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Schiefer Wirbel

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Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 19.11.2017, 00:08:37
Schiefer Wirbel

Hallo,

meine Bratsche hat jetzt Ausbuchser und neue Wirbel bekommen, da die alten Wirbel für den kleinen Wirbelkasten (mit Riss) sehr groß waren und auch nicht besonders gut liefen.
Mit dem jetzigen Ergebnis war ich beim Abholen auf den ersten Blick ziemlich zufrieden, stelle jetzt aber verschiedene Seltsamkeiten fest.

Ein Problem ist, dass man jetzt den G-Wirbel (III. Saite), wenn man ihn aus dem Loch herausgenommen hat, fast nicht wieder hineinbekommt, weil da von oben einfach die D-Saite (II. Saite) um ca. 2 mm quer im Weg ist. Da denke ich mir auch schon, dass so was doch überhaupt nicht sein 'darf'.

Das optisch Auffälligste ist allerdings der A-Wirbel (I. Saite), der - wenn man das Griffbrett entlang auf den Wirbelkasten schaut - nicht parallel zu den anderen Wirbeln und, wie diese, senkrecht zur Wirbelkastenwand eingepasst ist, sondern in einem Winkel von 10-15° schräg drinsteckt (der Kopf ist höher, und nach links zum Wirbelende hin geht er schräg nach unten).
Vom Verlauf der anderen Saiten her kann ich keinen Grund dafür erkennen, und vorher war das definitiv nicht so.

Wie würdet ihr die Sache einschätzen? Gibt es gute Gründe, einen Wirbel absichtlich schräg einzupassen, oder ist so etwas im Allgemeinen einfach Schlamperei?

 

Geige Profilseite von Geige, 19.11.2017, 11:27:15

Wenn der Ausbuchser nur zur Verkleinerung des alten Wirbelloches eingepasst wurde, liegt kein Grund vor, die Position des Wirbels zu verändern. Beim Bohren der Wirbellöcher sollte eine Schablone angefertigt werden. die beidseitig angelegt werden kann und gewährleistet, dass der Wirbel nicht schief sitzt. Die Saiten sollten frei liegen und nicht über einen darunter liegenden Wirbel scheuern, da es dadurch einerseits Probleme beim Stimmen geben kann und andererseits Saiten aufscheuern und schneller reißen können. 

 

Nun habe ich das Instrument nicht gesehen, würde jedoch raten, den Geigenbauer nochmals zu kontaktieren.

Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 19.11.2017, 12:41:17

Hallo Geige, und vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ja, die Ausbuchser wurden einfach zur Verkleinerung der zuvor sehr großen Wirbellöcher eingepasst.
Vorher waren alle Wirbel gerade (senkrecht zur Wirbelkastenwand) und es gab keine Interferenzen zwischen Wirbeln und anderen Saiten.

Jedenfalls einen schönen Sonntag noch!

Geige Profilseite von Geige, 20.11.2017, 09:18:37

Ob eine Veränderung in der Position vorliegt, lässt sich ganz einfach daran erkennen, ob das Wirbelloch mittig im Ausbuchser liegt oder nicht. Sollte das Loch schief drin sitzen, ist hier eine Veränderung in der Position vorgenommen worden.

Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 20.11.2017, 23:14:26


Ja, mindestens zwei Wirbellöcher sind im Ausbuchser nicht mittig.

Hier auch mal zwei Bilder:

DSCI1487.JPG
DSCI1493.JPG

Heute habe ich gehört, dass das Einpassen von Wirbeln auch nicht so einfach sei und dass schiefe Wirbel schon mal vorkommen.
Was ist noch im Rahmen, was nicht mehr?

Die Sache mit der D-Saite im G-Wirbelloch, wie auf dem unteren Foto, ist aber ja auch wirklich ein praktisches Problem.
Die 'Lösung' würde aber vermutlich nicht an neuen Ausbuchsern und nochmals neue Wirbellöcher-bohren vorbeiführen, oder?

Neuester Beitrag Geige Profilseite von Geige, 21.11.2017, 13:30:32

Auf dem Foto sieht es eher so aus, dass der A-Wirbel bei der Bratsche an der Außenseite tiefer liegt, daher der optische Schiefstand.

Das Problem, dass die D-Saite den G-Wirbel berührte war vermutlich schon vorher da, wenn ich  mir die Position der Ausbuchser ansehe. Es sollte jedoch möglich sein, bei Deinem Wirbelkasten den G-Wibel  so zu setzen, dass die D-Saite frei liegt. 

Das würde ich auf jeden Fall bei dem Geigenbauer abklären, der die Arbeiten ausgeführt hat. Mich würde das auch stören.

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