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Unterschiede Barockbogen /neuer Geigenbogen

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Wollmaus Profilseite von Wollmaus, 11.02.2018, 13:53:28
Unterschiede Barockbogen /neuer Geigenbogen

Hallo,

 

kann mir Jemand sagen, worin der Unterschied zwischen Barockbogen und "neuem" geigenbogen besteht, außer der Bauart? Ich habe gelesen, dass die Backockbögen weniger Haare haben? Das sah auf den Bilder nicht so zu erkennen. Iste der Klang anders?

Vielleicht hat ja einer Infos.

 

Danke und schönen Sonntag! LG Wollmaus

Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 12.02.2018, 08:46:12

Hallo Wollmaus,

ich bin jetzt noch nicht so lange bei der Barockmusik, versuche aber mal in Worte zu fassen, was ich bogentechnisch bisher mitbekommen und welche Erfahrungen ich vor allem mit meinem (und ein paar anderen Barockbögen) bisher gemacht habe. Vielleicht kann/mag das dann noch jemand erweitern/differenzieren.

Durch die andere Bauweise (und ja, auch weniger Haare) ergeben sich Unterschiede im Verhalten des Bogens im Vergleich zu einem modernen (Tourte-)Bogen.
Vor allem frühbarocke Bögen sind i.A. um einiges kürzer als moderne, spätbarocke nicht viel oder gar nicht; allgemein sind/waren Barockbögen nicht normiert wie heute, und es bestand (und besteht) eine größere Unterschiedsvielfalt.
Grundsätzlich sind Barockbögen aber meist leichter als entsprechende moderne Bögen, und vor allem die Gewichtsverteilung ist anders. Dadurch, dass Barockbögen keinen richtigen Kopf haben wie Tourte-Bögen, sondern eine viel schlankere und mehr oder weniger spitz zulaufende Spitze, sind sie oben vergleichsweise leicht und der Schwerpunkt des Bogens ist näher am Frosch als bei modernen Tourte-Bögen.
Durch die eher konvex gebogene Stange sind die Haare vor allem in der Bogenmitte um einiges weiter entfernt von der Stange als bei Tourte-Bögen, die ja leicht konkav sind, und sind/erscheinen stärker gespannt; dadurch, aufgrund der erwähnten anderen Gewichtsverteilung und weil es weniger Haare sind,

- neigen Barockbögen eher dazu, 'von sich aus' in der Mitte einen etwas lauteren Klang zu ergeben (<>), was sich durch aktive 'Tonformung' im Sinne einer "Messa di voce" (https://de.wikipedia.org/wiki/Messa_di_voce) noch verstärken lässt (i.a. leichter als bei Tourte-Bögen).

- ist der Ton beim gleichmäßigen Ziehen des Bogens nicht so leicht 'gerade' und überall gleichmäßig wie bei Tourte-Bögen

- reagiert der Bogen leichter auf Impulse, ist allgemein wendiger (Vorteil) / hat keine so gute 'Straßenlage' wie Tourte-Bögen (anfangs vielleicht ungewohnt und schwieriger zu handhaben), und der Ton ist im allgemeinen 'schlanker', artikulierter und weniger voll; jedenfalls nicht einfach so glatt und 'breit' wie mit Tourte-Bögen.

Wenn man einen (modernen) Tourte-Bogen ein paar cm oberhalb vom Frosch hält, lassen sich einige dieser Unterschiede auch schon nachempfinden und nutzen.

Neuester Beitrag Wollmaus Profilseite von Wollmaus, 12.02.2018, 12:39:28

Hallo Bratsche_13,

 

supi, vielen Dank für die Erklärungen! Das reicht mir ja schon, habe nur interessehalber mal nachgefragt, weil ich die Bögen so hübsch finde.

 

Danke!!

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    Mensur: 69,4 cm
    untere/mittlere/obere Breiten: 42,4 cm / 23,4 cm / 33,3 cm
    Zargenbreite inkl. Decke/Boden: 12,7 cm
    Bauort: Frankreich
    Baujahr: lt. Geigenbauer geschätzt um 1850, vielleicht natürlich auch später.

     

    Informationen über den Verbleib können über die Geigenbauwerkstatt Adam diebstahl@geigenbau.de an den Besitzer weitergeleitet werden.

     

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