dem Kratzen geholfen):

 

Fang an paar mal langsam auf "g" zu spielen also ohne griff, vielleicht 4 mal hoch und runter fahren mit dem bogen. Wenn du weißt das der klang hier in Ordnung war, fängst du an das gleiche mit "d" zu machen und das ganze wiederholst du mit "a" und wenn du auch hier durch bist dann "e".

 

Jetzt wiederholst du das ganze aber diesmal wirst du schneller. Sobald du mit "e" wieder fertig bist, wiederholst du das ganze und wirst immer schneller.

Wärend den ganzen vorgang darfst du gerne auf dein bogen weiter schauen damit du erstmal komfortabler bist damit.

 

Mach immer so weiter und werde immer schneller. 

Danach fängst du komplett von vorne an aber diesmal spielst du an jede Saite 1 mal statt 4 mal. Ob du hoch fährst oder runter fährt darfst du entscheiden.


Sobald du anfängst immer schneller zu werden fang mal an weg zu schauen von dein bogen.

Die übung hat mir volle Kontrolle gelehrt (ich bin selbst auf die Idee gekommen es so zu trainieren lol und es hat mir sehr geholfen) und endlich konnte ich auch mal weg sehen vom bogen und weiter spielen :).

 

Aber es hat sehr lange für mich gedauert ... mehr als 30minuten. Ich hab einfach ganz lange jede Saite einmal gespielt und wurde immer schneller und hab das ganze +30min lang gemacht und dann fühlte ich mich sicher und konnte besser woanders hingucken z.B auf die Noten vor mir und noch spielen :).

 

Ps. Ich wohn mitten in ein Dorf seit kurzem und der nächste supermarkt ist 1 stunde entfernt von mir ... 

Ich verstehe dich zu gut. Entweder bleib bei der jetzigen schule oder hör mit der schule auf und lehr es dir selbst durch Foren tipps von usern die sie dir geben oder noch besser youtube videos wenn du genug Zeit hast.


Mein Rat wäre mach mit der Musik Schule weiter und übe mit deiner Geige auch privat jeden Tag bis zum nächsten Unterricht wieder :).

Bavarica Profilseite von Bavarica, 06.12.2018, 16:42:18

Hallo Sarah,

 

also die Nervosität kennt glaub ich jeder - und das wird mit jedem Vorspielen vor dem Lehrer oder Auftreten besser. Dass im Unterricht nicht alles, was Du vorbereitet hast, behandelt wurde, hab ich vorhin überlesen. Vielleicht müsst Du und die Lehrerin Euch da im Zeitmanagement noch eingrooven, vielleicht hat sie sich in der Stunde für einen anderen wichtigen Aspekt mehr Zeit genommen, oder ... Ein Gespräch über Eure gegenseitigen Erwartungen und Vorstellungen könnte da schon helfen. Ich würde ihr schon sagen, dass Du grundsätzlich schon gerne wöchentlichen Unterricht hättest, wer weiß, vielleicht hat sie irgendwann noch einen freien wöchentlichen Platz. 

 

Zum Üben: Mach nicht zu viel, sondern entwickle Strategien für effizientes Üben, d.h. mit voller Konzentration und Aufmerksamkeit. Lass Deine Aufmerksamkeit rotieren, also richte sie immer auf einen bestimmten Aspekt, also z.B. nur Bogen, ganz bewusst, evtl. nur mit leeren Saiten. Dann wieder nur einen Aspekt der linken Hand. Alles so schnell wie möglich möglichst schnell spielen können zu wollen, ist oft kontraproduktiv, wenn dafür ein anderer Aspekt (z.B. Ton oder Intonation) leidet. "Slow practice makes perfect", daran ist viel Wahres. Langsam, aber dafür sauber und mit schönem Ton. Effizient üben heißt auch, nicht immer das ganze Stück durchzuspielen und an der immer selben Stelle zu straucheln, sondern die schwierigen Stellen zu isolieren und in Mikroteilchen zu zerlegen und wieder zusammenzubauen, wenn Du sie sicher kannst. 

Youtube Videos sind eine tolle Resource, bergen aber auch die Gefahr in sich, dass Du Dich am Anfang mit Informationen überfrachtest. Ich würde Dir, wie Du selber gesagt hast, auch dazu raten, Dir jetzt nicht zu viel solcher Videos reinzuziehen.

 

Frohes Üben, lg, Bavarica

Sarah085 Profilseite von Sarah085, 07.12.2018, 09:16:14

Hallo rainiz und Bavarica,

 

vielen vielen Dank für die Antworten, die helfen mir wirklich sehr weiter, vor allem auch der Rat mit dem Bogen von rainiz.

 

@rainiz: Das werde ich heute gleich mal ausprobieren und schauen wie es bei mir hilft, dass ich eine bessere Kontrolle über den Bogen bekomme. Ich kanns kaum erwarten, und will schon jetzt Feierabend machen :))

Ich werde schon bei der Schule bleiben, denn ich finde die Lehrerin eigentlich schon recht gut, vor allem spielt sie selber in einem Streichorchester mit. Ich denke mir, dass ich einfach nur geschockt war und ich einfach dachte, ich bin zu alt, zu schlecht und habe null talent, wenn der andere schon so weit ist und ich erst beim 2. Finger. Mittlerweile ist mir das aber wirklich egal und ich konzentriere mich nur noch auf meinen Fortschritt, weil das ist das was zählt.

 

@Bavarica: Youtubevideos finde ich wirklich toll, nur wie du schon erwähnt hast, gibt es nicht nur sinnvolle Videos und das als Neuling herauszufiltern ist schon schwierig, deswegen finde ich, dass eine Lehrerin eine Pflicht ist (zumindest für den Anfang) Ich kann mich noch erinnern, da hatt ich die Geige schon daheim, aber erst eine Woche später meinen ersten Unterricht. Da ich unbedingt schon mal streichen wollte, habe ich mir Youtubvideos angesehen und da waren soooo viele verschiedene Meinung, so dass ich mir wirklich unsicher war (also habe ich Videos von Profis angesehen, um zu sehen wie diese streichen) und dann habe ich mir eben Videos gesucht, in denen das genauso erklärt wurde (inkl. Bogengriff)

@rainiz: Also ich denke, dass man seeeehr viel Freizeit braucht, damit man ohne Lehrer und nur mit Videos halbwegs einen "richtigen" Fortschritt hat. Weil ich denke, man denkt oft, dass man was richtig macht und vergleicht es vielleicht in einem Video und ist der Meinung, dass es doch dasselbe ist. Dabei macht mans dann doch anders, da finde ich gut das man eben einen Lehrer hat, der einen ausbessert.

 

Ein sehr sehr guter Geiger hat mal gesagt man wird besser indem man etwas langsam und oft übt :) Ich glaube, dass hat er nicht ohne Grund gesagt. 

 

Ich hätte da noch eine Frage: Die Lehrerin sagt zu mir immer, dass ich zu leicht streiche (ich lasse den Bogen aufliegen und streiche halt dann und mit kommt vor, dass es schon laut ist). Sie hat mir dann gezeigt wie man streichen könnte und ich fand das zu fest, denn die Geige machte komisch Geräuche (knackste) und die Töne waren auch knartschig. Als ich das eben dann selber probierte, habe ich gemerkt, dass ich ja schon mit dem Arm draufdrücke, weil ich nicht mal so viel Kraft im Zeigefinger habe (sie meinte beim raufstreichen muss man mit dem Zeigefinger drücken) Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie ich sehe, dass ich richtig und laut genug streiche? Gibts da eventuell etwas wo man merkt, dass es jetzt richtig ist?

LG Sarah

 

Bavarica Profilseite von Bavarica, 07.12.2018, 09:37:39

Ich hätte da noch eine Frage: Die Lehrerin sagt zu mir immer, dass ich zu leicht streiche (ich lasse den Bogen aufliegen und streiche halt dann und mit kommt vor, dass es schon laut ist). Sie hat mir dann gezeigt wie man streichen könnte und ich fand das zu fest, denn die Geige machte komisch Geräuche (knackste) und die Töne waren auch knartschig. Als ich das eben dann selber probierte, habe ich gemerkt, dass ich ja schon mit dem Arm draufdrücke, weil ich nicht mal so viel Kraft im Zeigefinger habe (sie meinte beim raufstreichen muss man mit dem Zeigefinger drücken) Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie ich sehe, dass ich richtig und laut genug streiche? Gibts da eventuell etwas wo man merkt, dass es jetzt richtig ist?

 

Dazu musst Du ein Gefühl für das jeweils richtige Verhältnis zwischen Bogengewicht, Bogengeschwindigkeit und Kontaktstelle entwickeln. Probier aus, welches Gewicht mit welcher Geschwindigkeit Du kombinieren musst, damit der Ton in verschiedenen Lautstärken frei klingt. Probier auch an verschiedenen Positionen zwischen Griffbrett und Steg (sog. Kontakstelle), wie sich die Verhältnisse da ändern. 

Sarah085 Profilseite von Sarah085, 07.12.2018, 10:11:12

Vielen Dank Bavarica, das werde ich heute ausprobieren.....ich hoffe, dass ich da bald mal ein Gefühl dafür bekomme. Im Moment ist das bei mir so, dass ich total unsicher bin und ich eben nicht weiß ob ichs richtig oder falsch mache.

 

LG Sarah

Neuester Beitrag rainiz Profilseite von rainiz, 07.12.2018, 21:36:45

Freut mich das meine Übung was bringt. Ich dachte sie ist albernd aber so hab ich es mir nunmal beigebracht.

 

Sich mit der rechten Hand zu navigieren sag ich mal wärend man weg guckt als neuling ist super schwer. Aber dank der Übung (da man ja immer schneller anfängt zu spielen)  kommt man schneller von a nach b was die Saiten angeht und man merkt sich das navigieren besser.

Und ja man braucht vieeeeeel Freizeit wenn man durch Youtube lernen will. Man muss die richtigen Videos finden und und und aber danach geht alles super schnell.

Bleib lieber bei deiner Lehrerin und nutze jeden Tag und übe mit deiner Geige bis zum nächsten Unterricht immer :).

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