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"moderne Wölbung"

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Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 05.02.2018, 10:30:32
"moderne Wölbung"
Hallo,

das ist jetzt schon ein Weilchen her, fiel mir aber neulich aus gegebenem Anlass wieder ein.

Das Alter und die genaue Herkunft meiner Bratsche sind nicht bekannt. Von geigenbauerischer Seite habe ich mittlerweile schon recht unterschiedliche Aussagen dazu gehört.
Als ich mal zwecks Abschluss einer Versicherung eine Geigenbauerin, die viel alte Instrumente restauriert, um eine ungefähre Alterseinschätzung bat, meinte sie: "Na ja, die hat ja eine moderne Wölbung, aber der Lack sieht ja schon sehr alt aus." (Ursprünglich wollte sich sich ein paar Tage später noch genauer dazu äußern, wozu es dann krankheitsbedingt aber nicht kam. Für die Versicherung habe ich dann die ungefähre Alterschätzung eines anderen Geigenbauers genommen.)

Meine Frage ist (auch ganz unabhängig von meiner Bratsche), was genau eine "moderne Wölbung" ist.
Ich selbst dachte dabei einfach an die flachere Wölbung, die sich seit Stradivaris Zeiten durchgesetzt hat - im Gegensatz zur zuvor häufigen hohen Wölbung.
Andererseits hatte ich dann den Eindruck, dass "moderne Wölbung" nicht unbedingt ein etablierter Begriff zu sein scheint und (anderen) Geigenbauer_innen nicht so klar ist, was genau damit gemeint war.

Ist das hier wem eine Begriff, und gibt es vielleicht noch andere grundsätzliche Eigenschaften als "hoch" und "flach", die anhand der Wölbung auf das Alter eines Instruments schließen lassen?
Lyc Profilseite von Lyc, 25.02.2018, 09:26:09

Deine Vermutung war schon richtig, in der Barockzeit waren höhere Wölbungen für den entsprechenden Klangcharakter üblich. Daher spricht man bei den Heute üblichen flachen Wölbungen von " moderner Wölbung".

Gruß Lyc  Geigenbauer aus Jena

 

Neuester Beitrag Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 25.02.2018, 22:48:31
Alles klar - danke, Lyc!

Schöne Grüße aus Berlin
Neues Geigenmuseum in Cremona <Zurück zur Liste> Oskar Rieding

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    Mensur: 69,4 cm
    untere/mittlere/obere Breiten: 42,4 cm / 23,4 cm / 33,3 cm
    Zargenbreite inkl. Decke/Boden: 12,7 cm
    Bauort: Frankreich
    Baujahr: lt. Geigenbauer geschätzt um 1850, vielleicht natürlich auch später.

     

    Informationen über den Verbleib können über die Geigenbauwerkstatt Adam diebstahl@geigenbau.de an den Besitzer weitergeleitet werden.

     

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