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Violine gibt keinen vernünftigen Ton von sich

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Cleanboy Profilseite von Cleanboy, 21.03.2018, 11:22:56
Violine gibt keinen vernünftigen Ton von sich

aaalso, liebes forum, habe mich jetzt hier angemeldet in der hoffnung das hier leute sind die ahnung haben 
ich bitte um hilfe.
und zwar: ich habe mir eine violine gekauft weil ich sehr gerne das violine spielen lernen möchte.
ich habe sie gestimmt, ich habe sie kolofoniert.
mein problem ist jedoch: sobald ich einen ton spielen möchte, klingt das so: (ich habe ein video gemacht wie ich verschiedene töne spiele. auf jeder seite drücke ich an eine beliebige stelle, und so klingt das ganze)


https://www.youtube.com/watch?v=D5VZ60Lp7cQ

was habe ich falsch gemacht? oder was mache ich falsch? ich habe wiegesagt kolofoniert und gestimmt, aber da kommt nur so ein gekrächze heraus. ich bitte sehr um hilfe und über jede antwort überaus dankbar! es müsste ja wenigstens ein vernünftiger ton herauskommen, aber das was da beim rüberstreichen herauskommt, das sind ja keine töne o.O
bin dankbar für alle tipps und antworten!

Tacande Profilseite von Tacande, 21.03.2018, 15:54:08

Hallo Cleanboy,

ist es das erste Mal, dass du auf einer Geige gespielt hast? Dann kannst du auch nicht erwarten, dass die Töne sofort hell und klar klingen. Außerdem kann ich auch nicht sagen, was du falsch machst, wenn ich dich beim Spielen nicht sehen kann. Wichtig ist ja auch die Bogenhaltung und das richtige Aufsetzen des Bogens auf die Saite.

 

Du musst also entweder Unterricht nehmen, denn gerade am Anfang solltest du das Geigenspiel richtig lernen, weil du bestimmte Fehler sonst nur schwer wieder los wirst.

 

Wenn du aber nur ganz alleine für dich lernen willst, dann musst du mal bei Youtube suchen. Dort gibt es eine Menge informative Anregungen, viele allerdings auf englisch.

Cleanboy Profilseite von Cleanboy, 21.03.2018, 18:29:53

danke für die antwort! :)

ja ich fange gerade an damit, möchte es mir selbst beibringen.

was sehr praktisch für mich wäre, eventuell kennt jemand ja so ein video? wäre ein video in dem man hört wie eine violine falsch klingt und wie richtig. also quasi einige klangbeispiele. somit könnte ich eventuell mal ein bisschen filtern was ich falsch mache.

Pinova Profilseite von Pinova, 21.03.2018, 19:31:59

Hi cleanboy,
wenn Du keinen Unterricht nimmst, brauchst Du auch Infos zur Haltung der Geige. Die muss nach einer Weile – anfangs ist´s halt noch unbequem- , stimmen, damit Du auch schöne Töne hervorbringen kannst. Das alles braucht viel viel Geduld, besonders wenn Du es Dir selbst beibringst. Dafür ist die Glückseligkeit, die sich bei kleinsten Fortschritten einstellt, mit nichts zu vergleichen.  Es ist wichtig, dass Du da zu einer möglichst entspannten Haltung findest. Heißt, Du musst Dich eventuell durch so Einiges an Schulterstützen(einstellungen) durchprobieren, bis es passt. Es ist wirklich wichtig, dass Du Dich dabei um Deinen Körper kümmerst! Zur Haltung mal hier ein link.

 

https://www.youtube.com/watch?v=vbPGIxFQ9Cc

 

Und hier ein link zu Deiner konkreten Frage

 

https://www.youtube.com/watch?v=KmE7yOD1LP8
Und von dem gibt´s viele sehr hilfreiche clips. Schau da doch einfach mal durch.
Ich hoffe, Du hast nicht wirklich die Geige einkolofoniert. 3
 

Cleanboy Profilseite von Cleanboy, 21.03.2018, 19:48:44

ersteinmal danke für die links, nein ich habe natürlich den bogen einkolofoniert :D
da hätte ich gleich eine weitere frage: ist es schlimm wenn die saiten der geige weiß sind vom kolofonium?

Aranton Profilseite von Aranton, 21.03.2018, 21:42:23

Ein bisschen Kolophoniumbelag ist nicht schlimm, aber wenn die Saite davon sichtbar dicker wird, sollte man es entfernen.


Zu Deinen Missklängen: 

Nach dem, was ich höre (was aber täuschen kann, so toll ist der Klang Deines Videos ja nicht), hältst Du den Bogen zu steif und führst ihn nicht gerade - wahrscheinlich (das ist jetzt nicht gehört, sondern vermutet, weil das Problem glaube ich alle Anfänger haben) verändert sich das Bogentempo während des Strichs auch noch. Außerdem scheint Dir die Kontrolle darüber zu fehlen, wie viel Druck auf die Saiten ausübst. Wobei; wenn ich recht darüber nachdenke; das sind Probleme die alle haben, die das erste Mal ein Streichinstrument in die Hand nehmen; insofern hätte es die Klangprobe vermutlich gar nicht gebraucht...


Ich denke, dieses Video (um noch jemand anderes zu zeigen) fasst ganz gut zusammen, warum Lockerheit in der rechten so wichtig ist und gibt - auch wenn es eher theoretisch ist, ein Tipps, wie man das üben kann.
Idealerweise steht der Bogen immer senkrecht zur Saite und der Kontaktpunkt verschiebt sich nicht, wenn man vom Frosch zur Spitze oder wieder zurück streicht. Für den Anfang versuche, am Mittelpunkt zwischen Steg und Beginn des Griffbrettes zu bleiben. Während des Spielens ist das für einen selbst relativ schlecht zu kontrollieren, weil man aus einem sehr ungünstigen Winkel auf die Saiten schaut. Wenn es möglich ist, übe die Bogenführung vor einem Spiegel, da siehst Du besser, was Du tust. Wenn Du diese Möglichkeit nicht hast, säubere die Saiten vor dem Spielen, auf diese Weise verraten Dir die Kolophoniumspuren, wie sauber Deine Bogenführung war.

Die Sache mit dem Druck ist kompliziert zu beschreiben. Auch deshalb, weil der richtige Druck auch davon abhängt, wie schnell sich der Bogen über die Saiten bewegt. Sehr viel mehr als die Faustregel "Wenn es kratzt, erhöhe das Bogentempo oder reduziere den Bogendruck - wenn es pfeift, erhöhe den Bogendruck oder reduziere das Bogentempo" kann man Dir, ohne es Dir vorzuführen, nicht an die Hand geben.


Mein Tipp wäre: Konzentriere Dich zunächst einmal auf die Bogenhand. Spiele auf den leeren Saiten, bis es Dir zuverlässig gelingt, saubere Töne zu erzeugen. Fange mit Strichen über den ganzen Bogen an. Spiele vom Frosch zur Spitze in einer Sekunde (falls Du das nicht im Gefühl hast: benutze ein Metronom - oder eine Metronom-App für Dein Handy - stelle sechzig Schläge pro Minute ein) auf allen Saiten einzeln und auf je zwei benachbarten Saiten gleichzeitig. Auf diese Weise bekommst den Anfang und das Ende des Bogens ins Muskelgedächtnis und die Winkel, die Du brauchst, um die Saiten so wie beabsichtigt zu treffen. Wenn es mit dem ganzen Bogen klappt, teile den Bogen in Abschnitte ein, erst Hälften dann Viertel und übe kürzere, Striche mit denen Du kürzere Töne spielst. Ich weiß, das ist ein etwas eintöniger (genauer viertöniger) Einstieg ins Geigenspiel, aber Viotti hatte schon Recht, als er sagte: "Le violon, c'est l'archet!"
Wenn das so im Muskelgedächtnis verankert ist, dass ohne nachzudenken einigermaßen flüssig klappt, fang an, die linke Hand ins Spiel zu bringen. Wenn Du über Druck und Tempo nicht mehr während des Spielens nachdenken musst, hasst Du genug geistige Ressourcen frei, um Dich mit Fingerposition, -satz und der Koordination von linker und rechter Hand auseinander zu setzen.

Neuester Beitrag Norbert_V Profilseite von Norbert_V, 25.03.2018, 22:09:54

Hallo cleanboy,

ich hoffe, du hast noch nicht aufgegeben und es klappt nun schon besser. Leider ist es nicht leicht auf der Geige vernüftige Töne zu erzeugen. Mit LehrerIn geht es natürlich schneller und einfacher, aber wenn du das aus welchen Gründen zur Zeit nicht möchtest, dann kann ich die Links von Pinova auch empfehlen. Ich habe auch danach am Anfang gelernt und meine Lehrerin (nachdem ich dann doch Unterricht genommen habe) war überrascht, wie gut es schon klappte. Aber ich muss trotzdem zugeben: mit Unterricht wäre es schneller und einfacher gewesen. Die Informationen, die ich durch stundenlanges Suchen und Schauen von Tutorial erhalten habe, hätte ich in einer Stunde Unterricht haben können.

Bei uns an der Musikschule kann man auch stundenweise Unterricht buchen (bzw min, 1,5h, die man aber auch auf z.B. 3x eine halbe aufteilen kann), ohne sich für längere Zeit zu binden. Vielleicht gibts das bei dir in der Nähe auch.

Noch eins: Einen schönen Ton auf der Geige zu erzeugen, braucht Zeit. Also üben, üben und dran bleiben. 

Viel Erfolg und Spass mit der Geige!

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    Beschreibung:
    Solisteninstrument, hervorragender Zustand, orangebrauner dicker Lack, angeschäftete und ausgebuchste Schnecke, zweiteiliger Boden, waagrecht geflammt, sehr weitjähriges Deckenholz, Zargen teils wild geflammt, Schnecke ungeflammt. Saiten SPIROCORE Tungsten / LARSEN Solist. Bes. Merkmale: Bodenzäpfchen ersetzt mit ovalem Ansatz, Schnecke angeschäftet, kleine rötliche Lackschlieren am Boden, überaus modellierbarer Klang mit vielen Farben. Bodenlänge: 75,5 cm
    Mensur: 69,4 cm
    untere/mittlere/obere Breiten: 42,4 cm / 23,4 cm / 33,3 cm
    Zargenbreite inkl. Decke/Boden: 12,7 cm
    Bauort: Frankreich
    Baujahr: lt. Geigenbauer geschätzt um 1850, vielleicht natürlich auch später.

     

    Informationen über den Verbleib können über die Geigenbauwerkstatt Adam diebstahl@geigenbau.de an den Besitzer weitergeleitet werden.

     

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