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Lautstärke und Steg: Höhe <-> Nähe zum Stimmstock

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Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 18.03.2017, 23:03:52
Lautstärke und Steg: Höhe <-> Nähe zum Stimmstock

Hallo,

was ich bisher so gelesen, gehört und mitbekommen habe, scheinen Instrumente (wenn man sonst nichts ändert) umso lauter - und der Klang schärfer - zu werden

- je höher (und härter) der Steg ist (-> höhere Saitenlage bzw. direktere Klangübertragung)

- je näher sich Steg und Stimmstock sind.

Stimmt das, oder lässt sich das so nicht sagen?

Bei meiner Bratsche steht der neue Steg (härter als der alte und immer noch relativ hoch) jetzt ziemlich weit vom Stimmstock weg(*) - mit der Begründung (der GB-Werkstatt), dass der Klang ja sonst noch schärfer und alles noch lauter wäre...

Der Steg ist mittlerweile schon etwas niedriger, und Lautstärke und Klang des Instruments passen für mich damit jetzt sehr gut.

Allerdings frage ich mich, ob die Situation - immer noch relativ hoher Steg + ziemlich großer Abstand zum Stimmstock - nicht eine vollkommen unsinnige Extrabelastung für das Instrument/die Decke ist, und ob es nicht besser wäre, den Steg noch 1-2 mm niedriger zu machen und dafür ggf. den Abstand Steg - Stimmstock wieder zu verringern
- Was vor allem dann sinnvoll sein könnte, wenn die Zusammenhänge tatsächlich so einfach sind, wie ich bisher dachte :) , und das Ergebnis in Sachen Lautstärke und Klang hinterher im Wesentlichen das gleiche wäre wie jetzt.
Eine konkrete Frage, die sich mir dabei stellt, ist, ob bei geringerem Steg-Stimm-Abstand nicht vor allem die Stimmstock-nähesten Frequenzen (noch) besser übertragen werden, die Lautheit damit also eher 'punktförmiger' beeinflusst wird - wogegen ein (gleichmäßig) höherer Steg vermutlich alle Frequenzen mehr oder weniger gleich 'laut' überträgt?

Ich freue mich über Erhellung. :)

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*) Ich sage das so rum, weil es wirklich den Lauf der Dinge wiedergibt: Jetzt steht der Steg zum ersten Mal wirklich zwischen den f-Kerben, der Stimmstock wurde in Oben-Unten-Richtung nicht verändert. Vorher stand der Steg bisher immer ca. 2-3 mm unterhalb der f-Kerben was - wie schon mal zwei Geigebauer unabhängig voneinander meinten - bei den Maßverhältnissen dieses Instruments auch Sinn mache, um das ansonsten entwas eigenwillige Mensurverhältnis zu kompensieren.

Geige Profilseite von Geige, 19.03.2017, 23:11:51

Der Korpus und die Klangentfaltung funktioniert ähnlich der Membrane eines Lautsprechers. 

In Abhängigkeit zur Festigkeit des Holzes, der Deckenstärke, der Oberflächenspannung die sich durch die Lackierung/ Grundierung ergibt.....muss die Stärke der Anregung, die sich durch die Saitenspannung, den Druck auf die Decke und die Position des Stimmstockes ergibt im richtigen Verhältnis stehen. Da die erstgenannten Komponenten von Instrument zu Instrument oft unterschiedlich sind und jeweils fix sind, ergeben sich die letzteren Punkte als Stellschraube, um eine optimale Schwingung zu erzeugen. 

Ein Instrument mit festerem Holz benötigt mehr Impulskraft als ein zart gebautes Instrument. Eine allgemein gültige Antwort ist deshalb nicht möglich. Ein Stimmstock, der dichter am Steg steht führt bei dem einen Instrument zu mehr Lautstärke, bei einem anderen Instrument kann der Klang enger werden......

Neuester Beitrag Bratsche_13 Profilseite von Bratsche_13, 20.03.2017, 09:03:56

Vielen Dank für die Antwort.

Dann lasse ich mir das alles nochmal durch den Kopf gehen. Und ggf. bleibt wohl nur ausprobieren (lassen).

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