Herzlich Willkommen im Geigen-Forum

Geigenherkunft <

Alban Geige: Jahr 1719

> Leopold Mozart: Auf- und Abstrich

Auf diese Beiträge antworten | Zurück zur Liste | Zum neuesten Beitrag springen

Lugdunum Profilseite von Lugdunum, 22.08.2017, 13:16:21
Alban Geige: Jahr 1719

Hallo alle zusammen,

 

ich habe zwar schon ein wenig im Netz gesucht, aber bin (wohl auch wegen meines fortgeschrittenereren Alters ;-)) nicht so recht fündig geworden. Als leidenschaftlicher Sammler, habe ich von einem entfernten Bekannten eine Geige aus dem Jahr 1719 (ein entsprechender "Aufkleber" im Inneren der Geige ist vorhanden) angeboten bekommen (Erbstück), die von einem Joseph Alban in Tirol hergestellt wurde. Im Internet fand ich Preise jenseits von Gut und Böse: Preise zwischen 1000,00 Euro bis 195.000 Dollar. Da ich Angst habe mit der Geige ein schlechtes Geschäft zu machen bzw, doch irgendwie reingelegt zu werden, würde ich gerne wissen, ob vielleicht jemand von euch mehr zu Alban-Geigen weiß bzw. selbst ein solches Stück hat und mir etwas über den ungefähren Wert sagen kann. Über den Preis haben wir noch nicht redet, er möchte auf jeden Fall mindestens einen Betrag im höheren vierstelligen Bereich.

 

Die Geige selbst befindet sich in einem gepflegten Zustand, sie müsste allerdings noch etwas gestimmt werden , die beiden Bögen sind in einem sehr guten Zustand. Der Geigenkasten ist vorhanden und etwa von 1850. Der Saitenhalter wurde allerdings 1982 ausgetauscht, da dieser wohl gebrochen war.

 

Vielleicht könnt ihr helfen oder mir eure Einschätzung nennen. 

Vielen Dank schon mal.

asmahan Profilseite von asmahan, 22.08.2017, 17:06:49

Hallo Lugdunum

 

Geigen mit falschen Zetteln gibt es leider wie Sand am Meer. Wenn der Besitzer einen solchen Preis fordert, gibt es eigentlich nur eins: Ein gut ausgewiesener Geigenexperte muss ein Gutachten und eine Schätzung für das Instrument erstellen, dann könnt ihr auf dieser Basis über den Verkauf verhandeln. Bei einem Privatverkauf setzt man den Preis meistens eher unter dem offiziellen Handelswert an.

 

Alles Gute!

Aranton Profilseite von Aranton, 22.08.2017, 17:08:52

Auf Geigenzettel wird viel geschrieben, was nicht stimmt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden in Böhmen zig- wenn nicht gar hunderttausende Billiggeigen mit Zetteln aller möglichen namhaften Geigenbauer produziert, die man heute für drei-, vierhundert Euro auf ebay kaufen kann. Deshalb kann man ohne eine Geige zu sehen, gar nichts über sie sagen. Selbst wenn Fotos vorliegen, ist das oft sehr schwierig. Wenn ein "höherer vierstelliger" Betrag fließen soll, würde ich das Instrument deshalb auf jeden Fall vorher von einem Sachverständigen in natura begutachten lassen. Wenn der entfernte Bekannte damit nicht einverstanden ist: Finger weg!

Lugdunum Profilseite von Lugdunum, 24.08.2017, 10:27:50

Hallo, 

 

danke für eure Antworten. Mein Bekannter hätte keine Probleme damit, dass ich die Geige zur Expertise bringe, allerdings bin ich da noch sehr unentschlossen, da ein schriftliches Gutachten bei einem bestimmten Warenwert doch durchaus sehr teuer werden kann. Ich bin doch noch sehr unentschlossen. Ich tendiere aktuell eher dazu, die ganze Sache lieber sein zu lassen.

 

Damit ihr euch auch eine Vorstellung von ihr machen könnt, ihr dennoch ein paar Bilder.

IMG_0391.JPGIMG_0394.JPGIMG_0396.JPGIMG_0397.JPGIMG_0399.JPG

 

asmahan Profilseite von asmahan, 24.08.2017, 10:38:57

Aber hallo... da läge die Beweislast (dh. die Übernahme der Kosten für das Gutachten) eindeutig beim Besitzer. Wenn er die Geige zu einem hohen Preis verkaufen will, muss er auch belegen können, dass dieser dem Wert des Instruments entspricht. Punktum.

Bavarica Profilseite von Bavarica, 24.08.2017, 12:42:25

"Über den Preis haben wir noch nicht redet, er möchte auf jeden Fall mindestens einen Betrag im höheren vierstelligen Bereich."

 

An meiner Stelle könnte er das gerne wollen, sofern er eine Expertise beibringt, die den Wert der Geige in dieser Höhe bestätigt. Ansonsten könnte er "wollen", bis er schwarz wird. Und natürlich muss die er bezahlen. Neben der Echtheit/Alter gehts ja auch um den Zustand (alte Reparaturen, wenn ja welche?) und die Qualität des Instruments, die den Preis beeinflussen. Ich kann bei so hemdsärmeligen Vorstellungen ehrlich gesagt gut verstehen, dass Du eher dazu tendierst, die Finger davon zu lassen.

Norbert_V Profilseite von Norbert_V, 26.08.2017, 13:49:58

Auch auf den Fotos ist die Echtheit und der Wert des Instruments nicht zu bestimmen. Ein Geigenbauer ist hier die erste Anlaufstelle. Bei einer Geige sind ausserdem der Klang und die Spieleigenschaften entscheidend.

 

Ich würde auch die Kosten für ein Gutachten dem Verkäufer anlasten. Allerdings, auch wenn es ein Gutachten über eine Geige gibt, ist Vorsicht geboten. Gehört das Gutachten wirklich zu der Geige? Manche Gutachten haben eine so allgemeine Beschreibung der Geige, dass es zu sehr vielen Geigen passen würde. Oft steht auch nichts zum Klang und zu den Spieleigenschaften im Gutachten. Dann ist in den meisten Gutachten der angegebene Wert viel zu hoch. Zu dem angegebenen Preis lässt sich die Geige nicht verkaufen. Das ist mehr ein Nachweis für die Versicherung. Und dann ist das Alter des Gutachtens sehr entscheidend. In den letzten Jahren ist, vor allem durch eine Geigenschwemme bei ebay, der Preis vieler Instrumente in den unteren Preisregionen stark gesunken.

Ein guter Anhaltspunkt für angeblich hochpreisige Instrumente ist, ob und zu welchem Preis ein (bzw. bei mehreren versuchen) Geigenbauer das Instrument ankaufen würde.

Neuester Beitrag Lugdunum Profilseite von Lugdunum, 28.08.2017, 12:38:28

Hallo, danke für eure Antworten. Ich habe noch einmal reiflich überlegt und mich gegen die Geige entschieden. Es ist mir doch irgendwie zu heikel. Es ist ja nun auch nicht so, dass ich keine Geigen zu Hause hätte ;-)

Geigenherkunft <Zurück zur Liste> Leopold Mozart: Auf- und Abstrich

Nur angemeldete Benutzer dürfen Beiträge schreiben. Log In

Diese User sind gerade online: