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Geige verschicken (Versand innerhalb Deutschlands)

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Ginger Profilseite von Ginger, 09.06.2017, 14:28:14
Geige verschicken (Versand innerhalb Deutschlands)

Hallo liebe Geigenfreunde,

 

ich hatte eine Geige für ein paar Tage zum Ausprobieren bekommen und nöchte sie (zumal ich zwischen c und cis auf der e-Saite einen beginnenden Wolfston hören kann) nun doch nicht kaufen, sondern zurückschicken. Die Geige (in einem geigenförmigen Kasten) bekam ich bein einem Kurs, d. h. ich habe sie nicht per Post zugestellt bekommen (sonst hätte ich ja noch den Versandkarton etc.). Nun meine Fragen:

 

Wer von Euch hat schon mal eine Geige (innerhalb Deutschlands) verschickt?
Wie habt Ihr die Geige verpackt bzw. woher hattet Ihr einen Versandkarton (gibt es nicht bei der Post, da war ich gerade und die konnten mir auch nicht weiterhelfen)?
Wer ist besser: DHL, Deutsche Post, Hermes oder ein anderer Anbieter?
Wie/wo habt Ihr den Versand versichert (die Geige soll ca. 5000 - 6000 € wert sein)?

Gibt es außer Verpackung, Versandkosten, Transportversicherung sonst noch was zu beachten? (soll ich z. B. die Geige etwas herunterstimmen für den Fall, dass sie evtl. beim Transport höheren Temperaturen als Zimmertemperatur ausgesetzt ist)


Für alle Information und Erfahrungsmeldungen danke im Euch im voraus:

Herzliche Grüße

Ginger bye

asmahan Profilseite von asmahan, 09.06.2017, 20:54:42

Hallo Ginger

 

Beim Versand der Geige ist besonders wichtig, dass der Steg nicht umschlägt und der herunterknallende Saitenhalter - besonders der Feinstimmer - den Lack verletzt. Entweder wird der Steg für den Versand entfernt und ein schönes Polster, z.B. drei Schichten Blasenfolie, unter den Saitenhalter geschoben. Wenn Du den Steg stehen lässt, müssen die Saiten ein wenig entspannt werden. Dann gehört zur Sicherheit allemal ein Polster unter den Saitenhalter, zudem muss der Steg von beiden Seiten her gestützt werden; das geht z.B. mit fest gerollter Blasenfolie, die man zwischen Saitenhalter und Steg bzw. zwischen Griffbrett und Steg satt unter die Saiten schiebt. Dann legst Du die Geige in den Koffer; bei Bedarf kannst Du noch zwei grössere Rollen Blasenfolie links und rechts von Griffbrett und Saiten auf den Corpus legen und auch bei der Schnecke noch etwas polstern, damit das Instrument im geschlossenen Koffer dann völlig stabilisiert ist und nicht rumgeschlagen wird.

 

Einen Karton in passender Grösse findet man leider nicht ohne weiteres, da müsstest Du rumfragen (Bekannte, Läden). Wenn Du einen passenden gefunden hast, kannst Du rund um den Geigenkoffer auch noch mit zusammengeknüllten Zeitungen polstern, damit der Koffer im Karton fixiert ist. Dann hast Du punkto Verpackung das Mögliche so ungefähr getan, und natürlich muss der Versand versichert werden; da müsstest Du Dich online informieren, welche Firma das zu welchen Kosten offeriert (ich wohne in der Schweiz und weiss nicht, wie die Angebote in Deutschland sind). Sprich die Modalitäten des Versands unbedingt auch vorgängig mit dem Besitzer oder der Besitzerin der Geige ab.

 

Hoffentlich hilft das ein wenig!

 

LG, asmahan

Dilettant Profilseite von Dilettant, 10.06.2017, 01:51:06

Hallo,

 

wenn ich mich richtig erinnere, gilt ein Versandgut als versicherungsrechtlich korrekt verpackt, wenn es einen Fall aus einer (mir unbekannten) definierten Höhe unbeschadet übersteht. 

Gefühlsmäßig würde ich glaube ich eher UPS als Transportdienstleister in Erwägung ziehen.

ThomasM Profilseite von the-violinproject-de, 10.06.2017, 13:55:28

Das Verschicken einer Geige ist heikel - als Versender solcher Instrumente kann ich ein Lied davon singen. Egal, ob DHL, UPS oder Hermes: die Pakete werden über Transportbänder befördert, und was die Sorgfalt durch Mitarbeiter/Paketboten angeht muss man immer das Schlimmste annehmen. "Bitte nicht werfen" daraufzuschreiben bringt auch nichts - Transportbänder können nicht lesen, und missmutige bzw. überarbeitete Boten ermuntert das eher, die Sachen erst recht wie den letzten Dreck zu behandeln.

 

Nicht umsonst lasse ich teuer speziell geeignete Kartons anfertigen, die genau die richtigen Maße haben. Kartons dieser Größe (bei Geige mit Koffer bspw. ca., 80cm Länge) findet man nicht in normalen Paketshops. Man sollte immer "zu groß" denken, d.h. genug Raum für Füllmaterial (Luftpolsterfolie, Flocken, etc) sollte immer sein. Eventuell kannst du zwei Kartons zu einem größeren kombinieren (an den Verbindungsstellen fest verkleben!). Der so entstandene Karton muss so groß sein, dass dui genügend Füllmaterial einbringen kannst: Wenn du Luftpolsterfolie verwendest können das schon einige(!) Schichten sein! Oder du verwendest zerkrumpeltes Zeitungspapier - aber nicht zu wenig. Nicht Zeitungspapier in einfachen Schichten, das bringt nichts.

 

Wichtig ist wie schon gesagt der Schutz des Stegs: Ich stecke je einen Schaumstoffabschnitt zwichen Steg und Saitehalter bzw. Steg und Griffbrett. Diese sollten fest sitzen. Damit wird ein "Ausbrechen" des Stegs wirkungsvoll verhindert. Wenn zwischen Geige und Kasteneinfassung genug Platz ist solltest du auch die Geige noch mal mit Luftpolsterfolie umwickeln. 

 

Was die Versicherung der Sendung angeht solltest du dir keine Illusionen machen: In der Regel lehnt der Transportdienstleister den Ausgleich bei Beschädigung ab, v.a. wenn kein äußerer Schaden erkennbar ist. Dank meiner sorgfältigen Verpackung hatte ich in 14 Jahren und bei mehreren Tausen Sendungen nur 2 Beschädigungen - in beiden Fällen hat DHL anerkannt, dass die Verpackug den AGBs genüge - und einen Ausgleich trotzdem abgelehnt! Sie arbeiten  wie alle Versicherungen: Egal wie berechtigt, Ansprüche werden erst mal abgelehnt - man kann ja klagen ....... 95% aller Kunden machen das danmn och nicht. Fazit: auch bei "versicherungsrechtlich korrekter" Sendung hast du den schwarzen Peter.

 

Den Versicherungswert zu erhöhen lohnt sich v.a. im Hinblick auf einen Totalverlust (= Sendung verloren) - dann hat der Transportdienstleister keine Argumente. Das kommt aber mit den heutigen Scans fast nicht mehr vor. 

 

Also: genügend großer Karton, genügend Füllmaterial zwischen Karton und Inhalt, die Geige ausreichend im Innern des Koffers schützen. Mehr kann man nicht tun.

 

 

Neuester Beitrag Dilettant Profilseite von Dilettant, 10.06.2017, 20:12:01

Ich kann leider nur auf einen Erfahrungswert von 6 mir zugesandten Geigen zurückblicken, eine davon aus China via DHL, die anderen aus DE mit den üblichen Versanddienstleistern, und alle kamen unbeschadet bei mir an.

Evtl. böte sich bei einer teuren Geige der Versand/Transport via Kurierdienst an. Bei einem gerade von mir wahllos herausgesuchten Unternehmen (Wertkurier.de) würde ein innerdeutscher Transport und einem Versicherungswert von bis zu 7500 Euro, ca. 47 Euro kosten. 

Da müsste man sich halt vorher im Netz über etwaige Kundenerfahrungen informieren.

 

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